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Technik : Schnelle Flitzer, nicht nur für Kinder

Auf dem Teppich geblieben - die gute alte Rennbahn Bild: dpa

Die Autorennbahn ist in der Ära des Mikrochips angekommen. Im Kampf gegen Xbox, Playstation und Konsorten drohte sie unter die Räder zu kommen. Carrera, Tecnitoys und Scalextric. Drei Pakete im Vergleich.

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          In der dritten Runde die Katastrophe: Der Ferrari F2002 überschlägt sich und bleibt kopfüber mit dem Hinterrad an der Leitplanke hängen. Sein Fahrer schimpft: "Du bist schuld!" Das läßt sein kleiner Bruder, der seinen schwarzen McLaren unter dem Sofa hervorholt, nicht auf sich sitzen: "Nein, du!" Zu wild gedrängelt oder zu frech ausgebremst - in den zehn Sekunden, die es dauert, die Formel-1-Boliden wieder auf die Piste zu stellen, läßt sich die Frage, wer den Unfall verursacht hat, nicht eindeutig klären. Jeder hat seine eigene Sicht der Dinge. Wie im richtigen Leben.

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

          Wie in der Wirklichkeit wächst mit zunehmender Verkehrsdichte und rüpelhafter Fahrweise die Unfallgefahr. So gesehen ist die Autorennbahn realitätsnah wie nie. Jetzt ist sie in der Ära des Mikrochips angekommen, und es war auch Zeit: Seit Jahrzehnten schon fahren die von einem Kiel in der Spurrille gehaltenen elektrischen Wägelchen im Kreis herum, das alte System mit nur einem Auto je Spur hatte sich ein wenig abgenutzt.

          Die Rennbahn drohte unter die Räder zu kommen

          Im Konkurrenzkampf gegen Xbox, Playstation und Konsorten um den Platz in Kinder- und Wohnzimmer drohte die Rennbahn unter die Räder zu kommen. Aber nun gibt es sie gleich von mehreren Anbietern runderneuert mit digitaler Steuerung und einer neuen Zukunft.

          Die Elektronik tut dem traditionsreichen Spielzeug gut. Das schlichte Gasgeben mit dem Handregler ist nicht mehr alles. Endlich ist es möglich, mit mehr als zwei Wagen gleichzeitig auf zwei Spuren zu fahren, kann beliebig oft zwischen Innen- und Außenbahn gewechselt werden. Dazu gibt es spezielle Fahrbahnstücke für den Spurwechsel, die der Fahrer per Knopfdruck an seinem Regler ansteuern kann, wenn sein Wagen auf die Weiche zufährt.

          Windschattenrennen und Verfolgungsjagden

          Das führt zu Windschattenrennen, Verfolgungsjagden und Überholmanövern, bei denen man sich blitzschnell dem Gegner vor die Nase manövriert. Da braucht es einen guten Riecher, Besonnenheit und strategisches Geschick, um sicher über die Runden zu kommen. Die kleinen Renner im Maßstab 1:32 sind schneller, als die Schwerkraft erlaubt, und mit dem Gewusel auf der Piste steigt das Crash-Risiko enorm. Spielunterbrechnungen sind deshalb viel häufiger als bei den bisherigen Anlagen. Das ist die Kehrseite des Fortschritts.

          Wir haben uns Produkte verschiedener Anbieter in handelsüblichen Komplettpackungen angesehen (gewusst wie Drei Pakete mit Ausstattung und Preisen). Sowohl die deutsch-österreichische Marke Carrera als auch Tecnitoys aus Spanien und Scalextric aus England lassen in China herstellen. Erfreulicherweise ersparen sie dem Kunden lange Gebrauchsanweisungen, denn die Handhabung ist trotz komplizierterer Technik einfach geblieben.

          Carrera wirkt nobler und schnurrt mit vornehmem Sound

          Neu ist nur, daß die einzelnen Fahrzeuge zunächst codiert beziehungsweise programmiert werden müssen, um sie bestimmten Handreglern zuzuordnen. Das Verfahren dafür ist bei jedem Fabrikat anders, aber dennoch jeweils eine simple Angelegenheit. Mit kleinen Schwachpunkten, die offenbar systembedingt sind, kann der Normalspieler leben: An den Weichenzungen gibt es Stellen ohne Stromversorgung; kommt ein Wagen genau dort zum Stehen, muß er mit der Hand angeschoben werden. Und: Wird ein entgleister Renner wieder auf die Bahn gestellt, kann es passieren, daß er von selbst ein Stück fährt.

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