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So wird Trinkwasser produziert : Die Welt hat Durst

  • -Aktualisiert am

Nur ein Rinnsal: Ein ehemals reißender Fluss nahe La Muedra in Spanien. Bild: dpa

Trinkwasser ist knapp, Meerwasser dagegen ist reichlich vorhanden: Um das genießbar zu machen, gibt es auf der Welt 19.000 Entsalzungsanlagen. Aber die benötigen enorme Mengen Energie. Was tun?

          6 Min.

          Wasser bedeckt mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche. Dennoch ist sauberes Trinkwasser rar und damit ein überaus kostbares Gut. Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zum „Lebensmittel Nummer eins“. Und die Situation verschärft sich weiter. Dafür gibt es gleich mehrere Ursachen. So hat der Wasserkonsum in einigen der an Süßwasser armen Länder rund um den Persischen Golf mittlerweile ein Niveau erreicht, das deutlich über dem der Wohlstandsregionen in Europa und Amerika liegt. Der Wasserverbrauch der Bewohner Dubais liegt bei 500 Liter je Tag und nimmt damit einen Spitzenplatz ein. Dagegen nimmt sich der Verbrauch in Deutschland mit etwa 130 Liter je Person und Tag vergleichsweise bescheiden aus.

          Der sorglose Umgang mit dem kostbaren Nass verschlimmert die Lage. Wasserleitungen sind oft porös, häufig wird aufwendig in Wasserwerken aufbereitetes Wasser beim Einsatz in industriellen Prozessen so stark verunreinigt, dass die natürlich gegebene Kreislauffunktion gestört wird, Quellen unbrauchbar werden und nur noch ungenießbares Brackwasser liefern. Ein weiterer wichtiger Grund für den sich verschärfenden Mangel ist der Klimawandel, der mit ausbleibenden Niederschlägen und sich ausbreitender Versteppung unübersehbare Zeichen setzt. Südafrika leidet momentan unter einer Dürreperiode. Die Trinkwasservorräte gehen zur Neige, in Kapstadt muss ein Teil der Bevölkerung schon mit Hilfe von Tanklastwagen versorgt werden.

          Salzwasser zu Süßwasser

          Der Wasserverbrauch in der Welt wird weiter steigen, das World Resources Institute in Washington sagt für die nächsten Jahrzehnte eine wachsende Knappheit voraus. Ein Gegenmittel wäre ein sparsamerer Umgang mit Wasser, vor allem auch beim größten Verbraucher, der Landwirtschaft. Ein weiteres wäre es, Meerwasser zu entsalzen. Davon stehen schier unerschöpfliche Mengen zur Verfügung, bestehen doch etwa 98 Prozent der verfügbaren Reserven aus salzhaltigem Meerwasser. Schon heute arbeiten auf der Welt rund 19.000 Entsalzungsanlagen, darunter zahlreiche kleine, aber auch etwa 500 große mit Produktionsmengen von mehr als 50.000 Kubikmeter am Tag. Deren Energiebedarf ist gewaltig.

          Die momentan größte Anlage steht in Dubai. Der Dschabal-Ali-Komplex produziert täglich 2,1 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Die benötigte Energie liefern ein Dutzend dicht zusammenstehender Gaskraftwerke mit einer Leistung von zusammen 7200 Megawatt. Insgesamt gewinnen die Golfstaaten täglich rund 20 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus dem Meer. Doch auch in anderen Ländern werden Entsalzungsanlagen immer wichtiger, so kommen etwa in Israel heute schon 75 Prozent des Leitungswassers aus dem Meer. In wenigen Jahren sollen es gar 100 Prozent sein.

          Die Idee, Trinkwasser aus Meerwasser zu gewinnen, treibt die Menschen seit vielen Jahrhunderten um. Schon der griechische Philosoph und Wissenschaftler Aristoteles erwähnt in seinem Werk „Meteorologie“ eine Lösung: Eine mit Harz beschmierte Membran, wohl eine Tierhaut, wird über die Öffnung eines Tongefäßes gespannt, das somit dicht verschlossene Gefäß tief im Meer versenkt. Der dort herrschende Druck treibt die Wassermoleküle hindurch, während das Salz zurückgehalten wird. Nach einigen Stunden befindet sich Süßwasser in der Keramik.

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