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Uhrenmesse SIHH in Genf : Arm und reich

  • -Aktualisiert am

Die Reiseuhr Montblanc Geosphere mit zweiter Zonenzeit für 5890 Euro. Bild: Häußermann

Wer noch einen freien Platz am Arm hat, sollte schon ein bisschen was auf der hohen Kante haben. Denn unter den neuen Uhren auf der Messe SIHH sind keine Schnäppchen – dafür einige technische Leckerbissen.

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          Ich wär’ so gerne Millionär.“ Leise summt der Uhrenfreund den Ohrwurm der Prinzen vor sich hin, während er durch die Genfer Messehallen schlendert und in Augenschein nimmt, was die Uhrenbranche im Jahr 2019 an Neuheiten bereithält. Denn die in kleinen Stückzahlen gefertigten Spezialitäten bewegen sich im sechsstelligen Euro-Bereich. Den Vogel schießt die kleine Manufaktur Urwerk ab, die für ihre neue mechanische Armbanduhr gleich noch eine Atomuhr mitliefert, die so groß wie ein Werkzeugkasten und rund 35 Kilo schwer ist. Darin arbeitet ein Rubidium-Oszillator, der die Armbanduhr nicht nur mit der Normzeit synchronisiert, sondern anhand der gemessenen Abweichung auch gleich kalibriert. Damit spart sich einer der glücklichen drei Besitzer zumindest den Gang zum Uhrmacher, aber kein Geld: Mindestens 2.750.000 Euro sollte man auf der hohen Kante haben.

          Es gibt anscheinend viele reiche Menschen mit Uhrenfimmel, sonst würde das Geschäftsprinzip kleiner, aber kreativer Manufakturen wie Greubel Forsey oder auch MB+F nicht funktionieren. Die bauen Uhren in kleinen Stückzahlen zu hohen Preisen. Charris Yadigaroglou von MB+F (Maximilian Büsser and Friends) begründet das so: „Wir entwickeln zirka vier bis fünf Jahre an einem Uhrwerk, dann verkaufen wir es über vier bis fünf Jahre.“ Dabei entstehen dann weniger als 100 Uhren in verschiedenen Varianten, dann wird das Uhrwerk komplett eingestellt. „Das ist aus ökonomischer Sicht vollkommener Unsinn, aber nur so können wir klein und kreativ bleiben“, sagt der Manager. Mit der Folge, dass hohe Entwicklungskosten auf kleine Stückzahlen umgelegt werden müssen und nun auch die HM 6 Final Edition, limitiert auf acht Exemplare, mehr als 200.000 Euro kostet.

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