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Staubsauger im Vergleichstest : Saugen können sie alle, aber ...

Für zu Hause ungeeignet: Industriestaubsauger Bild: AFP

Für die Wahl des richtigen Staubsaugers werden zunehmend Kriterien wie Handhabung, Zubehör und Lautstärke wichtig. Mit etlichen Modellen sind wir über Teppich und Parkett gefahren.

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          Manchmal lehrt die Erfahrung, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. Als die EU durch eine Verordnung die Leistung von Staubsaugern begrenzt hatte, hagelte es Proteste, und auch wir haben deutliche Worte gefunden. Seit September des vergangenen Jahres ist die zweite Stufe in Kraft, mehr als 900 Watt darf sich der Sauger seitdem nicht mehr genehmigen. Passiert ist dadurch exakt nichts – Dirigismus ist es natürlich trotzdem.

          Marco Dettweiler
          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dass die Obergrenze praktisch bedeutungslos ist, hat seine Gründe. Es gibt eine Reihe von Ausnahmen, vor allem aber wird ein stärkerer Motor gar nicht gebraucht, um gute Ergebnisse zu erzielen. 2000 Watt und mehr sind Zeugen einer Zeit, in der die Hersteller mit viel Strombedarf eine hohe Leistung suggerierten und die Kunden das auch noch glaubten. Tatsächlich wird viel davon in Wärme umgesetzt. Mit wie wenig Energie Staub und Schmutz aufgenommen werden können, zeigen heute viele Akkumodelle, denn wichtiger als Motorkraft ist die Gestaltung der Luftführung.

          Woran lässt sich also ein guter Staubsauger erkennen? Früher wurde die Saugleistung oft in Millimeter Wassersäule angegeben. Das sagt indes höchstens etwas darüber aus, wie heftig sich das Gerät am Teppichboden festsaugt. Interessant wäre dagegen der Unterdruck bei einem bestimmten Volumenstrom. Als Orientierung für den Verbraucher gibt es stattdessen das bekannte bunte Label. Es ist in seiner Aussagekraft vergleichbar mit den Verbrauchsangaben von Autos. Die standardisierte Reinigungsleistung lässt sich für den Normalbürger schlecht nachmessen, aber der Energieverbrauch. Wenn er zu stark abweicht, kann das ein Grund sein, das Gerät zurückzubringen.

          Mit diesem Zubehör von Rowenta gelingt die Sofareinigung gut. Bilderstrecke

          Technik und Motor hat immer wieder Staubsauger unterschiedlicher Kategorien im Test. Die gute Nachricht: Keiner saugt richtig schlecht. Das Prinzip ist ohnehin seit mehr als einem Jahrhundert gleich: Ein Gebläse erzeugt einen Luftstrom, und was hinten ausgestoßen wird, muss vorn angesaugt worden sein. Bevor sie austritt, passiert die Luft einen oder mehrere Filter. Das ist im klassischen Fall ein Beutel, der einfach im Müll entsorgt wird, wenn er voll ist. Ein Papierbeutel als Hauptfilter ist sauber, falls er frühzeitig gewechselt wird, hat aber auch Nachteile: Mit zunehmendem Füllstand verringert sich die Saugleistung, und die Filter gehen mit der Zeit ins Geld. Vor allem aber sieht sich der Kunde einer verwirrenden Vielfalt gegenüber, und es sind just dann keine passenden mehr da, wenn sie gebraucht werden.

          Kein Wunder also, dass beutellose Zyklon-Staubsauger immer beliebter werden. Die angesaugte Luft wird in einer oder mehreren Stufen in eine Drehbewegung versetzt und beschleunigt, durch die Zentrifugalkraft wandert der Staub nach außen und von dort in einen Auffangbehälter. Den zu leeren ist freilich nicht für jeden ein Vergnügen und je nach Konstruktion eine staubige Angelegenheit – je verwinkelter, desto schlechter.

          Unappetitlich ist auch das Leeren jener Modelle, die zwar ebenfalls keinen Beutel, aber dafür ein Wasserbad haben, durch das die Luft gezogen wird. Darin findet sich nach jedem Gebrauch eine gräulich-schleimige Masse, wenigstens staubt es nicht. Jedenfalls haben unsere Haushaltshilfen, kommentarlos vor die Wahl gestellt, den Zyklon bevorzugt. Aber das ist wohl eine Frage der Gewöhnung. Vorteilhaft ist wiederum, dass auch in Maßen feuchter Schmutz aufgesaugt werden kann. Ein Nasssauger, wie er häufig in der Industrie verwendet wird, ist so etwas deshalb noch nicht.

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