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Philips Airfryer : Alles nur heiße Luft?

  • -Aktualisiert am

Nicht nur Pommes: Das Garfach des Philips Airfryer lässt sich teilen Bild: Hersteller

Mit dem Philips Airfryer soll man Frittieren, Garen und Backen können - ohne Öl. Er ist keine Fritteuse, sondern ein kleiner Ofen mit schnell zirkulierender Umluft und integriertem Grill.

          Frittieren ohne Fett. In den Zeiten, in denen immer mehr „Convenience Food“ auf den Tisch kommt - Lebensmittel, die sich schnell und bequem zubereiten lassen - klingen solche Aussagen verlockend. Philips wirbt damit für seinen Airfryer HD9220. „Leckerste Pommes frites - ohne Öl“ sowie die Zubereitung weiterer Snacks und Speisen mit bis zu 80 Prozent weniger Fett, lautet das Versprechen.

          Ob Frühlingsrollen, Hähnchenschenkel oder Lachskroketten: Das Gerät soll all das wesentlich gesünder und geruchsärmer als eine übliche Fritteuse zubereiten. Der Airfryer ist gar keine Fritteuse, auch wenn seine Größe (29 × 32 × 38 Zentimeter) und sein einhängbarer Korb das vermuten lassen. Es handelt sich um einen kleinen Ofen mit äußerst schnell zirkulierender Umluft und integriertem Grill. „Patentierte Rapid-Air-Heißluft-Technologie“ nennt es Philips. Das Backen von Tiefkühl-Pommes-frites ohne Öl ist daher kein Wunderwerk. Sie enthalten eine Menge Fett und lassen sich auch in anderen Öfen ohne Öl garen.

          Perfekte Konsistenz nach 16 Minuten

          Wir starteten unseren ersten Versuch gleich mit diesem Klassiker. In die Bedienungsanleitung von Philips brauchten wir dafür nicht zu schauen, denn die Handhabung des Geräts erfolgt denkbar einfach. Temperatur und Garzeit lassen sich über zwei Drehrädchen einstellen. Nach dreiminütigem Vorheizen auf 200 Grad Celsius, die Maximaltemperatur, legt man die Zutaten in den Korb und schiebt diesen samt Schublade (der sogenannten Pfanne) in den Airfryer. Etwa nach der Hälfte der Zubereitungszeit wird der Korb kurz herausgenommen, um die Pommes frites durchzuschütteln. Dann garen sie weiter, bis ein Signalton ertönt und sich das Gerät automatisch abschaltet.

          Funktionsweise und Handhabung sind also geklärt. Nun stellt sich die wohl wichtigste Frage: Wie schmeckt’s? Leider genau so, wie Backofen-Pommes eben schmecken: entweder zu lasch oder zu trocken. Außen knusprig und innen saftig - das gelingt offensichtlich doch nur mit einer klassischen Fritteuse. Umso positiver überrascht waren wir bei selbstgemachten Pommes frites und Kartoffel-Wedges. Hier lieferte der Airfryer ein geradezu unübertrefflich leckeres Ergebnis: knackig frisch und alles andere als triefend fettig. Dazu haben wir geschälte und geschnittene Kartoffeln lediglich kurz gewässert, abgetrocknet und in ein bis zwei Teelöffel Öl gewälzt (plus Gewürze nach Geschmack). Mehr Fett braucht man bei keiner Speise im Airfryer zuzugeben. Nach 16 Minuten hatten sie die perfekte Konsistenz.

          Von „müheloser Reinigung“ kann keine Rede sein

          Mit Fertiggerichten wie Fischstäbchen, Frühlingsrollen oder gebackenem Camembert sowie dem Auftauen von Kuchen machten wir gleichfalls gute Erfahrungen. Geröstete Paprika, zu denen uns das mitgelieferte Kochbuch animierte, wollten uns indes nicht gelingen. Auch bei Blätterteig konnte das Gerät nicht punkten, da der nicht richtig aufging. Außerdem entdeckten wir noch die Kategorie „Bloß nicht!“: Dazu zählen selbstgemachte Panaden wie Bierteig - beispielsweise als Mantel für Zucchini.

          Beides verschmolz zu einer nahezu untrennbaren Einheit mit dem Inneren des Geräts. Von „müheloser Reinigung“, wie Philips sie anpreist, konnte in diesem Fall keine Rede sein. Ansonsten reicht nach Gebrauch meist das Auswischen mit Küchenkrepp oder einem feuchten Tuch. Bei Bedarf dürfen Korb und Pfanne in die Spülmaschine. Die Geruchsbelastung ist übrigens mit der eines Backofens im Betrieb vergleichbar - wen wundert’s.

          Man kann stets nur kleine Portionen zubereiten

          All jenen, die mit dem Kauf des Airfryers liebäugeln, seien noch einige Hinweise gegeben. Erstens sollte man während der Zubereitung öfter den Korb herausziehen, um den Bräunungsgrad der Speisen zu überprüfen. Schließlich sind die angegebenen Garzeiten nur als Orientierungswerte zu verstehen, die nach persönlichen Vorlieben sowie Menge und Dicke der Lebensmittel variieren. Zweitens empfiehlt sich die Anschaffung einer ergänzenden Backform von Philips - sofern man auch Gerichte wie Quiche oder Kuchen mit dem Airfryer kreieren möchte. Der erwähnte Korb ist nämlich sehr schmal, so dass die meisten herkömmlichen Formen nicht hineinpassen. Auch sonst bereitet seine knapp bemessene Größe Schwierigkeiten. Zwar offeriert er offiziell ein Fassungsvermögen von 800 Gramm, doch nutzen kann man dieses nur bedingt.

          Wer beispielsweise perfekte Pommes frites wünscht, sollte ihn mit maximal 500 Gramm befüllen, lautet der Rat des Herstellers. Sind die Lebensmittel paniert, kann man lediglich eine Lage auf den Boden des Korbs legen. Werden sie geschichtet oder kreuz und quer gestapelt, verklebt alles miteinander: Die Panade ist hin. Ergo kann man stets nur kleine Portionen zubereiten, die als Hauptgericht für eine oder als Beilagen für bis zu zwei Personen ausreichen. Singles mit Vorliebe für Convenience Food dürften mit dem vielseitigen Philips-Gerät somit gut bedient sein. Immerhin bietet es ihnen die Zubereitung von Snacks und Speisen mit vergleichsweise wenig Öl sowie geringem Energie- und Zeitaufwand. Für eine Familie lohnt sich die Anschaffung des knapp 250 Euro teuren Geräts unseres Erachtens nicht.

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