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Stand-up-Paddeln : Mit aufblasbaren Boards zum Breitensport

Luftveränderung: Mit dem aufblasbaren SUP-Brett ist Bewegung in den Markt gekommen. Der Variantenreichtum ist verblüffend. Bild: UPL

Die Begeisterung für das Stand-Up-Paddeln lässt nicht nach. Aufblasbare Boards dominieren den Markt, zwischen 900 und 1600 Euro kostet ein SUP-Board. Bei all den Varianten lohnt sich das nähere Hinsehen.

          Es ist wie Gehen im Stehen. Fortbewegung in Schrittgeschwindigkeit, zu Fuß übers Wasser. In der gesamten Menschheitsgeschichte vermochte das nur ein Einziger überzeugend zu praktizieren, vor langer Zeit auf dem See Genezareth. Heute sind viele dazu in der Lage, und es werden immer mehr.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Die Rede ist vom „Stand-up-Paddling“, kurz SUP. Das „SUPen“ ist in Mode, überall wird geSUPt, die Zahl der SUPer und SUPerinnen wächst. Sprachlich gesehen tut das weh, dem Körper tut es gut. Sehr einfach zu erlernen ist es außerdem. Sobald ein Kind schwimmen und stehen kann, ist es fürs Stehpaddeln bereit, wirbt die Branche. Und solange ein Mensch im Alter noch stehen und schwimmen kann, spricht weiterhin nichts dagegen, fügt sie hinzu.

          Wie albern, dachte mancher, als von Amerika her die SUP-Welle herüber zu schwappen begann. Eine kurzlebige Strömung, ein zum Trendsport erklärter Quatsch, der rasch wieder verschwinden werde. Dass es nicht so kam, sondern stattdessen ein Paddelboom einsetzte, lag vor allem am Aufkommen der aufblasbaren Variante des SUP-Boards vor rund sechs Jahren. Das iSUP (das i steht für inflatable) passt zusammengerollt in einen größeren Rucksack, was im Vergleich zu harten, massiven Brettern Transport und Lagerung erheblich vereinfacht. Das ganze Paket mitsamt Pumpe wiegt rund zwölf bis 15 Kilo. Zwischen 70 und 90 Prozent der in Deutschland verkauften Bretter entfallen auf die Aufblasbaren -  die Schätzungen der Fachleute gehen auseinander.

          Stehpaddeln hat das Zeug zum Breitensport

          Einig sind sie sich darin, dass ein Ende des Aufschwungs nicht in Sicht ist. Das Stehendpaddeln habe das Zeug zum Breitensport, heißt es. Verleih-Stationen, die Kurse und Touren in der Gruppe anbieten, gibt es mittlerweile zuhauf an Seen, Flüssen und Küsten. Unter den Neugierigen, die es ausprobieren, sind viele, die bis dahin keinerlei Bezug zum Wassersport hatten. Ihnen bietet das SUP die Gelegenheit, erstmals überhaupt das Gewässer vor der Haustür zu nutzen - ganz unkompliziert. „Viele haben anfangs Sorge, es nicht zurück aufs Board zu schaffen, wenn sie ins Wasser fallen“, sagt Eliane Drömer, Betreiberin einer SUP-Schule am Starnberger See in Bayern und Sprecherin der Marke Starboard. „Wer einmal hinunterfällt, ist anschließend entspannter.“

          Der Aufbau eines SUP-Boards am Beispiel der Deluxe-Bauweise von Starboard. Bilderstrecke

          Beim iSUP handelt es sich im Prinzip um eine getunte Luftmatratze, im Detail allerdings um ein gar nicht mal so simples, überraschend vielseitiges Ding. Sein Einsatzspektrum reicht vom Treibenlassen auf dem Badesee bis zum Racing. Es wird zum Spazierengehen auf dem Wasser genutzt, für ausgedehnte Touren, als Fitness-Alternative zum Joggen und Radfahren. Krafttraining und Yoga sollen auf dem Brett besonders effizient sein, weil der Körper zusätzlich dessen Bewegungen ausgleichen muss. Wildwasserfahren und Wellenreiten werden mittlerweile ebenfalls im Stehen mit langem Stechpaddel betrieben, Firmen-Events und Junggesellenabschiede als spritzige Tour inszeniert. Das Board dient als Beiboot für die Yacht, als Plattform zum Angeln.

          Durch das Angebot spezieller Kleidung versucht die Industrie, das „SUPen“ in einen Sport zu verwandeln, der das gesamte Jahr über betrieben werden kann. Extremsportler paddeln zwischen Eisbergen herum, befahren mitsamt Gepäck und Proviant das offene Meer, übernachten festgezurrt auf ihrem Brett. Für all das gibt es, wie man schon ahnt, unterschiedliche Bauarten. Und die Grenzen zwischen den Kategorien verschwimmen. Das macht es für den Kunden etwas unübersichtlich.

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