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Uhren : Automarken im Zeichen der Zeit

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Ruf Automobile und Oris Bild: Hersteller

Wenn sich Autos und Uhren verbinden: Design, Präzision und Prestige könnten einander zum Wohle des Fahrers und Trägers ergänzen. Doch nicht immer entsteht daraus ein schönes, schnelles Leben.

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          Audi feiert 100. Geburtstag und tut das mit einer Armbanduhr. Kein billiger Werbeartikel, ein wahrer Luxuschronometer namens „Tachoscope“. Die Münchner Uhrmacherei Chronoswiss steuert ein Manufakturwerk bei, Audi-Designerin Pia von Braun kümmert sich um das Gehäuse aus Platin oder Weißgold und das silberne Email-Zifferblatt; die Typographie orientiert sich am Tourenzähler im Grand-Prix-Rennwagen Typ C und D von der Auto-Union - den „Silberpfeilen“ aus den dreißiger Jahren. Das Gesicht der Uhr ist signiert mit dem Chronoswiss-Emblem, Audi versteckt sich hinter vier Ringen. Zum Preis der Variante in Platin von 24 900 Euro gäbe es fast schon einen schmucken Audi auf vier Rädern: das A3-Cabrio 1.6.

          Billige Quarzuhren mit Namen und Zeichen von Automarken gibt es schon lange, doch waren sie für verhältnismäßig kleines Geld oder gar als Werbegeschenk zu bekommen. Doch immer mehr feinmechanische Wunderwerke tragen Traumauto-Marken. Diese etwas ungewöhnlichen Ehen, die Marketingexperten gerne als „Co-Branding“ bezeichnen, sollen mehr sein als nettes Beiwerk: teure Autos zu teuren Uhren.

          Breitling verbaut Uhrwerke des Großserienherstellers Eta

          Meistens beschränkt man sich auf den Schriftzug, kleine, exklusive Automobilmarken wie Bentley nutzen eine breiter aufgestellte Uhrenmarke wie Breitling, um bekannter zu werden. Vor allem wenn, wie Anfang 2000 mit Bentleys Continental-Serie, eine neue Käuferschicht gewonnen werden sollte. Bentley steht für ultimativen automobilen Luxus und Individualität, Breitling aber ist immer noch keine Uhren-Manufaktur. Trotzdem käme kaum jemand auf die Idee, dass ein Continental GT kein wirklicher Bentley sei, nur weil er hauptsächlich aus Teilen von Volkswagen zusammengesetzt wird. Breitling verbaut Uhrwerke des Großserienherstellers Eta. So gesehen, harmonieren Uhr und Auto ganz gut: Breitling steht mittlerweile zusammen mit Bentley für mehr Uhrenprestige.

          Aston Martin und JaegerLeCoultre
          Aston Martin und JaegerLeCoultre : Bild: Hersteller

          Ein derartiger Erfolg spricht sich herum in der kleinen Branche der feinen Chronometer. So glänzt die Traditionsmanufaktur Jaeger-LeCoultre mit phantasievoller Werbelyrik, um mit der englischen Sportikone Aston Martin „eine Brücke (zu) schlagen zwischen hoher Uhrmacherkunst und der edlen Mechanik von Luxuswagen“. Als Einzige hat die Uhr zum Auto sogar eine technische Verbindung: Die Amvox2 DBS trägt einen Transponder, mit dem der Aston Martin DBS („key less“) zu öffnen und zu starten ist.

          Für den 1001-PS-Wagen eine kleine, eigenwillig aussehende Uhr

          Bugatti hatte bereits 2002 die Verbindung zum Schweizer Uhrmacher Michel Parmigiani aus Fleurier gefunden. Der entwickelte für den einzigartigen 1001-PS-Wagen eine kleine, eigenwillig aussehende Uhr mit einem eigens quergestellten Uhrwerk. Man kann die Uhr ablesen, ohne die Hand vom Lenkrad zu nehmen. Es fanden immerhin rund 150 Exemplare der 193 300 Euro teuren Zeitmesser den Weg an die Handgelenke.

          Manchmal soll das attraktive Etikett einer Automarke einem Uhrentyp zusätzlich helfen: Die Uhrenmanufaktur Audemars Piguet aus Le Brassus lädt ihr quer-oval gestaltetes Modell Millenary mit Maserati auf und erhofft sich so Zugang zu Liebhabern der Marke.

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