https://www.faz.net/-gy9-9tfuj

Ski Elan Wingman 86 CTi : Mal wieder voller Elan

Wingman 86 CTi, ein vielseitiger Typ Bild: Hersteller

Der Skihersteller Elan aus Slowenien ist immer für eine Überraschung gut. Diesmal heißt sie Wingman 86 CTi.

          3 Min.

          Elan ist ein bekannter Name in der Skiindustrie, wenn auch vielleicht nicht der bekannteste von allen. Die Slowenen müssen sich gegen Hirsche wie Atomic, Head, Rossignol, Völkl und wie sie alle heißen behaupten. Die Zeiten, in denen der einzigartige Ingemar Stenmark, der Elan über seine gesamte Rennsport-Karriere hinweg treu blieb, den Weltcupzirkus beherrschte und Aufmerksamkeit auf die Marke lenkte, sind lange vorbei. Heute macht sie auf andere Weise von sich reden.Vor allem durch den Hang zu ungewöhnlichen Ideen bei der Konstruktion von Skiern. Querdenken scheint die oberste Pflicht zu sein in der Entwicklungsabteilung in Begunje. Dort verweist man auf „Hunderte internationale Patente“, die Zeugnis ablegen vom Bemühen, kreativ und innovativ zu sein. Das ist das Unternehmen zweifellos. Bloß fragt man sich in jüngster Zeit manchmal, ob die Kunden immer verstehen, was sich Designer und Ingenieure in ihrem Elan ausdenken, oder ob es sie nicht hin und wieder ein bisschen verwirrt. Manches ist erklärungsbedürftig.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Besonders die Sache mit den 2012 herausgebrachten Amphibio-Modellen. Die werden asymmetrisch gebaut. Wer sie benutzt, muss beachten, dass es einen rechten und einen linken Ski gibt. Das Besondere: An der Außenkante sind die Amphibios stärker „gerockert“ (Aufbiegung hinter der Schaufel) als an der Innenkante, wo sie mehr vorgespannt („Camber“) sind. Mit der ungleichmäßigen Verwendung von Camber- und Rocker-Bauweise beabsichtigt Elan, die Vorteile beider Prinzipien zu vereinigen: Grip und Stabilität einerseits, mühelose Kantenwechsel und fehlerverzeihender Charakter andererseits.

          Drei Jahre waren die Amphibios auf dem Markt, als die Slowenen die zweite Generation folgen ließen, 4D genannt und noch exzentrischer. Von 2015 an waren die asymmetrischen Skier zusätzlich auf der Oberfläche gewölbt – vor der Bindung konvex (Skimitte höher als die Seiten) und hinter der Bindung konkav (Außenseiten höher als die Mitte). Erzeugt wurde der Effekt durch eine entsprechende Wölbung der oberen Titanium-Schicht, ein Kniff zugunsten einer steiferen Konstruktion trotz der Verarbeitung dünnerer Holzkerne und Laminate, was wiederum zu einer Gewichtsersparnis von rund zehn Prozent gegenüber einer Bauweise mit komplett flachem Metall führen sollte. Die konvexe Front, so die Überlegung, verbessert den Kantenhalt, das konkave Heck führt den Fahrer harmonisch aus dem Schwung heraus.

          Leichtbau mit Karbonröhrchen Bilderstrecke

          Führte, muss man sagen. 4D ist Geschichte. Zur Saison 2019/20 wird die dritte Amphibio-Generation mit Beinamen Truline in den Schnee geschickt. Ohne konkave und konvexe Formen, dafür mit einer ausgeklügelten Materialverteilung, die sich beim genauen Hinsehen auf der Oberfläche abzeichnet. Richtung Innenkante werden die Skier verstärkt, nach außen hin werden sie durch Weglassen von Material leichter, weicher, biegsamer hergerichtet. Die Elan-Strategen versprechen viel, nämlich den „perfekten Schwung“. Truline bedeute, dass Innen- und Außenski im Carving-Bogen nunmehr exakt parallele Linien in den Schnee schneiden sollen. Üblicherweise versuche ein Innenski immer einem kleineren Radius zu folgen als der Außenski, so dass der Fahrer stets korrigieren müsse, argumentiert Elan.

          Weitere Themen

          Fasern for future

          Messe Ispo 2020 : Fasern for future

          Alles wird gut. Die Rettung des Planeten ist im Gange. Den Eindruck jedenfalls vermittelte die Ispo 2020 in München, wo ein Thema alles andere überstrahlte: Nachhaltigkeit in allen Facetten. Und ja, schöne Skier gab es auch.

          Auto China abgesagt

          Wegen des Coronavirus : Auto China abgesagt

          Die Automesse in Peking wurde wegen des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben. Im vergangenen Jahr waren 800.000 Besucher zur Auto China gekommen.

          Topmeldungen

          Großprojekt in Brandenburg : Der Aufstand im Tesla-Wald

          Erst stoppen Umweltschützer die Rodungsarbeiten, dann klettern Kapitalismuskritiker auf die Bäume: Sind Großprojekte wie die Tesla-Fabrik in Deutschland überhaupt noch machbar?
          Ein deutsches U-Boot im Mai 1945 im Bunker in St. Nazaire

          Die letzten Kriegswochen : Kämpfe um deutsche U-Bootbasen

          Gefechte um noch von der Wehrmacht gehaltenen Stützpunkte in Westfrankreich bleiben folgenlos. Argentinien protestiert gegen das Festhalten seiner Diplomaten durch Deutschland. Der 18. Februar 1945 in der F.A.Z.-Chronik.
          Der „200. Dresdner Abendspaziergang“ des ausländerfeindlichen Bündnisses Pegida hatte vor der Frauenkirche auch zahlreiche Gegendemonstranten auf den Plan gerufen.

          Pegida-Demo in Dresden : Höckes Angst vor Merz

          Thüringens AfD-Chef sprach am Montagabend anlässlich des 200. „Abendspaziergangs“ der islam- und regierungsfeindlichen Bewegung Pegida vor mehreren tausend Menschen in Dresden. Etwa genauso viele protestierten gegen die Veranstaltung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.