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Trinkrucksäcke im Test : Wasser marsch!

  • -Aktualisiert am

Laufen für einen guten Zweck: Nils Thies trainiert für einen Ultramarathon Bild: Grapatin, Niklas

Wer schweißtreibend läuft, muss unterwegs trinken. Und wer dafür nicht stehen bleibt an Verpflegungsstellen, weil nämlich keine da sind, der trinkt aus dem eigenen Reservoir.

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          Wer lange Strecken läuft, kann kaum auf einen Trinkrucksack verzichten. Der fasst mehr als eine Wasserflasche und bietet auch noch Platz für Butterbrot und Regenjacke. Während des Laufs ein Biss ins Mundstück, und durch den Schlauch, der über der Schulter hängt, strömt das Getränk in den Mund. Gut sitzen sollte der Rucksack natürlich auch, damit er beim Laufen nicht stört.

          Drei solche Rucksäcke wurden während der Vorbereitung auf einen Ultramarathon erprobt. Ein Ultramarathon ist länger als die Marathondistanz von 42,195 Kilometer. Der längste Ultra in Deutschland führt über 320 Kilometer von Wiesbaden nach Bonn über den Rheinsteig.

          Salomon Agile 12
          Salomon Agile 12 : Bild: Hersteller

          Mit seiner eineinhalb Liter fassenden Trinkblase ist der Salomon Agile 12 ein sportlicher Minimalist. Doch das Fassungsvermögen ist beim Langstreckenlaufen nicht so wichtig. Was zählt, ist: Wie gut lassen sich die Durststrecken zwischen zwei Füllstationen überbrücken? Als Richtwert gilt: Wir verbrauchen beim Laufen je nach Witterung etwa 0,7 Liter Wasser in der Stunde. Die anderen beiden Systeme bunkern jeweils drei Liter Wasser. Wer die Blase des Salomon zu klein findet, kann den Rucksack mit einer anderen umrüsten. Der rund 80 Euro teure Salomon ist für den Sport gefertigt: dünner Ripstop-Stoff, kleine Verschlüsse und eine kompakte Bauweise. Er wiegt etwa 380 Gramm. Platz hat er trotz seiner flachen Form mit 12 Liter Volumen genug. Er klammert sich dank des guten Gurtsystems fest an den Rücken, was ihn besonders für temporeiche Wettkämpfe interessant macht. Die Gurte sind luftdurchlässig und saugen wenig Schweiß auf. Sowohl die Stirnlampe in der Hüfttasche als auch Windjacke und Müsliriegel in den Seitenfächern sind problemlos zu erreichen. Das spart Zeit und nervige Zwangspausen. Auch die Trekkingstöcke finden ihren Weg in die Halterung, ohne dass man den Salomon Agile abnehmen muss.

          Camelbak Octane 18x
          Camelbak Octane 18x : Bild: Hersteller

          Eine Halterung für Stöcke hat auch der Camelbak Octane 18x (etwa 90 Euro, 17 Liter Volumen). Aber schon nach eineinhalb Stunden ist Schluss mit der guten Läuferlaune: Plötzlich tippt etwas auf den Oberschenkel. Runter mit dem Rucksack! Der Deckel des Hauptfachs hängt von den Stöcken gezogen herab. Was ist da schiefgelaufen? Die an der Halterung befestigten Trekkingstöcke haben durch die Bewegung beim Laufen den oben in der Mitte zusammengeführten Doppelreißverschluss aufgezogen. Nun ist der Rucksack offen und die Regenhose weg. Einen solchen Reißverschluss mit zwei Schiebern zieht man besser seitlich bis ans eine Ende. (Das wissen auch Motorradfahrer, denen der Fahrtwind einen Rucksack sonst aufwirbeln kann.) In den nächsten Stunden taucht das Problem prompt nicht mehr auf - die Regenhose aber auch nicht.

