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Stiftung Warentest : Gute Fahrradschlösser für wenig Geld

Der von Dieben bevorzugte Klassiker: der Bolzenschneider Bild: Stiftung Warentest

Wer sich ein teures Fahrrad kauft, spart meist auch nicht beim Schloss. Das muss aber nicht sein. Die Stiftung Warentest hat 30 Fahrradschlösser getestet - und die guten waren nicht nur die teuren.

          2 Min.

          Es ist Frühling, also es ist wieder an der Zeit, das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Das nervige Parkplatzsuchen mit dem Auto entfällt. Man kann sein Rad abstellen, wo man will. Doch diese Freiheit hat Grenzen. Das Fahrrad sollte an einen Pfosten angeschlossen werden und das Schloss sollte möglichst viel Widerstand leisten, wenn ein Dieb versucht, es zu knacken.

          Bei guten Schlössern dauert dies länger. Und da Diebe keine Zeit haben, weil dann das Risiko aufzufallen steigt, kann auch ein nicht hunderprozentiger Schutz ausreichend sein. Es geht meist um wenige Minuten. Nichtsdestotrotz: Wer sich schon mal auf Youtube entsprechende Videos angeschaut hat, weiß, dass kein Schloss sicher ist. Jedes lässt sich knacken.

          Also dürften bisher die meisten Fahrradbesitzer nach dem Motto eingekauft haben: Je teurer, desto sicherer. Die Stiftung Warentest hat in ihrem neuesten Test nun herausgefunden, dass diese Kausalität nicht immer gültig ist. Unter den 30 getesteten Fahrradschlössern bekamen auch preiswerte Schlösser ab 25 bis 30 Euro das Urteil „gut“. Getestet wurden Bügel-, Falt-, Ketten- und Panzerkabelschlösser. Darunter waren auch Produkte für 125 Euro.

          Eine Erkenntnis des Tests: Viele einfache Fahrradschlösser ließen sich nach wenigen Sekunden knacken. Dabei müssen die Diebe allerdings „schwere Bolzenschneider“ oder „scharfe Sägen“ benutzen. Das tun sie laut Stiftung Warentest nicht selten. Mehr als 300.000 Fahrräder werden im Jahr geknackt. Während des Tests nahmen sich die Tester zwei mögliche Schwachstellen vor: Entweder versuchten sie, mit Werkzeugen das Material durchzutrennen. Oder sie machten sich an den Schließmechanismus. Und das bei jedem Produkt an je zehn Exemplaren.

          Testsieger Abus uGrip Plus 501

          Eines gilt nach den Erkenntnissen aus dem Test immer noch: Bügelschlösser sind nach wie vor am sichersten. Testsieger mit der Note 1,9 wurde das uGrip Plus 501 von Abus für 83 Euro. Nicht viel unsicherer (Note 2,0), aber dafür um einiges günstiger sind die beiden Schlösser Fischer „Safe“ und Zéfal K-Traz U14 für jeweils 30 und 36 Euro. In dieser Kategorie gibt es sogar zwei Schlösser mit „Mangelhaft“. Diese wurde allerdings abgewertet, weil die Schadstoffbelastung zu hoch war. „Die Schlösser enthalten in ihren Kunststoffbeschichtungen relativ hohe Anteile des problematischen Weichmachers Diethylhexylphthalat (DEHP)“, so die Stiftung Warentest.

          Betrachtet man nur den Prüfpunkt „Aufbruchsicherheit“ schnitten zwölf der 30 Modelle mit „gut“ ab. Darunter auch das Kettenschloss Axa Cherto Compact 95 für nur 25 Euro. Die Tester setzten sich im Übrigen ein Limit: 180 Sekunden lang musste das Schoss sich wehren. Das schaffte nicht jedes. So hielt etwa das „Sekura Locks for life“ keine drei Minuten durch.

          Das Rad am Pfosten anbinden

          Und was die Tester des Weiteren herausfanden: „Die auf Dauer größten Feinde einer Fahrradsicherung sind neben Dieben auch Dreck, Rost und verbogene Schlüssel.“ Als Beispiel nennen sie die wenigen stabilen Schlüssel von M-Wave, Rex und ein Kettenschloss von Fischer. Das Abus Bordo Big 6000 sorgt für Probleme, weil feiner Sand in den Zylinder dringen kann und dieser nur schwer zu entfernen ist. Andere Produkte wie das Axa Cherto 100 rosten wiederum stark.

          Es ist also möglich, sein Rad einigermaßen sicher abzuschließen. Unter einer Bedingung, die die Stiftung Warentest nicht müde wird zu erwähnen: Das Fahrrad muss an einem stabilen Pfosten, Zaun oder Straßenschild festgekettet sein. Sonst nützt das beste Schloss nichts.

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