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Basteltrieb : Sind denn jetzt alle von der Rolle?

Rollenspiele: Was man mit dem Rest alles anfangen kann. Bild: mauritius images / Angelo D'Amic

Was sich so alles anstellen lässt, wenn man zu Hause rumsitzt und Basteltrieb verspürt. Eine Anleitung für alle, die in diesen Tagen noch Klopapier bekommen haben.

          4 Min.

          Wer zu Hause sitzt und Zeit zum Nachdenken hat, kommt vielleicht auf ein paar kreative Ideen. Zum Beispiel, was sich alles aus jenen Gegenständen basteln lässt, die ohnehin herumliegen und meist ungeprüft auf sonstige Tauglichkeit in den Müll wandern. Angesichts des Kaufverhaltens in jüngster Vergangenheit dürften unter anderem große Mengen der oft als unnütz angesehenen Pappröhren anfallen, die dem Toilettenpapier auf der Rolle die nötige Stabilität geben. Wer die etwa zehn Zentimeter langen Pappkameraden nicht gleich in die Tonne oder in den Ofen schmeißt, kann noch etwas Sinnvolles damit anstellen. Der Autor dieser Zeilen benutzt sie in großen Mengen im Sportverein, dort halten sie Boxhandschuhe und Pratzen von innen trocken, weil sie – dort eingeschoben, wo im Training die Hand hinkommt – das Sportgerät etwas auseinanderspreizen und so die Luft zirkulieren lassen, auf dass das nassgeschwitzte Futter trockne. Wenn sie feucht sind, werden sie einfach ausgetauscht. Aber es gibt noch andere, trickreichere Verwendungen.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Solche Resteverwertung mit cleveren Ideen tummelt sich in diversen Foren unter dem Begriff Lifehacks, einen deutschen Begriff, der dasselbe ausdrücken könnte, haben wir bisher nicht gefunden. Nicht alles, was so angeboten wird, ist indessen sinnvoll. Also haben wir einmal ausprobiert, was geht und was nicht. Das Basteln von allerlei Spielzeug und Ornamenten mit der Pappe lassen wir mal weg, etwa die Verwendung als Stempel zur Verzierung von Einkaufstüten; schauen wir mal, ob es auch etwas mit praktischem Nutzen gibt, der über die Beschäftigung der Kinder mit Schere und Farbe hinausgeht.

          Gleich von mehreren Anbietern wird empfohlen, die Röhren zum Aufbewahren von Ladekabeln zu verwenden, die sonst in der Schublade herumliegen und mühsam entwirrt werden wollen. Kabel zusammenrollen und so einschieben, dass die Stecker oben zu sehen sind, fertig. Das ganze Ensemble wird platzsparend in der Schublade aufgestellt, am besten so dicht, dass die Röhren nicht umfallen. Für USB-Kabel mit zwei Steckern gelingt das gut, solche mit fest angehängtem Netzteil sind dafür dagegen nicht ideal, es hängt heraus. Perfektionisten kleben noch einen Boden an, das ist aber nicht unbedingt nötig.

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          Ebenfalls aufgeklebt, doch auf einen dicken Karton, soll die Rolle der Aufbewahrung von Bleistiften und Kugelschreibern auf dem Schreibtisch dienen. Auch wenn sie mit Geschenkpapier beklebt ist, sieht es irgendwie billig aus, dass es irgend jemandem so gefällt, können wir uns kaum vorstellen. Das Gleiche gilt für die Funktion als Handyhalter, dazu wird an einem Ende eine schräge Kerbe geschnitten; das ist uns, vom schäbigen Aussehen abgesehen, zu wackelig. Im Zusammenhang mit Geschenkpapier gibt es bessere Ideen: So dient die Röhre gern als eine Art Serviettenring, sie verhindert, dass die Geschenkpapierrolle sich in der Schublade aufwickelt. Der Innendurchmesser von etwa vier Zentimetern lässt sich dabei durch Aufschneiden und neu Zusammenkleben – enger oder weiter mit Zwischenstück - anpassen. Gute Erfolge beim Kleben werden übrigens mit der Heißklebepistole erzielt, transparenter Alleskleber geht natürlich auch, braucht aber länger zum Trocknen.

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