          Schade, denn der Camelbak ist ein guter Kompromiss zwischen Platzangebot und sportlichem Sitz. Das Gewicht ist gut verteilt, egal, ob nur leicht bepackt oder für eine Tagestour vollgefüllt. Das Gurtsystem hält ihn fest am Rücken, und ist belüftet, wie das des Salomon. Dank leichtem Ripstop bringt er nur 440 Gramm auf die Waage. Nasse Regenkleidung oder zusätzliches Gepäck nimmt eine Netztasche hinter einem Reißverschluss auf. Wieder stören die Trekkingstöcke, die quer über dieser Tasche liegen sollten, das aber nur unter Zwang tun. Die Trinkblase ist die Stärke Camelbaks. Sie lässt sich durch eine kurze Verschlussdrehung öffnen und auffüllen, nachdem der Schlauch entfernt und die Blase aus dem Rucksack genommen wurde. Von allen Herstellern wird ausschließlich Wasser als Füllung empfohlen. Zuckerhaltige Getränke verstärken die Bakterienbildung und hinterlassen Rückstände. Auf Kohlensäurehaltiges sollte generell verzichtet werden, durch die Bewegung bleibt vom Prickeln sowieso nichts übrig.

          Source Race 3l
          Source Race 3l : Bild: Hersteller

          Ein Querfeldeinlauf mit dem Source Race 3l: Regen weicht den Feldweg auf, und Matsch fliegt von den Sohlen. Wir werden schneller, und der Rucksack wehrt sich gegen die Bewegungen schaukelnd zwischen den Schulterblättern. Das gibt Punktabzug. Durchnässt muss der Läufer nun aber fix etwas Trockenes anziehen, damit er auf den letzten Kilometern nach Hause nicht auskühlt. Dafür hat er ja schließlich seinen Rucksack dabei. Laut Werbung soll der etwa 90 Euro teure Source Race 3l für Läufer, Wanderer und Biker gleichermaßen praktisch sein. Ein großes Netz-Mittelfach zeigt, dass er Radfahrer besonders mag. Eigentlich ist es ein Netz für Fahrradhelme, wird aber nach dem kräftigen Schauer kurzerhand zum Regenjackenfach, in dem die nassen Sachen trocknen können.

          Für schnelle Langstreckenläufe ist der Source Race mit seinen 870 Gramm kaum zu empfehlen, aber er ist ein guter Tagesrucksack mit 15 Liter Volumen. Ein kantiges Design und das feste Gurtsystem mit großen Verschlüssen verstärken den robusten Eindruck. Auf Wanderungen spielt er die Vorteile einer 3-Liter-Trinkblase mit funktionalem Mundstück aus. Fürs Klettern könnte man Helm und Seil über dem Mittelfach festmachen.

          Nach den Läufen werden die Tanks für ein paar Tage bewusst vergessen, um zu sehen, wie sie das vertragen. Tatsächlich ist die Pflege bei allen drei unkompliziert. Es bildet sich kein Schimmel, und auch Geschmacksveränderungen sind nicht festzustellen. Damit das auch lange so bleibt, lohnt sich ein kurzes Trockenwischen nach jeder Benutzung. Die Blase des Camelbak hat praktische Abstandshalter, die sie offen halten. So kann sie an einem kleinen Bügel (im extra Reinigungsset) trocknen.

          Bei den Schläuchen ist es schwieriger, Rückstände herauszubekommen, aber auch wichtiger, denn wer seinen Schlauch nicht pflegt, hat bald Schimmel im System. Am besten dreht man den Schlauch ohne Mundstück ein paar Mal kräftig in der Hand, so dass die Zentrifugalkraft die Tropfen heraustreibt. Was übrig bleibt, sollte in der Sonne trocknen oder mit einer Bürste entfernt werden. Das klappt bei allen dreien gut.

          Der Spendenlauf

          Der längste Non-Stop-Lauf Deutschlands dient einem guten Zweck: Der „Wiesbaden-Bonn-Landschaftstrail“ über 320 Kilometer ist ein Extremlauf, für den sich 60 Läufer angemeldet haben, unter ihnen auch F.A.Z-Redakteur Nils Thies. Der Lauf findet vom 3. bis 7. Juni statt. Spenden für die Patenschaft einzelner Kilometer kommen dem Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ zugute, das unter anderem ein Waisenhaus in Nairobi unterstützt. Weitere Informationen unter faz.net/Spendenlauf.

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