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Wie Windräder recycelt werden : Dreh dich noch ein letztes Mal

Gefallener Stern: Etwa 20 Jahre währt die durchschnittliche Betriebszeit eines Windrads. Dann rücken Kräne und Bagger an, um die Anlage zurückzubauen. Bild: Gütersloh TV/ Hagedorn Management GmbH

Für Tausende Windräder läuft bald die EEG-Förderung aus. Viele Anlagen werden zurückgebaut. Doch wohin mit dem Abfall der riesigen Türme und Rotorblätter?

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          Wenn es um Umweltfreundlichkeit geht, ist der Anspruch an ein Windrad wohl ein doppelter: Die Anlage soll nicht nur grünen Strom liefern, sondern auch über ihr Ende hinaus vorbildlich sein. Von einem Windrad erwarten wir mehr als von einem alten Atommeiler. Und geht es nach Ralf Voßhenrich, dem Geschäftsführer des Abbruchservice der Unternehmensgruppe Hagedorn, dann brauchen Windräder den Vergleich auch nicht zu scheuen. Was in den Anlagen stecke, sei durch die Hersteller gut dokumentiert. Giftiges Isolieröl erwarte die Abbruchtrupps ebenso wenig wie Asbest. „Wir sind auch im Kraftwerkabbruch tätig, deshalb lassen Sie es mich es so formulieren: Im Vergleich zu einer Windkraftanlage ist so ein Kohlekraftwerk wirklich oft wie die Büchse der Pandora.“

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Trotzdem: Etwa 29.000 Windkraftanlagen drehen sich auf dem deutschen Festland. Doch damit dürfte der Höhepunkt erreicht sein. Noch in diesem Jahr fallen Tausende Anlagen aus der Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Allein in den nächsten drei Jahren betrifft das laut Berechnungen des Analyseunternehmens Nefino rund 9000 Anlagen. Nicht alle werden sofort zurückgebaut. Wo an gleicher Stelle durch verschärfte Abstandsregeln kein neues Windrad stehen darf, lohnt sich der Weiterbetrieb. Alternativ werden sie durch Repowering ersetzt: Die Betreiber bauen drei alte Anlagen ab, eine neue auf und können am Ende doch mehr Strom einspeisen, weil die Technologiesprünge so groß sind.

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