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Finale des Volvo Ocean Race : Boot in Sicht!

Der Sonne entgegen: Beim Volvo Ocean Race segeln die Teilnehmer einmal rund um die Welt. Bild: Konrad Frost/Volvo Ocean Race

Beim Volvo Ocean Race liegen Spektakel und Drama nur einen Windhauch entfernt. Während die Teams auf dem Ozean um den Sieg segeln, achten Experten in Alicante auf Eisberge und Piraten. Ein Besuch im Rennkontrollzentrum.

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          Auf dem riesigen Bildschirm an der Wand sieht das große Segelabenteuer maximal unspektakulär aus. Während draußen auf dem Atlantischen Ozean irgendwo südlich von Island die sieben Teilnehmer des Volvo Ocean Race mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Seemeilen in der Stunde über das Meer fliegen, zeugt im knapp 3000 Kilometer entfernten Rennkontrollzentrum im spanischen Alicante nur wenig von der Dramatik, welche eine der härtesten und berühmtesten Segelregatten der Welt in ihren finalen Wochen birgt. Abgesehen vom Standbild einer der letzten aufgezeichneten Video-Schalten auf eines der Boote, geben lediglich sieben eng beieinanderliegende farbige Fünfecke auf einem Satellitenbild, eine sich stetig aktualisierende Wetterkarte mit Strömungsfilm sowie ein Haufen Zahlen einen Hinweis auf das, was sich auf dem Meer abspielt. Nur ein paar Mausklicks stören die Stille. Im Zweifel könnten die allerdings Leben retten.

          Sebastian Reuter
          Redakteur vom Dienst.

          Das Rennkontrollzentrum mit seinen acht in einem Kreis angeordneten Arbeitsplätzen und den dazugehörigen zwei Dutzend Bildschirmen ist das Herz des Ocean-Race-Hauptquartiers. Gonzalo Infante ist der Leiter eines Teams von sechs Fachleuten, die rund um die Uhr das Geschehen auf dem Meer überwachen. „Früher konnten wir nur analysieren, was passiert ist, und daraus unsere Schlüsse für die Zukunft ziehen. Mit den Daten, die uns heute zur Verfügung stehen, haben wir die Chance, frühzeitig aktiv zu werden und die Teams auf unruhige Zeiten vorzubereiten,“ sagt der Spanier, der zum dritten Mal als Experte beim Ocean Race dabei ist. Der studierte Meteorologe kontrolliert regelmäßig die Hoch- und Tiefdruckgebiete über den Ozeanen und kann Stürme oder windstille Gebiete bis zu fünf Tage im Voraus erkennen. Außerdem sieht Infante, ob sich die Eisberggrenze gen Süden verschiebt oder in Küstennähe viele Schiffe unterwegs sind.

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