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Zeitmeister Stahl 1 : Grönemeyer mag es eckig

  • -Aktualisiert am

Die rechteckigen Automatik-Chronometer mit Zifferblättern in Stahlblau oder Racing Green messen stattliche 31,8 mal 49 mal 10 Millimeter. Bild: Hersteller

Herbert Grönemeyer wolle einmal eine Uhr entwerfen. Und so entstand die Wempe Zeitmeister Stahl 1. Die gestalterische Urheberschaft wird auf dem Gehäuseboden verewigt.

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          Eckige Uhren führen ein Nischendasein. Herren mögen sie nicht besonders, Exemplare für Damen sind deutlich häufiger. Für Herbert Grönemeyer war es klar, dass, wenn er mal eine Uhr kreieren sollte, es eine rechteckige sein würde. Der Fall trat ein, und das kam so: Als Uhrenliebhaber und -sammler ließ er an der richtigen Stelle (zufällig eine Wempe-Niederlassung) die Bemerkung fallen, er wolle einmal eine Uhr entwerfen. Und so entstand die Wempe Zeitmeister Stahl 1. Stahl deswegen, weil Grönemeyer nur Stahluhren sammelt, und zweitens, weil der Musiker und Schauspieler nun mal aus dem Ruhrpott stammt, und da ist Stahl das Thema. Drittens sollte eine bezahlbare Uhr entstehen. Und viertens habe er „rechteckige Hände“, dazu passe am besten eine rechteckige Uhr.

          Die Zeitmeister Stahl 1 hat nach zwei Jahren Ringen um Details jetzt ihren Auftritt in zwei Versionen, die beide auf 250 Exemplare limitiert sind. Die rechteckigen Automatik-Chronometer mit Zifferblättern in Stahlblau oder Racing Green (Grönemeyer hat auch ein Faible für Oldtimer) messen stattliche 31,8 mal 49 mal 10 Millimeter, aber wegen des sanft gewölbten Gehäuses nebst entspiegeltem Saphirglas schmiegen sie sich dem Arm gut an. Selbst Damen mit etwas stärkerem Handgelenk können sie tragen.

          Der Edelstahl für die Gehäuse ist gehärtet und gerüstet gegen Kratzer und sonstige Blessuren, das gilt sowohl für das polierte bei der blauen Uhr als auch für das PVD-beschichtete Gehäuse der grünen. Das galvanisierte und mit Sonnenschliff verzierte Zifferblatt hat Stabindizes und -zeiger, um deren Länge und Form hart gerungen wurde, wie der musikalische Designer bei der Präsentation betonte, sie strahlen dank Leuchtmasse im Dunkeln.

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          Als Antrieb der Zeitmeister Stahl 1 dient wie in allen Zeitmeister-Typen das Schweizer Eta-Werk 2000. Es sollte nach Grönemeyers Wunsch ein Automatikkaliber sein, „denn Männer haben nun mal eine Vorliebe fürs Praktische“. Das Werk bietet eine konstante Laufleistung von 40 Stunden mit 28.800 Halbschwingungen je Stunde (4 Hz). Stunden, Minuten und Sekunden werden zentral angezeigt, bei der „3“ ist das Datumsfenster plaziert. Das Kaliber wird im sächsischen Glashütte montiert und mit Sekundenstopp und einer Feinregulierung optimiert. Mit einer mittleren Gangabweichung von etwa zwei Sekunden je Tag arbeitet es so präzise, dass es die deutsche Chronometerprüfung nach DIN 8319 besteht. Das wird auf dem Zifferblatt vermerkt.

          Die gestalterische Urheberschaft wird auf dem Gehäuseboden verewigt, wo auch die laufende Nummer verzeichnet wird. Die Zeitmeister Stahl 1 kommt mit schwarzem Lederband, dessen Nähte die Farbe des Zifferblatts haben. Die blaue kostet 2850 Euro, die grüne 2950 Euro, beide sind im Juni zu haben. Der Musiker legt Wert auf die Feststellung, dass er an diesem kreativen Ausflug ins Uhrendesign nichts verdiene, er spende sein Honorar an „Ärzte ohne Grenzen“. Anzunehmen, dass die Nische für gut gestaltete rechteckige Herrenuhren diese 500 Stück mühelos absorbiert.

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