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Space X Hyperloop Pod : Raketen in der Röhre

  • -Aktualisiert am

Das Team aus Neufundland Bild: Reuters

Schnell wie der Schall in Kapseln reisen: So stellt sich Elon Musk die Zukunft des Transports vor. Nun hat ein Team der Technischen Universität München einen wichtigen Wettbewerb gewonnen.

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          Mit 482 km/h beim Start-Stopp-Sprint über eine Meile durch die Röhre: Damit hat das Team TUM Hyperloop der Technischen Universität München am 21. Juli in Hawthorne (Kalifornien) zum vierten Mal in Folge die Space X Hyperloop Pod Competition gewonnen. Bei dem Wettbewerb treten Uni-Teams aus aller Welt mit selbstentwickelten Einschienenfahrzeugen gegeneinander an. Die Prototypen sollen einen Ausblick geben auf die Zukunft des Schienen-Hochgeschwindigkeitsverkehrs der Zukunft.

          Wie diese Zukunft aussehen könnte, hat sich Elon Musk ausgedacht: Fahrzeuge mit dem Sitzplatzangebot von Großraumtaxis („Pods“) sollen mit hoher Unterschallgeschwindigkeit durch Röhren rasen, in denen ein Teilvakuum herrscht. Konkreter umrissen hat der mobilitätstechnische Tausendsassa seine Vision im August 2013 mit dem White Paper „Hyperloop Alpha“: Die maximale Reisegeschwindigkeit soll demnach bei rund 1100 km/h liegen, die Fahrzeuge schweben auf Luftkissen und werden von einem Linear-Induktionsmotor angetrieben.

          Bei ihrem Siegerfahrzeug von 2019, dem „Pod IV“, haben die Münchener stattdessen auf ein klassischeres System gesetzt: Acht Elektromotoren mit einer Spitzenleistung von zusammen 400 kW treiben Räder aus Aluminium an. Diese laufen auf einem Schienenprofil, nutzen allerdings nicht nur dessen Oberseite, sondern packen es auch an den Seiten und von unten, um den Schlupf so gering wie möglich zu halten. „Das ist so ähnlich wie bei der Achterbahn“, lacht Team-Manager Toni Jukic.

          Taxis der Zukunft sollen sich mit hoher Geschwindigkeit unter der Erde bewegen. Bilderstrecke

          Bei der Entwicklung hatte das Team zunächst auf Laufflächen aus Kunststoff gesetzt, schließlich aber das Rad-Schiene-System von Alu auf Alu gewählt: Der Rollwiderstand ist gering, dafür gibt es beim Bremsen „ordentlich Grip“, erklären die angehenden Ingenieure der TUM. Seine Energie bringt der 1,70 Meter lange, 50 Zentimeter breite und rund 70 Kilogramm schwere Pod selbst mit: Er hat Lithium-Polymer-Zellen an Bord, aus denen Antrieb und System gespeist werden.

          Ausgerichtet wird der Wettbewerb von Space X, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk. Denn die Verwirklichung der Einschienen-Röhrenbahn treibt der Unternehmer nicht selbst voran, sondern knapp ein Dutzend andere Unternehmen. Seine Finger im Spiel haben dürfte Musk allerdings, wenn es um die benötigte Infrastruktur geht: Schließlich hat er 2016 seine Tunnelbaufirma „The Boring Company“ gegründet. Dem war ein Tweet vorausgegangen, in dem er sich über den Verkehr in Los Angeles beklagte und ankündigte, mit einer Tunnelbohrmaschine „einfach loszugraben“.

          In den ersten Plänen sollte der Hyperloop in Röhren verkehren, die oberirdisch auf Stelzen entlang von bestehenden Verkehrswegen wie Autobahnen verlaufen. Auch die Prüfstrecke für die Competition auf dem Werksgelände von Space X ist so konstruiert: eine 1,2 Kilometer lange Röhre mit 1,83 Meter Durchmesser, in der eine Aluminiumschiene auf einem Bett verläuft, das Platten aus demselben Metall bilden. Die Röhre lässt sich an den Enden verschließen, für die Wettbewerbsfahrten wird dann ein Teilvakuum darin erzeugt.

          Das ist auf jeden Fall ziemlich cool

          Machen solche Projekte das Thema Schienenverkehrstechnik für junge Menschen heute so attraktiv, wie es lange Zeit vor allem bei der Automobiltechnik der Fall war? Dort weckt der international ausgetragene Konstruktionswettbewerb „Formula Student“ ja seit mehr als 20 Jahren Begeisterung. „Die hohen Geschwindigkeiten, die Schnittstellen zur Raumfahrttechnik, das ist auf jeden Fall ziemlich cool“ bestätigt Jukic. Und diese Stimmung treibt das rund 50-köpfige Team aus München an, das seit diesem Jahr von dem Verein Next Prototypes getragen wird. Beim Wettbewerb in Kalifornien waren insgesamt 35 Mitglieder der Mannschaft dabei.

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