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Strom gegen Kohle : Duell mit dem Grillmeister

Bild: Andreas Brand

Im Winter steht man mit dem OptiGrill in der Küche, im Sommer auf dem Balkon. Das Gerät sagt, wann das Fleisch durch ist. Gegen den Kohle-Profi hatte unser Autor beim Wettgrillen dennoch keine Chance.

          3 Min.

          In einer Zeit, in der das Wetter kaum noch zulässt, draußen im Garten sein Bierchen zu öffnen und den Grill anzuwerfen, kommt dieses Produkt von Tefal gerade recht. Der OptiGrill ist ein 200 Euro teures Küchengerät, das noch nicht einmal Betreuung braucht. Er entscheidet selbst, wann das Fleisch „blutig“, „medium“ oder „gut durch“ ist, und gibt rechtzeitig Bescheid. Vorher muss man dem Grill lediglich sagen, was gerade zwischen den beiden Deckeln liegt. Wie dick das Steak, die Würstchen oder der Fisch sind und wie viele Stücke darauf liegen, erkennt er selbst. Und zwar über den Abstand zwischen den beiden Platten, der über einen Winkelmechanismus im Fuß des Gerätes gemessen wird.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tefals OptiGrill hat unabhängig von dieser Automatik einen entscheidenden Vorteil gegenüber offenen Elektrogeräten, die manche als Ersatz für den Holzkohlegrill betreiben. Er brät das Grillgut von beiden Seiten. Dadurch bleibt das Fleisch saftiger, weil es nach kurzer Zeit oben und unten „verschlossen“ wird. Zudem verkürzt sich die Grillzeit. Am deutlichsten wird dies, wenn man kein Programm, sondern „manuell“ wählt. Dann hält das Gerät konstant die Temperatur von etwa 250 Grad Celsius. Ein drei bis vier Zentimeter dickes Lammhüftsteak war nach nur zehn Minuten „well done“. Normalerweise brauchen wir dafür in der Pfanne bis zu zwanzig Minuten.

          Das Tefal-Produkt entspannt mit seiner Automatik das Grillerlebnis erheblich. Es ist sehr gut planbar und läuft immer nach dem gleichen Muster ab. Anschalten, Fleischsorte auswählen, OK drücken. In etwa fünf Minuten hat der OptiGrill die geeignete Betriebstemperatur. Jetzt nur noch die Klappe auf, Fleisch drauf und wieder zu. Die Steaks werden erst einmal kräftig angebraten, was man deutlich hört. Es zischt kräftig, die Höchsttemperatur gleich am Anfang sorgt für eine ordentliche Kruste. Damit diese Temperatur erst einmal gehalten wird, misst ein kleiner Bolzen unterhalb der oberen Schale die Temperatur, die sich aufgrund des kühleren Grillguts erst einmal absenkt und somit wieder gehoben werden muss.

          Der bunte Farbkreis des OptiGrill sagt, wann das Fleisch roh, medium oder durch ist
          Der bunte Farbkreis des OptiGrill sagt, wann das Fleisch roh, medium oder durch ist : Bild: Hersteller

          Für unsere zwei Rinderhüftsteaks - etwa zwei Zentimeter dick - meldete der OptiGrill nach zwei Minuten und zwanzig Sekunden „blutig“ mit entsprechendem Signalton und gelbgefärbtem Kreis am rechten Rand des Griffs. „Medium“, passend in Orangefarben, war es nach vier Minuten und vierzig Sekunden. Der Grill fährt nach dem „Blutig“-Modus die Temperatur merklich herunter. Denn „well done“ piepste das Gerät erst nach fast neun Minuten. Zum Vergleich: Die nächsten beiden Hüftsteaks mit der gleichen Dicke brauchten im Manuell-Modus nur etwa fünfeinhalb Minuten, um gut durch zu sein. Auch Fisch gelingt gut. Wir hatten sechs schmale, etwa vier Zentimeter dicke Lachsfiletstreifen aufliegen, die nach neuneinhalb Minuten perfekt durchgegart waren.

          Während des Vorgangs spritzt das Fett erheblich weniger als in einer Pfanne und auf einem offenen Grill. Dennoch finden sich einige Fettspritzer links und rechts des Gerätes. Auch dampft es zwischen den Platten heraus. Ziemlich praktisch hat Tefal den Ablauf konstruiert. Die Grillfläche ist etwa sieben Grad geneigt, sodass das sich lösende Fett - von der Rippenkonstruktion geleitet - nach vorne abläuft. Dort steckt eine kleine Auffangschale, die sich abnehmen lässt. Ölt man die Grillfläche ein, kann es sein, dass sich ein üppiges Steak leicht in Bewegung setzt, wenn man es auflegt. Verhindern sollen das ein paar kleine Noppen. Das funktioniert ganz gut, dennoch ist Vorsicht angebracht, damit das Fleisch nicht in der Auffangschale endet.

          Die Grillfläche ist laut Tefal 600 Quadratzentimeter groß. Das reichte im Test jeweils für drei Lammhüftsteaks, zwei Rindersteaks, sechs Lachsfiletstücke oder vier Bratwürste. Die letztgenannten waren im Übrigen unser erster Probant und haben uns zunächst verzweifeln lassen. Nach sage und schreibe 26 Minuten erreichten wir die Stufe Gelb, fünf Minuten später die nächste Stufe und erst nach insgesamt 41 Minuten die Stufe Rot. Frau und Kind sahen währenddessen auch fast rot, weil sie hungrig vor dem Grill saßen. Dafür hatten die vier Lammbratwürste eine schöne feste Haut, waren nicht zu dunkel und im Innern noch saftig. Das wird eben durch die niedrige Temperatur erreicht, die ihre Zeit kostet. Ansonsten würden die Würste am Anfang gleich aufplatzen und der Saft austreten.

          Der OptiGrill lässt nichts anbrennen. Nach der letzten Garstufe schaltet er automatisch in die Warmhaltefunktion. Umgekehrt kann man ihn auch zum Auftauen nutzen. Dafür ist eine eigene Taste vorgesehen. Die Möglichkeiten, das Produkt einzusetzen, sind vielfältig. Die auf der Front aufgeführten Lebensmittel sind Rindfleisch, Hamburger, Sandwich, Fisch, Geflügel, Würste oder Schweinefleisch. Vegetarier könnten Gefallen daran finden, Gemüse, Tofu oder Grillkäse aufzulegen. Der Winter kann also kommen.

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