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Uhrenmesse Baselworld : Nur keine Hemmungen

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Der dritte im Bunde, der dem Regulierorgan auf spezielle Weise zu Leibe rückt, ist Omega. Für das Modell Aqua Terra Antimagnetic (4000 Euro) entwickelten die Ingenieure der Swatch Group eine Hemmungsgruppe aus antimagnetischem Material, das in das hauseigene Koaxialwerk Kaliber 8500 eingebaut wurde. So widersteht diese Uhr ohne Gangabweichung einem Magnetfeld von 15 000 Gauß oder 1,5 Tesla. Zum Vergleich: Rolex garantiert für seine Milgaus eine Unempfindlichkeit bis 1000 Gauß, IWC kämpft mit der Ingenieur Automatic in denselben Regionen.

Eleganz gepaart mit feinster traditioneller Uhrmacherei liefert Patek Philippe, eine Manufaktur, an der kein Uhrenaficionado vorbeikommt. 2014 feiern die Genfer den 175. Geburtstag und holen deshalb in diesem Jahr erst mal tief Luft, weshalb sie in Basel zunächst die Variantenvielfalt ihrer Erfolgsmodelle Nautilus und Calatrava betonen. Als Sahnehäubchen zeigt die neue Gondolo Referenz 5200G für 48 700 Euro, dass rechteckige Uhren nach wie vor ihren Charme haben. Selbstverständlich hat Patek dazu auch ein rechteckiges Handaufzugswerk von 28 × 30 Millimeter entwickelt, das mit acht Tagen Gangreserve glänzt. Der Träger zieht sie eine Minute lang auf und hat dann eine Woche Ruhe.

Sagenhafte 50 Tage

In Sachen Gangreserve hat Hublot in diesem Jahr den Vogel abgeschossen. Sagenhafte 50 Tage läuft die futuristisch designte La Ferrari nach Vollaufzug. Für so viel Power braucht es einen großen Tank. Deshalb hat Hublot seinen Boliden mit elf Federhäusern ausgestattet, die hintereinander geschaltet wurden. Damit der geneigten Kundschaft beim Aufziehen die Finger nicht erlahmen, liefert Hublot im Set gleich noch ein Elektrowerkzeug mit, das in Form und Funktion einem Schlagschrauber aus der Formel 1 gleicht. Selbst Menschen, die problemlos 265 000 Euro für eine Uhr ausgeben können, sollten sich bei Interesse beeilen, denn es werden nur 50 Exemplare gebaut. Neben diesem Schaustück mit nicht weniger als 637 Uhrwerksteilen und einem gewöhnungsbedürftigen Anzeigesystem hat Hublot aber auch durchaus normale Uhren im Angebot. Unser Favorit: Die Classic Fusion Ultra Thin in Titan für 10 500 Euro.

Auch an den anderen Ständen herrschte kein Mangel an klassisch gestalteten Uhren, angetrieben von feinen Manufakturwerken. Hier werden die eigenen Traditionen gepflegt. Glashütte Original beispielsweise baute sein Automatikwerk Kaliber 58 auf Regulatoranzeige um, was in Verbindung mit einem sagenhaft schönen Zifferblatt aus eigener Manufaktur sowie einem eleganten Goldgehäuse zu einem Gesamtkunstwerk namens Senator Chronometer Regulator gereift ist. In Roségold für 25 500, in Weißgold für 26 900 Euro.

Bulgari freut sich über das erste eigene Automatikwerk Kaliber BVL 191, das künftig im Klassiker „Bulgari Bulgari“ ticken wird und von 5500 Euro an im Stahlgehäuse zu haben sein wird. Solvente Freunde der Mikromechanik erfreuen sich an der Commedia dell’Arte. Das ist eine Serie aus drei Uhren, die den drei Hauptfiguren der Commedia gewidmet sind. Hier tritt die Zeitanzeige mit retrogradem Minutenzeiger und springender Stunde in den Hintergrund, denn die Szenerie auf dem Zifferblatt ist nicht nur von Meisterhand gemalt, die Figuren sind auch mechanisch animiert. Einzeln gibt’s die poetischen Zeitmesser für 370 000 Euro, im Dreierset für eine runde Million.

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