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Virtuelles Radrennen : Vier Pässe und keinen Meter weiter

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Alles im Blick: Leistungsdaten, Höhenprofil, Zeit, Mitstreiter und die Landschaft Bild: Hersteller

Virtuelle Wettbewerbe über Online-Plattformen wie Zwift oder Rouvy werden immer beliebter. An diesen virtuellen Radrennen nehmen Tausende teil. Auch wir kämpfen und leiden im Wohnzimmer.

          5 Min.

          Wie fährt man ein Radrennen, ohne das Haus zu verlassen? Die Technik macht’s möglich. Virtuelle Wettbewerbe über Online-Plattformen wie Zwift oder Rouvy werden immer beliebter, zwischen den beiden großen gibt es allerdings Unterschiede: Während man sich zum Beispiel bei Zwift größtenteils in einer künstlich geschaffenen Welt bewegt, bringt Rouvy echte Radstrecken wie Alpenpässe, Tour-de-France- Etappen, Mallorca-Rundkurse oder bekannte Ironman-Strecken aus der ganzen Welt ins Wohnzimmer. Der Routenkatalog umfasst mehr als 4000 Videos. Voraussetzung, um diese Welten erfahren zu können, sind smarte Trainingsgeräte, die über Leistungssteuerung verfügen. Smart Trainer ersetzen das Hinterrad des eigenen Rennrads und machen es so zu einem interaktiven Rollentrainer. Auch gibt es inzwischen komplexe Radkonstruktionen wie beispielsweise das Wahoo Kickr Bike oder das Tacx Neo Bike Smart.

          Diese ersetzen das eigene Rad. Egal für welches System man sich entscheidet, die Funktionsweise ist stets dieselbe. Geleistete Watt und Trittfrequenz werden vom Smart Trainer an die Software des Trainingsportals gesendet und dort mit den persönlichen Daten wie Körpergewicht kombiniert und verarbeitet. Im Gegenzug meldet das Trainingsportal den Kraftwiderstand der ausgewählten Strecke an den Smart Trainer. Auf diese Weise werden Steigung und Gefälle der virtuellen Strecke real simuliert. Es geht bergauf und bergab, exakt so, als würde man die Tour draußen auf der Straße fahren. Die Geschwindigkeit und damit die Dauer der Radausfahrt berechnet sich aus den Gewichtsdaten und den Wattzahlen.

          Diese Form der Interaktivität erlaubt Onlinewettbewerbe aller Art, auch Challenges, bei denen man mehrere Etappen innerhalb eines bestimmten Zeitraums bewältigt und sich mit Mitstreitern aus aller Welt in den eigenen vier Wänden messen kann. In diesem Monat wurde erstmals der legendäre Ötztaler Radmarathon auf der Plattform Rouvy als virtuelle Herausforderung angeboten. Beim realen Ötzi, wie er liebevoll genannt wird, müssen vier Alpenpässe mit bis zu 18 Prozent Steigung binnen eines Tages überwunden werden. Die Gesamtlänge beträgt 238 Kilometer mit mehr als 5000 Höhenmetern. Die Startplätze sind heiß begehrt und rar, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt, und das Los entscheidet.

          Und den Überblick behalten. Bilderstrecke
          Virtuelles Radrennen : Vier Pässe und keinen Meter weiter

          Ganz anders läuft das in der virtuellen Welt. Man meldet sich über die OnlinePlattform bei der Challenge an und lädt die vier Alpenpässe auf den Rechner. Egal ob Windows, Android, iOS, Mac, Apple TV, alles ist möglich. Die einzige Bedingung der Challenge ist, dass alle Pässe innerhalb von drei Wochen im Februar ins Ziel gebracht werden müssen. Es gibt weder ein Zeitlimit für den einzelnen Pass noch eine vorgegebene Reihenfolge.

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