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Sneaker von Hess Natur : Wenn Chuck das wüsste

Der Schuh wie die Jeans: Sneaker aus Selvedge-Stoff mit Bio-Denim, allerdings aus Produktionsresten Bild: thwi.

Ein Sneaker im klassischen Basketballschuh-Format geht auch nachhaltig. Hess Natur macht Selvedge-Stoffreste aus der Jeansproduktion zu Alltagsschuhen.

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          1917 kam er auf die Welt. Ganz in Schwarz. So manche Frischzellenkur hat er erlebt und erweist sich weiter als topfit: Ganze Generationen laufen auf Chucks durchs Leben. Den nach dem Basketballspieler Chuck Taylor benannten und ehedem als Stiefel für diese Sportart gedachten Schuh gibt es längst in einer Vielzahl von Farben – der Hersteller Converse hat sogar eine Version mit züngelnden Flammen auf den Markt gebracht, traditionell gefertigt aus Baumwolle und Gummisohle. Nun gibt das Ökounternehmen Hess Natur dieser Ikone einen neuen Dreh.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Textilhändler mit Sitz in Butzbach in der Wetterau wartet mit einem Upcycling-Sneaker in Chuck-Form auf. Hess Natur lässt diese Alltagsschuhe nach eigenen Angaben aus besonderem Jeans-Gewebe und einer Mischung aus natürlichem Kautschuk und Korkresten für die Sohle fertigen. Um Upcycling handelt es sich demnach, weil der mit Ökodenim gefärbte Biostoff aus der Türkei aus den Resten der Produktion von Jeanshosen stammt. Aus Schnittüberschüssen mithin. Hess Natur lässt nach eigenen Angaben nur recyceln, was sicher für Umwelt und Mensch ist. Pre-Consumer-Waste nennt die Textilbranche so etwas gerne auch.

          Ungefärbte Biobaumwolle im Inneren

          Was der Kunde nun an Schnittresten zu sehen und zu spüren bekommt, kann sich gut sehen lassen. Der Schuh gibt dem Fuß trotz des weichen Stoffs viel Halt. Der Fuß kommt auch im Laufschritt nicht ins Schlingern, der Sneaker gewährleistet einen angenehmen wie sicheren Auftritt. Die Sohle erweist sich auch auf feuchtem Geläuf als ausreichend rutschfest. Das Innere ist mit ungefärbter Biobaumwolle gefüttert, die Einlegesohle besteht aus dem gleichen Material, wie es heißt. Der wesentliche optische Unterschied zu klassischen Chucks: Die Kappe über den Zehen besteht ebenfalls aus Jeansstoff statt aus Gummi.

          Jeanstyp: Im Gegensatz zum klassischen Chuck hat der blaue Hessen keine Gummikappe
          Jeanstyp: Im Gegensatz zum klassischen Chuck hat der blaue Hessen keine Gummikappe : Bild: thwi.

          Besonders ist das verwendete Jeans-Gewebe nicht allein wegen der Bioqualität. Der Sneaker besteht vielmehr aus sogenanntem Selvedge-Denim, aus dem Hess Natur hat Hosen schneidern lassen. Selvedge wird der gängigen Erzählung zufolge von Hand auf schmaleren Webstühlen gewoben als übliche Jeansstoffe. Für derartige Hosen spart der Hersteller die Webkante nicht aus, er verarbeitet sie im Gegenteil mit. Diese Webkanten markieren die Hersteller farbig. Indem die Hosenbeine einmal umgeschlagen werden, zeigt sich der farbige Faden. Manchen Trägern gilt er als Statussymbol.

          Wer es auf die Spitze treiben will, kann solche Jeans zu dem Upcycling-Sneaker tragen, den Hess Natur gemeinsam mit Langbrett entwickelt hat. Auch dieses Unternehmen schreibt sich wie Hess aus Butzbach Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen. Und wie auch bei anderen Biowaren üblich, ist der Sneaker teurer als ein herkömmliches Produkt. 99,95 Euro kostet der in Portugal gefertigte Schuh. Das erscheint aber angemessen.

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