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Beschichtung aus Kunststoff : Hart im Nehmen

Lust auf Last. Wenn die Ladefläche nicht geschützt wird, ist der Lack bald ab. Bild: VAG

Eine Schicht aus zähem Kunststoff soll die Ladefläche von Pick-up schützen. Sie ist einfach aufzutragen und eignet sich auch für viele andere Zwecke.

          5 Min.

          Die Besitzer der beliebten Pick-up lassen sich grob in zwei Lager einteilen: solche, die es schön finden, damit durch die Gegend zu fahren, und jene, die solch ein Gefährt als Arbeitsgerät brauchen. Zur zweiten Gruppe gehören Handwerker, Landwirte und Reiterhöfe, allen gemeinsam ist, dass sie beständig Gegenstände auf die Ladefläche werfen – Zeit ist Geld, Rücksicht auf das Fahrzeug wird nicht genommen. Das tut zuweilen schon beim Zuschauen weh.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Lack macht das nicht lange mit. Wenn er abgekratzt oder abgeplatzt ist, bildet sich auf dem nackten Blech Rost, das Auto beginnt zu gammeln. Die Hersteller wissen das und haben Abhilfe im Programm, oft gegen Aufpreis. Das kann eine Wanne aus kräftigem Kunststoff sein, die genau auf die Ladefläche passt. Sie schützt das darunter liegende Blech zuverlässig vor mechanischen oder chemischen Einwirkungen. Diese Lösung hat aber den Nachteil, dass Korrosion lange unbemerkt bleiben kann, falls es unter der Wanne doch Roststellen gibt. Deshalb ziehen wir eine Ladeflächenbeschichtung vor. Sie besteht ebenfalls aus widerstandsfähigem Kunststoff, der aber direkt aufgebracht wird, und ist viel robuster als eine Lackschicht. Die Oberfläche ist außerdem etwas strukturiert und damit nicht so rutschig, dennoch haftet Schmutz nicht gut daran.

          Wer sie nicht gleich mitgeordert hat, kann eine Beschichtung nachträglich aufbringen lassen oder es selbst machen. Das Gute daran: Was den harten Einsatz auf der Transporterpritsche übersteht, eignet sich auch für viele andere Zwecke von der Blechgarage über Terrassenböden und Gartenmöbel bis hin zum Schiffsdeck. Manche Leute bedecken das ganze Auto damit und schützen es so gegen Äste und andere Hindernisse im Gelände. Im Handel gibt es eine Reihe von Produkten verschiedener Hersteller in 1K- oder 2K-Ausführung, die Unterschiede zwischen den Marken sind offenbar nicht allzu groß. Stets handelt es sich um den vielseitigen Kunststoff Polyurethan, die Einkomponentenversion härtet aber an der Luft aus, der zweikomponentigen muss Härter zugegeben werden, die Anwendung ist deshalb etwas umständlicher.

          Farbenfroh: In der transparenten Version lässt sich die Polyurethan-Beschichtung beliebig einfärben  Bilderstrecke

          Manche Beschichtungen können nur in spezialisierten Betrieben aufgebracht werden, darunter solche, die nach dem Aushärten eine gummiartige Oberfläche behalten – mit einem vierstelligen Betrag ist zu rechnen. Andere sind für den Heimwerker erhältlich, die meisten davon aus dem angelsächsischen Raum, wo die Pick-up eine weite Verbreitung haben. Die bekanntesten dürften die unter den Produktnamen Herculiner (1K) und Upol Raptor (2K) verkauften PU-Beschichtungen sein. Sie können wie ein Unterbodenschutz gespritzt oder mit der Rolle aufgetragen werden, außerdem gibt es Sprühdosen. Für eine nochmals verbesserte Rutschfestigkeit kann ein Granulat aus Gummi oder einem mineralischen Stoff zugemischt werden, das feine Noppen auf der Oberfläche bildet. Üblich für die Ladefläche ist Schwarz, es gibt die PU-Beschichtung aber auch transparent zum Selbsteinfärben in allen erdenklichen Farben.

          Weil gerade ein umfangreiches Restaurierungsprojekt ansteht, haben wir uns zwei dieser Produkte besorgt und an unserem kleinen Suzuki LJ 80 ausprobiert: Herculiner aus der Sprühdose, den wir für diverse Kleinteile verwenden, sowie für Innenraumwanne und Ladefläche den Protector des deutschen Herstellers Mipa, der dem Raptor ähnlich ist. Die Dose Herculiner von 440 Milliliter Inhalt ist mit rund 25 Euro nicht ganz billig, dafür ist die Anwendung simpel. Während es dem Laien schwerfällt, Lack gleichmäßig aufzutragen, deckt das PU sofort und sauber, es gleicht sogar kleinere Unebenheiten des Untergrunds aus. Das Ergebnis ist eine samtige Oberfläche, die wir attraktiv finden. Nachteil der Einkomponentenbasis ist die von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schichtdicke abhängige Aushärtezeit – dort, wo wir zu dick aufgetragen haben, dauerte es Tage, bis die Oberfläche grifffest war. Außerdem gilt nach Aussage von Experten die Zweikomponentenschicht als etwas beständiger gegen Chemikalien, sie verändert auch nicht die Farbe unter Einfluss des UV-Lichts und ist härter, die 1K-Variante kommt uns allerdings etwas elastischer vor. Auf einen Karton gespritzt, lässt sich dieser falten, ohne dass die Schicht abplatzt.

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