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Nürnberger Spielwarenmesse : Spielzeug mit Anschluss

  • -Aktualisiert am

Für die 24 Stunden von Legoland: Der Langstrecken-Rennsport-Tourenwagen ist das erste Großmodell von Lego Technik im Jahr 2015. Bild: Peter Thomas

Die Internationale Spielwarenmesse in Nürnberg beweist, dass digitale Inhalte und klassisches Spiel keine Gegensätze sein müssen. Die Ansätze reichen vom Roboter, der sich über Gesten steuern lässt, bis zu Legos Brückenschlag zwischen Bauklötzen und iPad.

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          Immer wieder „High Five!“: Mit diesem Ruf lädt der kleine Kerl aus Plastik und Blech die Menschen rundum zum luftigen Handschlag ein. Meccanoid G15 KS heißt der Roboter mit den blau leuchtenden Kulleraugen, und er hat sichtlich Spaß an seinem Auftritt bei der Neuheitenschau der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg.

          Die Elemente des humanoiden Roboters stammen aus dem gleichnamigen Meccano-Baukasten, der im August auf den Markt kommt und rund 400 Euro kosten wird. Damit zieht Meccano gleich mit den Konstruktionssystemen Fischertechnik (Robotics TXT Discovery Set, 370 Euro) und Lego Technic (Mindstorms EV3, 330 Euro).

          Robotische Elemente sollen sich künftig in zahlreichen Produkten des mehr als 100 Jahre alten Spielsystems wiederfinden, das seit 2013 zum kanadischen Unternehmen Spin Master gehört: „Wir haben mit diesem Produkt eine Plattform geschaffen, nicht nur einen Baukasten“, betont Fraser Paterson von Meccano.

          Auch virtuelle Biester haben Hunger: Augmented Reality auf dem iPad lässt die Echsen lebendig werden.

          Der Roboter für Akademiker und Kinder

          Die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine sind dabei ausgesprochen breit gefächert: Im Modus „Learned Intelligent Motion“ beispielsweise können Kinder ihren mit dem Baukasten konstruierten Modellen durch einfaches Bewegen der Teile komplexe Abläufe beibringen. Wird ein Smartphone in den Roboter integriert, lässt er sich auch über dessen Kamera durch Gesten steuern.

          Überhaupt nutzt das Meccanoid-System zahlreiche Sensoren von Smartphones, um seinen Controller mit Informationen zu versorgen. Umgekehrt erlaubt die zum System passende App für Tablets eine Fernsteuerung über Bluetooth mit verschiedenen Modi. „Die Möglichkeiten und Schwierigkeitsgrade der Programmierung reichen dabei von einfachsten Schritten bis zum Universitätsniveau“, beschreibt Paterson die Leistungsfähigkeit des Controllers.

          Fischertechnik für den angehenden Ingenieur

          Der kanadische Roboter-Baukasten mit britischen Wurzeln steht für einen Trend zum Lernspielzeug, das Kindern und Jugendlichen intuitiv und freudvoll einen Zugang zu Wissenschaft und Technik bieten soll. Fischertechnik hat hier bereits zum Weihnachtsgeschäft 2014 mit dem neuen TXT-Roboter-Baukasten Maßstäbe gesetzt. Dieser richte sich nicht nur an junge Tüftler im Kinder- oder Jugendzimmer, sagt Fischertechnik-Geschäftsführer Marcus Keller, sondern diene auch der Ausbildung in Industrie und Gewerbe.

          Das fliegende Auge: Video-Heli von Silverlit

          Möglich macht das die Schnittstelle des TXT-Controllers zu speicherprogrammierbaren Steuerungen, wie sie beispielsweise für Industrieroboter eingesetzt werden. Modelle solcher Anlagen können angehende Mechatroniker oder Ingenieure aus Fischertechnik bauen, dann die passende Steuerung am Computer entwickeln und das Ganze anschließend ausprobieren.

          Den Einstieg in die Robotik soll nun ein zweiter Baukasten ermöglichen, den Fischertechnik im 50. Jahr des Bestehens der Marke auf der Nürnberger Messe präsentierte. Die „Mini Bots“ kosten 100 Euro und enthalten neben dem Steuermodul, Motoren und Konstruktionselementen auch Spurfolgesensoren sowie Taster. Damit lassen sich Lösungen nachbauen, wie sie heute so ähnlich bei autonom agierenden Fahrzeugen der Intralogistik eingesetzt werden. Andere neue Fischertechnik-Kästen beschäftigen sich mit Themen wie Pneumatik oder Photovoltaik.

          Mit dem Roboter in die Badewanne

          Ein interaktiver Spielzeugroboter in der Form eines Dinosauriers ist der Miposaur von Jazwares. Das Urzeittier (150 Euro, ab Herbst im Handel) reagiert auf Handbewegungen und mechanischen Kontakt, zudem umfasst das Set einen Trackball, dem der Roboter folgt. Auch ohne die für Meccano und Co. typische Herausforderung zum Zusammenbau eines Modells soll der Miposaur die Idee des „Roboters als Freund“ im Kinderzimmer verwirklichen.

          Hol das Bällchen: Der Miposaur (rechts) rollt los.

          Etwas simpler konstruiert ist die auf ein ähnliches Spielerlebnis zielende, elektronische Schildkröte „Roboturtle“ (15 Euro), an deren Körper Feuchtigkeitssensoren angebracht sind. Wenn das Spielzeug ins Wasser gesetzt oder der Panzer benetzt wird, beginnt es zu schwimmen oder zu kriechen.

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