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Philips Series 9000 Prestige : Smartphone-Technik für den Rasierer

Zum Einsatz kommen drei Scherköpfe, die als eine Einheit oben auf den Handapparat aufgesteckt werden. Bild: Hersteller

Die Philips Series 9000 Prestige kommt mit Qi-Ladestation. Er lädt sich also kabellos auf. Praktisch, aber auch teuer ist diese Technik für den Rasierapparat.

          Ein Rasierapparat für 470 Euro? Das muss schon etwas Besonderes sein. Philips legt für seine Serie 9000, die in verschiedenen Modellvarianten zu Preisen von um die 200 Euro erhältlich ist, eine exklusive Edition auf, der Name „Prestige“ ist Programm. Die zugehörigen Rasierer gibt es einmal mit der Bezeichnung „Series 9000 Prestige SP 9820/18“ für etwas weniger als 300 Euro und als „Series 9000 Prestige SP 9860/16“ für besagte 470 Euro. Der Unterschied ist das Qi-Ladepad, für das man mehr als 170 Euro bezahlt. Diese Ladestationen für das induktive, kabellose Befüllen eines Akkus kennt man bislang überwiegend von der elektrischen Zahnbürste oder aus der Smartphone-Welt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Elektrische Energie wird berührungslos mit induktiver Koppelung übertragen. Ein Sender mit Stromversorgung erzeugt ein magnetisches Wechselfeld und schickt dieses an eine Spule. In einer zweiten Spule des Empfangsgeräts wird dadurch eine Wechselspannung induziert, diese wird gleichgerichtet und dann dem Verbraucher zugeführt. Nun erreicht die Ladetechnik weitere Gegenstände des Haushalts, wie in diesem Fall den Rasierapparat.

          Die gute Nachricht: Die Technik funktioniert bestens. Auf dem Qi-Pad liegend, lädt der Philips-Rasierer in drei Stunden seinen eingebauten Akku voll auf. Das reicht dann für 60 Minuten Rasur, je nach Bartwuchs also eine ganze Woche oder länger. Dankenswerterweise zeigt das Display den Akku-Füllstand in Prozent an. Man weiß also genau, ob man die Ladestation auf Reisen mitnehmen muss – oder nicht. Zusammen mit dem beiliegenden Reiseetui ist der Platzbedarf im Koffer groß. Denn leider ist man bei der Qi-Variante auf diese Ladestation angewiesen, ein kabelgebundener Anschluss für ein Netzteil ist nicht vorhanden.

          Auf dem Qi-Pad liegend, lädt der Philips-Rasierer in drei Stunden seinen eingebauten Akku voll auf.

          Dass man dann mit Qi auch sein Handy laden kann, mag ebenfalls als Pluspunkt für jene Menschen gelten, die ihr Smartphone gern im Bad dabei haben. Ein schlichtes Qi-Ladepad von Drittherstellern ist allerdings schon für rund 10 Euro im einschlägigen Versandhandel zu haben. So gesehen, ist der Aufpreis für Qi zu hoch.

          Sieht man von der ungewöhnlichen Ladetechnik ab, folgt der Philips-Rasierer seinen Geschwistermodellen. Zum Einsatz kommen drei Scherköpfe, die als eine Einheit oben auf den Handapparat aufgesteckt werden. Philips spricht von Nanotech-Präzisionsklingen, die sich flexibel in alle Richtungen anpassen. In der Tat gleitet der Apparat angenehm über die Haut und macht dabei weniger Lärm als ein herkömmlicher Rasierer. Hört sich an wie ein medizinisches Gerät beim Zahnarzt, sagte die Partnerin. Eine Beschichtung der Scherköpfe sorge für besonders sanftes Gleiten über die Haut, preist der Hersteller den Apparat an, ein Sensor prüfe die Bartdichte und passe die Schnittleistung kontinuierlich an.

          Für uns fühlte sich die Rasur etwas ungewohnt an. Wer konventionelle elektrische Rasierer mit Scherfolie einsetzt, erlebt eine andere Rasur. Man kann sich mit dem Philips trocken rasieren oder nass mit Rasierschaum. Für die Reinigung hält man den Scherkopf unter Wasser, zudem lässt sich die Scherkopf-Einheit öffnen, um diese ebenfalls mit Wasser zu reinigen. Dass man zum Justieren der Koteletten den Scherkopf ab und den beiliegenden Bartstyler aufsetzen muss, empfanden wir indes als sehr lästig.

          Es gibt optional weiteres aufsetzbares Zubehör wie etwa einen Nasen- und Ohrenhaartrimmer oder eine Gesichtsreinigungsbürste. Mit dem Vorzug, sowohl nass wie auch trocken rasieren zu können, ist der Philips sehr interessant. Auf die Qi-Ladestation kann man jedoch getrost verzichten. Sie nimmt viel Platz im Badezimmer ein und hat keinen echten Vorteil.

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