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Ski-Modelle der neuen Saison : Die haben Kohle

Rund zehn Prozent Gewichtsersparnis

Elan gibt sich weiterhin innovativ und macht manches anders als andere. Die Allmountain-Baureihe Amphibio - Ski für Piste plus Abstecher ins Unwegsame - hat seit vier Jahren die Eigenheit unterschiedlich geformter Skikanten hinter der Schaufel: Rocker (also leicht hochgebogen) an der Außen- und Camber (traditionelle Vorspannung) an der Innenseite. Diese Bauweise soll leichtes Drehen einerseits und sicheren Grip andererseits vereinen. Die Amphibios der Generation 15/16 sind nun „vierdimensional“ geformt. Zusätzlich ist die Oberfläche des Skis vor der Bindung konvex gewölbt (Skimitte höher als die Seiten) und hinter der Bindung konkav (Außenseiten höher als die Mitte).

Durch diese Biegung der Titanium-Einlagen werde die Konstruktion steifer, obwohl dünnere Holzkerne und Laminate verarbeitet werden könnten, lassen die Slowenen wissen. Rund zehn Prozent betrage die Gewichtsersparnis gegenüber einer Bauweise mit komplett flachem Metall, bei etwa 30 Prozent geringeren Vibrationen im Ski. Die konvexe Front verbessere den Kantenhalt, das konkave Heck führe den Fahrer harmonisch aus dem Schwung heraus. Vier Typen von 73 bis 88 Millimeter Mittenbreite werden angeboten. Der betont sportliche Amphibio 16 Ti2 Fusion (73 mm) kostet 700, das Damenmodell Insomnia Fusion 600 Euro.

Fühlt sich beinahe wie ein Langlaufski an

Fischers Alpin-Experten haben zu den Leichtbau-Kollegen aus dem nordischen Lager hinübergeschielt und sich zur Gewichtsreduzierung der neuen Tourenski eine Frästechnik für den Holzkern abgeguckt: Air Tec wird die Technik der versetzten Fräsung genannt, die das Gewicht des Paulownia-Holzkerns um ein Viertel verringern soll, ohne Flexverhalten oder Torsionssteifigkeit zu beeinträchtigen. Hebt man den Transalp 80 (Mittenbreite 80 mm, 700 Euro ohne Bindung) hoch, fühlt er sich beinahe wie ein Langlaufski an.

Karbonfasern dienen der Stabilität, ebenso eine Titanallage im Bereich der Bindung. Durch die gerundete, zu den Seiten hin dünner werdende Oberfläche („Aeroshape“) wird an Material gespart. Mit dem Ranger 108 schickt Fischer einen neuen Freeride-Ski an pulvrige Hänge, der trotz stattlicher Breite ein Leichtgewicht mit Bergauf-Fähigkeiten ist. Gefräster Holzkern, eine besonders dünne Karbon-Schaufel, Titanschichten, Rocker-Aufbiegung an beiden Enden und Aeroshape sind seine Kennzeichen.

Leichtestes, dünnstes und zugleich stärkstes Material

Head verwendet das „Wundermaterial“ Graphen als Ersatz für Kohle- und Glasfaser jetzt nicht nur für Frauenski, sondern auch für die rundum neue Allmountain-Linie Instinct. Graphene, so der Markenname, wird als leichtestes, dünnstes und zugleich stärkstes Material überhaupt beworben, Head hat es sich eigenen Angaben zufolge für den Bau von Ski und Tennisschlägern exklusiv gesichert. Den Instinct zeichnet ein besonders niedriger Querschnitt aus. Power Instinct (82 mm in der Mitte) und Raw Instinct (78 mm) für sportliche Fahrer kosten mit Bindung jeweils 600 Euro, die breitbandiger, fehlerverzeihender abgestimmten Typen Strong Instinct (83 mm) und Supreme Instinct (74 mm) sind 100 Euro günstiger. Anders als andere sträubt sich Head dagegen, die Skienden extrem leicht zu konstruieren, mit dem Argument, das gehe zu Lasten von Laufruhe und Kantenzug. Wendig seien Rockerski ohnehin.

Dass Hersteller ganz unterschiedliche, zum Teil sogar gegensätzliche Konstruktionsprinzipien predigen, ist im ersten Moment irritierend, im zweiten aber egal. Ganz unterschiedliche Wege können zu einem sehr befriedigenden Ergebnis führen.

Netzartige Karbonschicht

K2 setzt zur Saison 15/16 den Tourenski Wayback (82 mm in der Mitte, 530 Euro mit Bindung) auf Diät und verbaut einen Kern aus längs gemasertem Balsaholz, Balsa-Hirnholz und Flachsfasern, das Ganze mit einer netzartigen Karbonschicht verstärkt. Im Allmountain-Segment vertrauen die Amerikaner auf eine Skikern-Konstruktion mit einer speziellen Art der Gewichtsverteilung: Zentrum und Enden der Ski leicht, die Seiten massiver und mit Metall verstärkt. Im Ergebnis sollen die Bretter für Frauen („Luv“) und Männer („Konic“) hohe Stabilität auf der Kante und dank geringen Schwunggewichts ein einfaches Handling vereinen.

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