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Zu Besuch im Hafen Rotterdam : Im größten Nadelöhr Europas

Dieser Kosmos hält den Kontinent am Laufen: Der Hafen Rotterdam ist der größte Europas. Und als solcher ist er die zentrale Drehscheibe für alles, was in einen Container passt, Rohstoffe anliefert oder Energie bereithält. Bild: dpa

Egal ob Ozeangigant oder kleinstes Wasserstoffmolekül, durch Rotterdams Hafen müssen sie fast alle durch. Energiekrisen, Sanktionspakete und Containerstaus machen die Arbeit nicht leichter – aber erfinderisch.

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          Fußballfelder zählt man immer nur aus Verlegenheit. Ihr Soundsoviel signalisiert, dass eine Zahl eigentlich unvorstellbar groß ist und jemand einen letzten Versuch unternimmt, sie in etwas Vorstellbares zu übersetzen. Der Rotterdamer Hafen vereitelt dieses Unterfangen grandios. Er ist so groß wie 17.456 Fußballfelder, plus eine Spielhälfte, ungefähr. Die Container stapeln sich hier so hoch und weit, dass sie in der Ferne zu bunten Pixelbildchen zusammenschrumpfen, während der Bus mehr als 40 Kilometer über die Autobahn braust, um vom östlichsten Punkt des Hafens, im Herzen der niederländischen Metropole, bis an seine westliche Spitze zu kommen, wo er die Nordsee berührt. Vorbei an Containern, an Öltanks, Pipelines, Raffinerien, Werften, Windrädern, Schiffen.

          Anna-Lena Niemann
          Redakteurin im Ressort „Technik und Motor“.

          Bis 2004 galt der Rotterdamer Hafen als größter der Welt. Global kann sich China nun mit dem Titel schmücken, doch der größte Europas ist er immer noch. Und subtrahierte man alles, was mal durch ihn durchgelaufen ist, aus dem eigenen Haushalt heraus, wäre die Bude plötzlich ziemlich leer. „Made in China“ mag immer noch gelten. „Moved through Rotterdam“ aber ebenso. Nur sind die Zeiten auch für die wichtigste Drehscheibe des Kontinents keine leichten. Rotterdam ist riesig und nichtsdestotrotz ein Nadelöhr. Was auch immer die Welt umtreibt, eine Pandemie, gestörte Lieferketten, ein Schiff im Suezkanal, Krieg – hier zeigt es sich ziemlich unverstellt.

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