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Regelmäßige Kontrolle : So prüfen Sie die Wasserqualität ihres Pools

Die Beschaffenheit der Wasserqualität zu überprüfen ist freilich eine Aufgabe über die gesamte Saison, die mindestens einmal je Woche ansteht. Bild: Reuters

Das öffentliche Freibad ist billiger, der eigene Pool aber unbezahlbar. Damit das Nass ein Vergnügen bleibt, ist die Kontrolle der Wasserqualität unverzichtbar. Nur womit?

          2 Min.

          Es ist jetzt höchste Zeit, das eigene Außenschwimmbad wieder in Betrieb zu nehmen. Alljährlich gehören zum Frühjahrsputz das Schrubben von Abdeckplane und Becken, die Reinigung der Filterpumpe und schließlich die Einstellung der Wasserqualität. Deren Beschaffenheit zu überprüfen ist freilich eine Aufgabe über die gesamte Saison, die mindestens einmal je Woche ansteht. So stellt sich die Frage: Mit welchen Instrumenten sollen Chlor- oder Sauerstoffgehalt, pH-Wert (Säure-Lauge-Verhältnis) und Algenabwehr geprüft werden?

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Wer seinen Pool mit Sauerstoff sauber halten will, geht einen Balanceakt ein. Sauerstoff ist ein Sensibelchen, er will genau eingestellt werden und toleriert wenig Nachlässigkeiten. Das ist mühsam und zeitaufwendig, im Gegenzug werden die Augen beim Schwimmen und Tauchen belohnt, sie erröten nicht. Unter großer Sommerhitze allerdings kapituliert jeder Sauerstoffdosierer, dann hilft nur noch Chlor. Das ist ohnehin pflegeleichter, meist genügt es, einmal je Woche eine Aktivtablette in den Skimmer zu legen.

          In jedem Fall ist zuvor der pH-Wert genau zu bestimmen und über pH-Minus- oder pH-Plus-Mittel zu regulieren. Sonst wird trotz Chlor das Wasser milchig oder gar grün, an den Wänden machen sich Algen breit, manchmal werden die Dichtungen der Pumpe angegriffen. Empfehlenswert ist darüber hinaus die gelegentliche Beigabe von Flockmittel, am einfachsten in der Form von Tabletten, die in einem Säckchen in den Skimmer gelegt werden und sich innerhalb weniger Tage auflösen. Sie ermöglichen es dem Sandfilter, kleinste Schwebeteilchen zu binden. Rückspülen danach nicht vergessen. Nur so wird das Wasser richtig klar.

          Kontrollorgane: Am billigsten und simpelsten sind die weißen Stäbchen mit sich verfärbenden Feldern. Der rote Pool Scan ist teuer und tablettensüchtig, aber genauer. Die blaue Stunde schlägt, wem die digitale Anzeige im Tru Test meldet: Wasser fein, nun hinein.
          Kontrollorgane: Am billigsten und simpelsten sind die weißen Stäbchen mit sich verfärbenden Feldern. Der rote Pool Scan ist teuer und tablettensüchtig, aber genauer. Die blaue Stunde schlägt, wem die digitale Anzeige im Tru Test meldet: Wasser fein, nun hinein. : Bild: Appel

          Die Überprüfung der Werte gelingt am simpelsten mit Teststreifen. Das sind rund acht Zentimeter lange Plastikstreifen mit drei kleinen Quadraten drauf, die kurz ins Wasser gehalten werden und sich, wieder herausgenommen, binnen zehn Sekunden verfärben. Die Farbe gleicht man ab mit einer auf dem Behälter aufgedruckten Skala. Das geht fix, ist aber ungenau. Vor allem sollte die Dose nicht in der Sonne stehenbleiben, die Farbskala bleicht rasch aus, dann gibt es keinen Anhaltspunkt mehr. Eine Dose mit 50 Teststreifen kostet je nach Anbieter zwischen 8 und 12 Euro. Ein Preisvergleich lohnt, wie auch bei den anderen Pflegemitteln variieren die Preise stark.

          Präziser arbeitet ein digitales Teststreifenmessgerät. Die feuchten Streifen werden in ein Gerät von der Größe einer Stoppuhr gesteckt. Das zeigt nach wenigen Sekunden auf die Kommastelle genau die Werte für Chlor, pH und Alkalität. Zudem speichert es zehn Messungen. Die Richtwerte muss man im Kopf haben oder jedes Mal auf dem Beiblatt ablesen, denn eine Art Ampel für Über- oder Unterschreitung liefert die graue Digitalanzeige leider nicht. Die Handhabung ist simpel, die Methode aber teurer als pure Stäbchen. Für das Aqua Chek Tru Test genannte Gerät werden rund 70 Euro verlangt, 50 dazu passende Teststreifen kosten zwischen 9 und 15 Euro.

          Die vermutlich genaueste Methode ist die Auflösung von Tabletten in einem Messbehälter wie in dem vom Anbieter Medipool verkauften Pool Scan. Die Nachteile liegen im Wortsinne auf der Hand, wer nicht aufpasst, verfärbt Finger oder Untergrund. Die Messung erfolgt in mehreren Schritten und dauert lang. Zudem muss das Ensemble nach jedem Messvorgang gereinigt werden, die eingefärbte Soße läuft die Spüle entlang, so richtig Freude bereitet das nicht. Außerdem ist das Gerät teuer, es kostet zwischen 90 und 120 Euro. Für 60 Ersatztabletten sind 13 bis 17 Euro fällig.

          Bemerkenswert ist, dass alle drei von uns geprüfte Testmethoden das ungute Gefühl hinterlassen, ungenau zu arbeiten. Jedenfalls unterschiedlich. Bei gleichzeitig entnommenen Wasserproben zeigten die drei Messgeräte nahezu identische pH-Werte an. Die Angaben für Chlor variierten indes erheblich. Wir würden uns letztlich für den digitalen Tru Test entscheiden. Ob der richtig liegt, lässt sich leicht feststellen. Bleibt das Wasser klar und einladend, ist alles in Ordnung.

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