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Uhrenmesse Baselworld : Nur keine Hemmungen

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Unter den vielen Uhrenfreunden kann aber wohl nur eine kleine Minderheit solche Beträge investieren. Die Mehrheit rechnet eher im vierstelligen Bereich und verlangt von seinem Zeitmesser einfach Alltagstauglichkeit, wobei hier Wasserdichtheit eine wesentliche Rolle spielt. Die stand bei Nomos jahrelang im Hintergrund, weil man sich auf die Entwicklung eigener Werke und die Vertikalisierung der Manufaktur konzentrierte. Doch jetzt sagen die Sachsen „Ahoi“ und nennen ihre erste wasserdichte Uhr nach dem Seemannsgruß. Den Takt gibt das eigene Automatikkaliber Epsilon an, bekannt aus der Tangomat. Als schlichte Dreizeigeruhr kostet die Ahoi 2800 Euro, mit Datum 400 Euro mehr. Auch Tutima steht für bezahlbare, alltagstaugliche Uhren, die bisher allerdings weitgehend aus dem oldenburgischen Ganderkesee stammten. Doch nun geht Tutima zu seinen Wurzeln zurück und verlagert die gesamte Produktion nach Glashütte, wie Inhaber Dieter Delecate in Basel stolz verkündete. Flaggschiff wird die Saxon one sein, eine kissenförmige Stahluhr mit drei Zeigern oder als Chronograph. Sehr gut gefallen hat uns aber auch der Fliegerchronograph M2 Pioneer im 46-Millimeter-Titangehäuse, eine modernisierte Neuauflage des erfolgreichen Klassikers Military.

Der Fliegerei ist Breitling bekanntermaßen besonders zugeneigt. Ihr Highlight Emergency II trumpft aber nicht nur als multifunktionaler Zeitmesser auf, sondern auch als potentieller Lebensretter. Sie ist mit zwei Sendern ausgestattet. Der eine sendet im Notfall auf der Frequenz 406 MHz ein Notsignal, das über einen Satelliten an eine Rettungszentrale weitergeleitet wird. Dort sind alle Daten des Uhrenbesitzers registriert, und dort wird gegebenenfalls auch eine Suche nach ihm eingeleitet. Zur Ortung des Verunfallten dient der zweite Sender, der mit 121,5 MHz funkt. Das Gerät heißt nun nicht mehr Uhr, sondern „Personal Locator Beacon“ und wird inklusive Ladegerät für rund 14 000 Euro verkauft. Trotz der gigantischen Maße (Durchmesser 51, Höhe 20 Millimeter) ist die Titanuhr am Handgelenk im Alltag keine Last - im Notfall sowieso nicht.

Die Manufaktur Maximilian Büsser and Friends (MB&F) baut ebenfalls große Uhren, die aber stets alles andere als gewöhnlich sind. Die Messeneuheit HM5 (53 500 Euro) ist eine Autofahreruhr im Stil der 70er-Jahre. Sie sieht auf den ersten Blick relativ einfach aus, tatsächlich ist sie technisch enorm aufwendig: Die Zeitanzeige erscheint an der Vorderseite der Uhr, tatsächlich besteht sie aus zwei gegenläufig drehenden Scheiben, die stunden- oder minutengenau springen und deren Ziffern durch ein Prisma in einem Winkel von 90 Grad angezeigt und dabei auch noch um 20 Prozent vergrößert werden. Das Gehäuse nimmt Gestaltungselemente des Lamborghini Miura, einer Sportwagenikone der Siebziger auf. Eine wirklich abgefahrene Zeitmessmaschine.

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