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Fahrbericht Burton Splitboard : Eins im Schnee und zwei im Berg

Bild: Dettweiler

Das Splitboard soll Abfahrten ebenso möglich machen wie Gipfeltouren. Hat ein Snowboarder damit den gleichen Spaß wie ein Skifahrer? Wir sind geteilter Meinung.

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          Mit dem Lift nach oben auf den Berg fahren kann jeder. Warum nicht mal zu Fuß gehen? Das Tourengehen wird immer beliebter, weil es etwas Ursprüngliches hat, umweltfreundlich ist und nichts kostet. Man wird konditionell gefordert und für die Abfahrt jenseits der Pisten ist Kurven im Tiefschnee garantiert. Das Vergnügen des Tourengehens bleibt Snowboardern normalerweise verwehrt. Mit einem Brett lässt sich nicht durch den Schnee stapfen. Es sei denn, man hat ein Splitboard an den Füßen. Wir wollten genau wissen, wie das funktioniert, und haben für eine Tour im Arlberger Skigebiet Warth-Schröcken das Family Tree Flight Attendant X von Burton ausgeliehen.

          Neben bekannten Snowboard-Marken wie Rossignol, K2 oder Rome SDS bieten noch einige kleine, auf diese Gattung spezialisierte Unternehmen wie Furberg, Voile-USA oder Plum solche Splitboards an. All diese Snowboards haben gemeinsam, dass sie sich der Länge nach teilen lassen. Die meisten sind an vier Scharnieren miteinander verbunden.

          Stabilität geben dem Board in geschlossenem Zustand jedoch die beiden Bindungen. Sie sind gewissermaßen Verbindungsglied fünf und sechs, weil sie wie üblich quer zur Fahrtrichtung, also über beide Teile hinweg, fest sitzen und bei Burton auf zwei Schienen geschoben und verriegelt werden. Für den Tourengeher-Modus zieht man sie einfach aus der Schiene heraus. Dann werden die vier Scharniere geöffnet, das Board zerfällt in zwei Bretter, die einem Paar Skier ähnlich sind. Was man nicht vergessen darf: Seiten tauschen, damit man beim Gehen nicht an den Scharnieren schleift. Nun gilt es, die Bindungen in Laufrichtung vorne auf die dafür vorgesehene Halterung zu setzen. Wie bei Skiern kann sich die Ferse beim Gehen nach oben bewegen. Burton hat dies gut gelöst. Ein Youtube-Video und eine Übung im Trockenen genügten, um die Handgriffe im Schnee schnell anwenden zu können. Dennoch ist es aufwendiger, zwischen Abfahrt- und Tourmodus zu wechseln als bei Skiern. Die beiden Bindungen müssen jedes Mal abgenommen werden, was im Tiefschnee stehend kein Spaß ist.

          Family Tree Flight Attendant X von Burton Bilderstrecke

          Für die nächste Aktion müssen Skifahrer und Boarder das Gleiche tun: Felle aufziehen. Die rutschfeste Unterlage aus Synthetikfasern, deren Struktur an einen dichten, haarigen Teppich erinnert und früher aus Seehundfell hergestellt wurde, wird auf die Unterseite der Bretter geklebt. Als Tourengeher steht man also irgendwo auf 2400 Meter Höhe im Tiefschnee, zieht erst einmal die Folie ab, die im Rucksack das Zusammenkleben der Felle verhindert. Dann wird vorne das Fell mit zwei Ösen eingehakt, der Länge nach behutsam aufgeklebt, ohne dass Falten entstehen oder die Kanten verdeckt werden, um es am Ende wieder einzuhaken. Seit einigen Jahren bieten Unternehmen wie Gecko Felle ohne Kleber an. Diese machen sich den physikalischen Effekt der Anhaftung zweier glatter Oberflächen zunutze. Viele werden diesen Effekt vom Kauf eines Smartphones kennen. Die Schutzfolie sitzt fest auf dem Bildschirm, ohne dass ein Kleber verwendet wird. Solche Felle lassen sich schneller auf- und abziehen sowie verstauen. Allerdings darf kein Schnee auf der Unterseite der Skier oder Snowboards festfrieren, sonst haften sie nicht mehr.

          Eine Sache fehlt noch

          Kann es endlich losgehen? Noch nicht. Für sehr steile oder eisige Passagen sollten bei Bedarf noch Steigeisen griffbereit sein, die zwischen Bindung und Brett montiert werden. Das sind Krallen aus Metall, die während der Tour schnell eingesetzt werden können, ohne dass man aus der Bindung steigen muss. Jetzt aber! Zwei Bretter, Bindungen, Felle und Steigeisen, das sollte reichen. Nein, eine Sache fehlt noch: Stöcke! Während des Aufstiegs sind sie unverzichtbar.

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