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Akku-Walzer: Der Tank für das Schmutzwasser sitzt zwischen den Rollen, er wird mit der großen Fußtaste freigegeben. Bild: Kärcher

Hartbodenreiniger von Kärcher : Feuchter Tanz auf dem Parkett

Die Wohnung saugen und wischen – mit nur einem Gerät und in der Hälfte der üblichen Zeit. Das Versprechen des schnurlosen Hartbodenreinigers von Kärcher klingt verlockend. Wir haben es auf die Probe gestellt.

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          Der kommt gerade wie gerufen: Die Reinigungskräfte dürfen derzeit nicht ins Haus, der Hartbodenreiniger FC7 schon, er kann sich nicht anstecken. Jetzt muss er rund um die Feiertage auf Parkett und Fliesen zeigen, was er kann. Die Werbung verspricht staubsaugen und feucht wischen in einem Arbeitsgang und eine Zeitersparnis im Vergleich zur Handarbeit von 50 Prozent, wenn auch nur „bis zu“.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die Funktion ist simpel: vier in zwei Reihen angeordnete gegenläufige Walzen bürsten über den Boden, während aus einem Tank mit Reinigungsmittel versetztes Frischwasser fein verteilt wird, zugleich wird Schmutzwasser in einen zweiten Tank befördert. Groben Dreck streifen die Walzen an Bürsten ab.

          Der Zusammenbau geht einfach, mitgeliefert werden im Set zum Preis von mindestens 460 Euro ein Satz Walzen für harten und einer für empfindlichen Boden, eine Park- und Reinigungsstation sowie etwas Flüssigkeit. Der FC7 hat zwei Geschwindigkeiten und einen Boost-Knopf gegen zäh haftenden Schmutz, Stufe1 reicht in den meisten Fällen und verteilt weniger Feuchtigkeit auf dem Boden. Der erste Eindruck: Das Gerät ist leise, es wirkt fast schlapp. Wer einmal versucht, die Walzen festzuhalten, wird indes eines Besseren belehrt. Rund fünf Kilo und eine Arbeitsbreite von 30 Zentimetern machen es nicht gerade handlich, die Größe sorgt aber dafür, dass man auf dem Parkett schnelle Runden dreht. Zurück bleibt ein hauchdünner Wasserfilm, der in wenigen Minuten getrocknet ist. Ob die Arbeitszeit wirklich halbiert wird, wissen wir nicht, jedenfalls geht es gegenüber der Handarbeit deutlich schneller voran und viel komfortabler.

          Der Preis dafür ist, dass man mit dem Brocken nicht gut in die Ecken und unter Schränke kommt, außerdem können Unvorsichtige mit den Kunststoffrändern der Walzen empfindliche Leisten zerkratzen. Die vom Hersteller angegebene Laufzeit von 45 Minuten kommt etwa hin, dann muss der Akku von 25,2 Volt Spannung vier Stunden lang ans Netz. Bis dahin sind etwa 100 bis 130 Quadratmeter gereinigt, für große Flächen wäre uns deshalb ein System mit Wechselakku lieber. Etwas klein geraten ist der über dem Motor eingesteckte Frischwassertank von 0,4 Liter Inhalt, er möchte nach rund einer Viertelstunde nachgefüllt werden. In dieser Hinsicht harmoniert er mit dem unten eingeklipsten Schmutzwassertank, den man am besten auch gleich leert und reinigt.

          Staub und kleine Partikel nimmt der FC7 auf, scharfkantiger Schmutz kann aber in den Walzen hängenbleiben und das Parkett verkratzen. An seine Grenzen kommt der Hartbodenreiniger, wenn Haarbüschel des Haushundes die Walzen zusetzen. Dann hilft auch der Selbstreinigungsmodus in der Parkwanne nicht weiter, Bürsten und Walzen müssen ausgebaut werden. Die erstgenannten anschließend mit der Hand vom Dreck zu befreien ist nichts für empfindliche Naturen, die Walzen können in die Waschmaschine. Wir empfehlen deshalb, vor dem Einsatz des Kärchers rasch durchzusaugen.

          Für die vom Hund im Winter gern hinterlassenen Tatzen auf Parkett und Fliesen ist der Reiniger hingegen ideal, sie sind ruck, zuck weggebürstet und gewischt. Auch aus Versehen ausgekippte Flüssigkeit kann der Hartbodenreiniger in Maßen aufnehmen, wie wir etwas unfreiwillig erprobt haben. Der Kärcher FC7 eignet sich für Leute, die große Flächen ohne verwinkelte Ecken zu putzen haben und sich nicht scheuen, trotz der genannten Einschränkungen viel Geld dafür auszugeben.

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