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Spezialnapf für Hunde : Schluss mit Schlingen

Futtersuche: Das Plastik im Napf ist die Hürde, die alles verlangsamt Bild: Spehr

Ein Spezialnapf für Hunde soll zur Entschleunigung beim Fressen führen. Erste Tests zeigen, dass die eingebauten Schikanen ihren Zweck erfüllen. Das Fressen dauert erheblich länger.

          Lisa ist ein sechs Jahre altes Jack-Russell-Mädchen mit mehreren Beschwerden, die sich allesamt um das Eine drehen: Sie ist hungrig. Für sie gibt es nie genug Futter. Sie leidet quasi rund um die Uhr, und der fortwährende Hunger hat schon zu den wildesten Abenteuern geführt. In ihrem Haushalt gilt sie als übergewichtig, und der Tierarzt ist auch dieser Meinung. Mit dem Hunger geht ein Problem einher, das viele Hundehalter kennen: Lisa ist ein Schlingfresser - wie ein Wolf, der gejagt hat und seine frisch erlegte Beute so schnell wie möglich herunterschlingt. Nun haben Wölfe einen flexiblen Schlingrachen und einen dehnungsfähigen Magen. Lisa hat stattdessen nachts häufig Magenschmerzen, obwohl sie ihr Futter in kleinen Portionen über den gesamten Tag verteilt bekommt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zur Abhilfe wird ein „Anti-Schlingnapf“ angeschafft. Es gibt ja unendlich viel Zubehör rund um den Hund, vielleicht taugt das was. Solche Näpfe enthalten blockierende Ringe oder Erhebungen in der Napfmitte. Das Feucht- oder Trockenfutter liegt inmitten der Erhebungen, und nun hat der Hund eine schöne Herausforderung: Er kann seine Nahrung nicht mehr „inhalieren“, muss langsam um die Blockaden herum fressen, die Nahrung sozusagen freilegen. Aus gedrosselter Fressgeschwindigkeit folgt automatisch eine erhöhte Speichelproduktion. Zu wenig Speichel beim Schlingen führt zu den beschriebenen Magenschmerzen.

          In der Tat zeigte sich schon beim ersten Ausprobieren vor einigen Monaten: Die Schikanen erfüllen ihren Zweck. Und der Effekt hält weiter an. Im Vergleich von vorher und nachher sieht man sofort die Unterschiede. Hatte Lisa ihr Futter bis dahin innerhalb weniger Sekunden verschlungen, ist sie nun minutenlang mit dem Fressen beschäftigt. Die Zunge schubst Feucht- und Trockenfutter aus den Zwischenräumen heraus, nicht in jede Ecke kommt sie sofort, das Tier stöhnt und schmatzt, dabei wird der Napf vor- und zurückgeschoben, die Zeit für Nahrungsaufnahme ist deutlich erhöht. Mit dem Magen geht es jetzt auch besser. Das Ausprobieren eines solchen Napfs, der im Fachhandel keine 15 Euro kostet, kann also lohnenswert sein.

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