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Staubsauger mit Akku : Saugen ohne Strippe und Beutel

Dyson mit Schnorchel, damit auch unter Schränke kommt Bild: Hersteller

Vor allem das Strippenziehen beim Durchmarsch mit dem Staubsauger in der Wohnung nervt. Deshalb haben wir mal zwei Geräte mit Akku und ohne Kabel getestet.

          4 Min.

          Wenn schon kaum ein Handwerker mehr nach der Steckdose fragt, weil seine Werkzeuge akkubetrieben sind, warum sollte das nicht auch mit Hausgeräten gehen? Vor allem das Strippenziehen beim Durchmarsch mit dem Staubsauger in der Wohnung nervt den Hausmann. Wenn man der Werbung glauben darf, bieten die Hersteller hier saubere Lösungen an, die zudem ohne Beutel auskommen. Zwei davon haben wir uns einmal etwas näher angeschaut.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Athlet von Bosch ist ein kabelloser Handstaubsauger, der trotz seiner nur 200 Watt Leistung in der Schmutzaufnahme einem konventionellen mit 600 Watt nicht nachsteht, verspricht der Anbieter, ganz offiziell gemessen nach EN 60312 und verglichen mit einem Modell aus dem eigenen Sortiment. Das fünf Kilogramm schwere Gerät hat eine Düse mit Bürste, die nicht zwischen Parkett und Teppich umgestellt werden muss, und drei Stufen. Das flexible Düsengelenk soll Stellen unter Möbeln besser erreichbar machen, es schlackert freilich für unseren Geschmack etwas locker herum. In Fugen und unter Schränke kommt man damit nicht, dafür gibt es Sonderzubehör. Wer es trotzdem versucht, verkratzt leicht das Gerät und kommt trotzdem nicht weiter. Beim Saugen fällt auf, dass der Handgriff elastisch nachgibt. Das hat weiter keine Auswirkung, das Gerät macht insgesamt einen gut verarbeiteten Eindruck.

          Verblüfft waren wir über die Reinigungsleistung schon in der ersten Stufe, die nach einer kurzen Verzögerung startet. In vielen Fällen ist sie vor allem auf glatten Böden völlig ausreichend. Der Athlet arbeitet dabei erfreulich leise, aber ob wir ihn neben dem schlafenden Tiger aus der Werbung anwerfen würden, wissen wir nicht. Dass das Raubtier von der zweiten Stufe geweckt würde, ist gewiss. Die Bürste in der Düse, die zum Reinigen mit einem Handgriff entfernt werden kann, wird dann elektrisch angetrieben, und die Laufzeit verringert sich von gut einer Stunde auf etwa eine halbe. Wenn sie am Drehen gehindert wird, etwa im hochflorigen Teppich, bleibt die Bürste stehen. Das kann man mit der Hand provozieren; wer es in Stufe drei versucht, verbrennt sich die Finger, die sparsam mit Borsten besetzte Bürste schert sich dann nicht mehr um Widerstände.

          Boschs Athlet wirkt robust und erwachsen
          Boschs Athlet wirkt robust und erwachsen : Bild: Hersteller

          Damit haben wir jeden Schmutz vom Boden bekommen, die Laufzeit des etwa 2,15 Amperestunden fassenden Lithium-Ionen-Akkus halbiert sich dann abermals. Der Ladezustand wird durch LED angezeigt. Kurz vor Ende der Schaffenskraft blinkt sie, Geräusch und Saugkraft lassen nach. Da die dritte Stufe kaum gebraucht wird, sind wir für einen Haushalt mit 134 Quadratmeter Grundfläche mit einer Akkuladung ausgekommen. Das ist auch gut so, denn das kleine Ladegerät braucht rund vier Stunden, bis die LED anzeigt, dass der Stromspeicher wieder voll ist. Das Volumen des Staubbehälters ist mit 0,9 Liter völlig ausreichend, er lässt sich erfreulich leicht entnehmen und leeren. Der Filter kann ausgewaschen werden, das Trocknen dauert dann einen Tag. Das ist aber nicht nach jedem Gebrauch notwendig. Der Athlet mit 25,2 Volt (es gibt auch eine Ausführung mit 18 Volt) kostet laut Anbieter 329 Euro, der Straßenpreis liegt darunter, wir haben ihn im Handel schon ab 223 Euro gefunden. Für das empfehlenswerte Zubehörpaket mit Düsenset und Saugschlauch sind weitere rund 70 Euro fällig.

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