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Rolex : Gekrönte Chronometer

  • -Aktualisiert am

Das Herz der Uhr: In Biel werden alle Rolex-Uhrwerke von hochqualifizierten Uhrmachern von Hand montiert. Auch die Komponenten stellt man selbst her. Bild: Rolex

Die Uhrenmarke Rolex ist ungewöhnlich erfolgreich. Woran liegt das? Eine Spurensuche in den Schweizer Fertigungsstätten.

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          Auch Revolutionäre wissen, was gut ist. Das Foto von Ernesto „Che“ Guevara mit einer Rolex GMT Master am Arm ging um die Welt. Zum Botschafter der Marke mit dem Krönchen hat es der Kommunist aber auch postum nicht gebracht – obwohl sich die Genfer gern mit Staatsmännern, Sportassen oder Filmstars schmücken. Aber Revolution und Rolex passen einfach nicht zusammen. Wer ausgeflipptes Design oder hochkomplizierte Uhren sucht, ist hier falsch. Rolex ist konservativ und primär darauf aus, Bestehendes kontinuierlich zu verbessern. Das vor 111 Jahren vom Franken Hans Wilsdorf gegründete Unternehmen gehört der nach dem Gründer benannten und 1945 von ihm selbst gegründeten Stiftung. Das sorgt für Kontinuität in der Unternehmenspolitik. Der aktuelle Geschäftsführer Philippe Dufour ist erst der fünfte Chef nach Hans Wilsdorf.

          Mindestens genau so wichtig wie die unternehmerische Kontinuität ist die Eigenständigkeit des Unternehmens. Das gilt für die Modellpolitik, das vielfach kopierte Design insbesondere der Sportuhren, vor allem aber für das technische Fachwissen. Rolex ist die Uhrenmarke mit einer sehr großen Fertigungstiefe in Europa. Man konstruiert und produziert einfach alles im eigenen Haus – Lederbänder, Zeiger und Saphirgläser mal ausgenommen. Seit einigen Jahren gehört Rolex auch in den Kreis der Uhrenhersteller, der in der Lage ist, seine eigene Unruhspiralen herzustellen. Und das nicht etwa in homöopathischen Stückzahlen. In jüngerer Vergangenheit dürfte die Zahl jährlich produzierter Uhren zwischen 700.000 und 800.000 gelegen haben. Offizielle Zahlen gibt es von Rolex zwar nicht, weil man als Stiftung nur eingeschränkt publikationspflichtig ist. Doch weil Rolex alle seine Uhrwerke der offiziellen Schweizer Chronometerprüfanstalt COSC zur Prüfung vorlegt, lassen sich zumindest halbwegs realistische Anhaltspunkte nennen.

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