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Plattenspieler Thorens TD 124 : Dreht die Zeit zurück

  • -Aktualisiert am

Rund 10.000 Euro wird der neue Oldie kosten. Bild: Hersteller

1957 brachte Thorens den TD 124 auf den Markt: ein Plattenspieler, der Geschichte schreiben sollte. Es wird ihn nun wieder geben. Der Weg zu dieser Entscheidung war windungsreich.

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          Anno 1957 war die High Fidelity noch eine exotische Idee anglophiler Exzentriker. Der Durchschnitts-Zeitgenosse warf für tönende Genüsse, wie es sich gehörte, seine furnierte Musiktruhe an, denn Komponentenstapel und separate Vinyllaufwerke hatten längst noch keine Konjunktur. Es gab damals ja noch nicht einmal Stereo-Schallplatten. Die begannen erst ein Jahr später die Tonträger-Szene zu erobern. Aber die Welt kannte auch schon ambitionierte Ausnahmen. Eine davon hieß TD 124: Die feinmechanische Manufaktur Thorens in Sainte-Croix, einem kleinen Ort im Schweizer Kanton Jura, taufte einen Plattenspieler auf diesen Namen, der Geschichte schreiben sollte.

          Der Apparat, ein Laufwerk mit separatem Montagebrett für den Betrieb unterschiedlicher Tonarme, beherrschte zehn Jahre lang das Sortiment des Herstellers, galt in Tonstudios als robustes Werkzeug und inspirierte viele andere Marken, darunter Garrard in England, zu kongenialen Konstrukten. Noch heute ist der TD 124 Kult. Auf Secondhand-Plattformen erzielt er Preise bis zu 8000 Euro, HiFi-Foren und Facebook-Gruppen tauschen Restaurationstipps aus, professionelle Dienstleister für die Aufarbeitung betagter Exemplare füllen auf Google-Anfrage ganze Seiten. Der TD 124 hat es sogar fertiggebracht, den HiFi-Autor Joachim Bung zu einem zweibändigen, fünf Kilogramm schweren und 960 Seiten starken Werk über diesen Plattenspieler und seine engere Verwandtschaft zu inspirieren. Mehr geht nicht.

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