https://www.faz.net/-gy9-81auq

Antwort auf AppleWatch : Auch noble Uhren werden smart

  • -Aktualisiert am

Sehen nicht nur smart aus: Uhren von Alpina, Casio und Frédérique Constant Bild: Hersteller, Häußermann

Sie sehen aus wie mechanische Uhren. Doch um die junge Kundschaft nicht an Apple und Co. zu verlieren, hat die Uhrenbranche Produkte entwickelt, die nicht nur technisch mit Smartwatches mithalten können.

          4 Min.

          Peter Stas ist sich sicher: „Die Smartwatch wird kein Ersatz für die mechanische Uhr sein, sondern vielmehr eine Ergänzung.“ Dennoch will der Gründer und Inhaber der Schweizer Uhrenmanufaktur Frédérique Constant das Thema Smartwatch nicht den großen Elektronikkonzernen überlassen, die schon dann von einer Uhr reden, wenn sie einen Minicomputer mit einem Armband versehen. „Wir wollten eine klassisch aussehende Uhr bauen“, sagte Peter Stas bei der Präsentation der Horological Smartwatch in Genf.

          Mit großem Engagement hat der gebürtige Niederländer, der gemeinsam mit seiner Frau Aletta das Unternehmen führt, bisher die uhrmacherische Kompetenz im eigenen Haus so weit vorangetrieben, dass man in der Lage ist, mechanische Uhrwerke zu entwickeln und zu bauen, weshalb sich die Marke Frédérique Constant mit der Bezeichnung Manufaktur schmücken darf.

          Doch mit seinem neuen Produkt zielt Stas klar auf den Quarzuhrenmarkt: „Wenn man bedenkt, dass von den 28 Millionen Uhren, die in der Schweiz im vergangenen Jahr gebaut wurden, 21 Millionen Quarzuhren waren, wird die Bedeutung klar.“ Hier rede man schon von einer namhaften Stückzahl, wenn man von diesem Kuchen auch nur einen einstelligen Prozentanteil gewinne. „Wir erwarten im Segment der Quarzuhren einen Paradigmenwechsel“, ergänzt Aletta Stas. Sie ist sich sicher, dass speziell bei jüngeren Menschen Quarzuhren, die sich nicht in irgendeiner Form mit dem Smartphone verbinden lassen, sich künftig schwerer verkaufen lassen.

          Mit App-Anbindung: Alpina-Uhr aus der Horological Smartwatch-Kollektion
          Mit App-Anbindung: Alpina-Uhr aus der Horological Smartwatch-Kollektion : Bild: Hersteller

          Aus diesem Grund startete das Unternehmerpaar vor zwei Jahren ein Entwicklungsprojekt, das 50 Patentanmeldungen hervorbrachte. Weil man in Genf weiß, wie Uhren funktionieren, mit Computerprogrammen aber nichts am Hut hat, suchte man sich einen geeigneten Partner und wurde bei „Fullpower“ im Silicon Valley fündig. Heraus kam das Gemeinschaftsunternehmen MMT, das gleichzeitig eine Uhr und die dazugehörige App entwickelte. Im Gegensatz zu den Wearables der Elektronikindustrie sieht die Horological Smartwatch tatsächlich wie eine Uhr aus – rund und mit Zeigern ausgestattet, die per Schrittschaltmotoren bewegt werden.

          In den Funktionen kann sie mit modernen Wearables mithalten. Die Uhr ist mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet, der Bewegungen des Trägers registriert und auf Knopfdruck per Bluetooth ans Handy weitergibt. Umgekehrt zeigt die Uhr dann in einer Skala von null bis 100 Prozent per Zeiger an, inwieweit man sein Tagesziel für Bewegung und Schlaf erreicht hat. Schließlich synchronisiert sich die Uhr automatisch mit der Uhrzeit auf dem Smartphone, was bei Reisen in andere Zeitzonen ein manuelles Einstellen unnötig macht.

          Mit Technik aus dem Silicon Valley: Smarte Uhr von Frédérique Constant
          Mit Technik aus dem Silicon Valley: Smarte Uhr von Frédérique Constant : Bild: Hersteller

          Trotz der vielen Funktionen soll die Batterie zwei Jahre durchhalten. Die Smartwatch kommt Ende Mai auf den Markt und wird sowohl bei Frédérique Constant als auch bei der Schwestermarke Alpina in verschiedenen Varianten verfügbar sein – der Einstiegspreis soll unter 1000 Euro liegen. Schon bei der Präsentation seiner neuen Uhren erwähnte Peter Stas, dass man die ganze Entwicklung nicht nur für seine Marken betrieben habe, sondern gern Lizenzen an andere Schweizer Uhrenhersteller verkaufe. Als erster Lizenznehmer meldet nun die Marke Mondaine Vollzug, deren Horological Smartwatch auf der derzeit laufenden Uhrenmesse Baselworld zum ersten Mal zu sehen ist.

          Weitere Themen

          VW Tiguan 2.0 TDI Elegance Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht : VW Tiguan 2.0 TDI Elegance

          Mit dem Tiguan rollt der VW das SUV-Feld von hinten auf: Mehr als 760 800 Kunden entschieden sich bis Ende vergangenen Jahres allein in Deutschland für das kompakte SUV mit dem Phantasienamen Tiguan. Die jüngste Modellpflege im Sommer 2020 brachte dem Dauerbrenner mehr Digitalisierung, neue Infotainment- und Assistenzsysteme sowie ein erweitertes Motorenprogramm. Was das jüngste Modell alles kann und ob sich ein Kauf lohnt erfahren Sie in unserem Fahrbericht.

          Topmeldungen

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder beantwortet nach dem Treffen der Fraktionsspitze von CDU und CSU Fragen der Presse.

          Kanzlerkandidatur : Söder in Umfrage weiter deutlich vor Laschet

          Nach den von infratest dimap erhobenen Zahlen halten 44 Prozent der Bundesbürger und 72 Prozent der Unions-Anhänger Bayerns Ministerpräsident für den besseren Kanzlerkandidaten. Für Laschet sprachen sich nur 15 beziehungsweise 17 Prozent aus.
          Blick auf die Brücke, die die von Russland annektierte Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet.

          Meeresblockade : Ukraine wirft Russland Eskalation vor

          Kiew schlägt abermals Alarm: Moskau wolle einen Teil des Schwarzen Meers für ausländische Kriegsschiffe sperren. Russlands Militärübungen an der Westgrenze gehen derweil weiter. Und die Armee der Ukraine probt die Abwehr eines Vorstoßes von Panzern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.