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Smartes Wohnen : Wenigstens das Haus gehorcht

  • -Aktualisiert am

Das „Synohr“-Aggregat vom fränkischen Hersteller Enertex Bild: Hersteller

Es sieht aus wie ein Lichtschalter, kann aber viel mehr: „Synohr“ regelt auf Zuruf hin die Raumtemperatur, öffnet und schließt Jalousien oder dimmt die Beleuchtung – hat aber auch seinen Preis.

          Manche Häuser lassen mit sich reden, wenn sie smart genug sind, um Heizung, Licht, den Türöffner und elektrische Geräte aller Art mit dem gesprochenen Wort zu steuern. Das geht, seit die fränkische Ideenschmiede Enertex ein Aggregat namens Synohr entwickelt hat.

          Der kompakte Apparat sieht aus wie ein High-Tech-Lichtschalter. Er steckt in einem smarten Aluminium-Gehäuse und wird einfach in eine Unterputz-Dose geschraubt - allerdings nicht an die Stromleitung, sondern an den Steuerbus KNX, der in der Smarthome-Szene gern als Daten-Infrastruktur eingesetzt wird. Ein Punktmatrix-Display zeigt Textnachrichten und Funktionssymbole, ein ringförmiges Leuchtelement komplettiert das Synohr-Gesicht, hinter dem sich noch zwei Touch-Tasten verbergen.

          Bis zu 40 Sprachkommandos möglich

          Eine eigene Stromversorgung braucht das Gerät nicht, der KNX-Bus sorgt für die nötige Energie. Je nach Modellvariante merkt sich Synohr bis zu 40 einfache Sprachkommandos. Das schafft es komplett autark, braucht also weder eine Internet-Anbindung nach Siri-Vorbild noch ein besonderes Training. Es lauscht auch nicht ununterbrochen in den Raum: Erst ein Code-Wort aktiviert den Horchdienst. Nehmen wir an, das Schlüsselwort heißt Enertex, dann könnte ein kompletter Befehl so ablaufen: „Enertex!“ Synohr hat verstanden, piepst kurz und lässt seinen Signalring blinken. Jetzt kommt die eigentliche Anweisung, etwa: „Heizung auf Standby!“ Wiederum quittiert Synohr, und die Sache ist erledigt. Auf diese Weise lässt sich alles regeln, was mit dem Raumklima zu tun hat. Ein Luftfeuchtigkeitssensor sorgt für zusätzliche Informationen. Jalousien können auf Sprachkommando für Schatten sorgen oder sich öffnen, in programmierten Szenarien kann sich alles einschalten, was zu einem Heimkino-Abend nötig ist. Die Beleuchtung im Haus reagiert zum Beispiel auf Parolen wie „Deckenlicht 30 Prozent“, sie lässt sich darüber hinaus sprachlos steuern, denn clevere Sensoren messen Helligkeit und Lichtfarbe. Natürlich funktioniert Synohr auch als sprachgesteuerter Türöffner oder als Babyphone.

          Die beiden kostspieligeren Versionen Standard und Premium können darüber hinaus Wave-Dateien von einer eingesteckten Speicherkarte abspielen, etwa als Klingelton der Haustür. Der clevere Lauscher bevorzugt klare Aussprache, arbeitet dann aber zuverlässig und ist alles in allem ein hübscher Luxus. Denn billig ist die Sache nicht: Schon die Starter-Edition schlägt mit 498 Euro zu Buche.

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