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Ortungssysteme : Für Spürhunde

Ortung mit Invoxia: Pet-Tracker am Hals von Bello. Bild: Hersteller

Autos, Tiere oder Menschen mit verschiedenen Verfahren orten: Das neue Sigfox-Netz und die Tracker von Invoxia wollen alles besser machen.

          Das kennt fast jeder Hundebesitzer: einen Moment nicht aufgepasst, und schwupps, ist er weg. Dann beginnt das bange Suchen. Wäre es da nicht schön, wenn das Tier mit moderner Technik melden könnte, wo es gerade herumläuft? Das Thema lässt sich weiterspinnen: Zu wissen, was die Kinder gerade treiben, ist auch nicht schlecht, es muss ja nicht in Kontrollwahn ausarten. Mit der gleichen Methode könnte man den geklauten Oldtimer wiederfinden. Ohne Zustimmung darf man Dritte übrigens nicht orten.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wer also sein Auto, das Fahrrad, das Notebook oder das Haustier jederzeit orten will, kann dazu auf verschiedene Techniken zurückgreifen, die unterschiedlich wirksam und mehr oder weniger teuer sind. Am günstigsten ist ein Bluetooth-Schlüsselfinder in der Größe einer Zwei-Euro-Münze mit zugehöriger App. Jenseits der Bluetooth-Reichweite von höchstens 50 Meter arbeitet so etwas ohne die Satelliten-Positionsbestimmung GPS, stattdessen setzt das System auf Netzwerkeffekte und die breite Masse. Größere Entfernungen sollen andere Nutzer der App überbrücken. Wenn sich nur irgendjemand mit Smartphone und laufender Ortungs-App in der Nähe eines solchen Trackers befindet und dessen Bluetooth-Signal erfasst, kann dieser Dritte die Informationen über Mobilfunk an eine Zentrale weitergeben. Dieses Crowd-GPS ist eine charmante Idee, es schleift freilich seit seiner Erfindung das Problem mit sich herum, dass es so gut wie nie funktioniert. Es müssten nämlich genügend Menschen die App beständig auf ihrem Smartphone laufen lassen.

          Viel besser und mit dem Vorteil hoher Genauigkeit geht das über die Mobilfunknetze. Ein GPS-Tracker mit eingebautem Mobilfunkmodul ist aber deutlich größer und schwerer, so dass wir ihn einem Zwergpinscher nicht zumuten möchten. Er benötigt zum Zweiten eine Sim-Karte, bisweilen auch ein Abonnement für die Ortung, das bedeutet laufende Kosten. Und wie wir das vom Handy kennen, beschneidet die permanente Einsatzbereitschaft die Akkulaufzeit auf einige wenige Tage.

          Der große Tracker, stabförmig: Die lange Akkulaufzeit ist der Pluspunkt.

          Das ist also auch nicht recht, doch seit kurzem gibt es eine dritte Möglichkeit. Dazu wird ein „Low Power Wide Area“-Netzwerk genutzt, das sich durch hohe Energieeffizienz auszeichnet, keine Roaminggebühren kennt und mit kleinen Datensätzen arbeitet. Solche Netze sind für das Internet der Dinge gedacht, wenn es darum geht, Geräte zu überwachen und einen Alarm bei kritischen Zuständen zu erhalten. Eines davon ist das nahezu unbekannte Sigfox, das auf 868 Megahertz in Europa funkt und eine Abdeckung von 85 Prozent verspricht, Tendenz zunehmend. Im Freien sollen Distanzen von 30 bis 50 Kilometer überbrückbar sein, in der Stadt bis zu 10 Kilometer. Das Unternehmen wurde 2009 in Frankreich gegründet, es hat seine Basisstationen unter anderem auf den Mobilfunkmasten der Netzbetreiber untergebracht. Nach Auskunft des Unternehmens sind schon mehr als sechs Millionen Geräte mit dem Sigfox-Netz verbunden, und es gibt etliche Partnerschaften mit Speditionen, Autoherstellern und Energieversorgern.

          Als Sigfox-Angebote für den Endkunden sind zwei von uns erprobte Produkte auf dem Markt, die ihr Hersteller Invoxia als neuartige Ortungsgeräte anpreist – zum einen der stabförmige GPS Tracker für knapp 100 Euro, der mit 105×25 mm etwa die doppelte Größe eines USB-Sticks hat und laut Hersteller für die Überwachung von Wertgegenständen und Fahrzeugen taugt, er soll bis zu sechs Monate Akkulaufzeit bieten. Zum anderen der kompaktere Pet Tracker in der Größe zweier Spielwürfel (41×24 Millimeter) für 120 Euro, der am Halsband des Haustieres befestigt werden kann und einen Monat Akkulaufzeit verspricht. Da der Hund gern mal im Teich abtaucht, ist es ein wesentlicher Vorteil, dass die Einheit wasserdicht ist (IP 67); ein Gewicht von nicht mehr als 17 Gramm macht den Tracker für kleine Haustiere wie Katzen mit Halsband tauglich. Beide Geräte lassen sich nach Kauf drei Jahre lang unentgeltlich im Sigfox-Netz nutzen, danach muss ein Abonnement zu Kosten von jährlich 10 Euro abgeschlossen werden.

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