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Neues Fahrgeschäft im Europapark : Im Schwebeflug durch die Märchenwelt

  • -Aktualisiert am

Förderband sorgt für reibungslosen Ein- und Ausstieg

Die Fahrt geht durch die Märchenwelt, die unter dem Dom aufgebaut ist, und zwar bis auf eine Höhe von 13,5 Metern, was schon mal zum Luftanhalten führt, denn man hat absolut nichts vor oder unter sich, und wechselt dann ins Freie, dreht ein paar Schleifen durch die Baumwipfel und saust dann wieder nach innen und an vielen Schauplätzen vorbei, wo stark vergrößerte Szenen eine genauere Vorstellung von den Minimoys-Königreichen vermitteln, denn die Detailfülle ist überwältigend, verstärkt durch unzählige Hightech-Spezialeffekte. Rund 850 riesige künstliche Mohnblumen, Blätter und Gräser „wachsen“ hier und vermitteln den Größenunterschied zwischen den Königreichen und der Realität, wenn man die rund 50 nachgebauten Filmfiguren in diesen Szenarien agieren sieht.

Die Wagen sind zu Zügen für zwölf Passagiere zusammengestellt, drei Reihen zu je vier nebeneinander. Sieben Züge können gleichzeitig unterwegs sein. Der Reihenabstand der Sitze ist so groß, dass sich jede Viererformation drehen kann, etwa wenn sie zu einer Stelle kommt, die man genauer betrachten soll, und dazu wird der Zug stark abgebremst. Auf diese Weise ist jede Reihe mal die erste. Den kleinen Kick vermittelt dann die unerwartete Beschleunigung, und zwar aus jeder Lage: Die Wagen können sich seitwärts, rückwärts oder vorwärts in Bewegung setzen, immerhin mit bis zu 0,5 g an jedem Punkt der Strecke. Das ist einzigartig bei einem Fahrgeschäft, diese Art von Figuren zu fahren ist mit einer Achterbahn nicht möglich. Das wird noch getoppt durch eine interaktive Funktion: Die Passagiere können auf Knopfdruck ihren Wagen drehen lassen. Hier treten die Drehkränze in Aktion, an denen jeder Wagen hängt.

Der Kinderfreundlichkeit dient dabei ein spezielles Sitzhaltesystem, so dass schon Vierjährige, wenn sie einen Meter groß sind, mitfahren können. Jede Runde dauert knapp fünf Minuten, der Wechsel der Passagiere geschieht fliegend: Zum ersten Mal ist in einem Fahrgeschäft des Parks am „Einsteigebahnhof“ ein Förderband installiert. Es hat die gleiche Geschwindigkeit wie die heranschwebende Bahn, und von dem aus steigen die Passagiere ein, nachdem die vorigen ausgestiegen sind, der Zug hält nicht. In 32 Sekunden läuft der Wechsel ab.

Ein Königreich aus 5.500 Kubikmetern Beton

Die Züge sind untereinander über W-Lan verbunden, es „weiß“ also jeder, wo die anderen gerade sind. Denn die Abstände können aufgrund der variablen Geschwindigkeiten zwischen 20 und 200 Meter schwanken. Kommt einer dem vorausfahrenden zu nahe, wird er sachte abgebremst. Und sollte tatsächlich einer mal irgendwo hängenbleiben, gibt es für jeden Zug eine Fernbedienung am Bahnhof, mit der er zurückgeholt werden kann. Rund 100 kW elektrische Energie braucht Arthur je Stunde, von denen ein beträchtlicher Teil über Rekuperation zurückgewonnen wird.

Wer nach den ersten Eindrücken von den Minimoys-Königreichen noch weiter in dieser Welt verweilen will, kann das in der großen Halle tun, wo das unterirdische Reich aus 5.500 Kubikmetern Beton so gestaltet wurde, dass man immer versucht ist zu prüfen, ob das nicht doch ein echter Baum oder eine echte Wurzel ist. Hier gilt in höchstem Maß der alte Werbespot über Beton: Es kommt drauf an, was man draus macht. Schließlich muss auch das Minimoys-Königreich den feuerpolizeilichen Vorschriften genügen, von denen des TÜV ganz zu schweigen.

Michael Mack, in achter Generation im Unternehmen als Geschäftsführer tätig und für dieses Projekt zuständig, freut sich auf die baldige Eröffnung, auch wenn sich der ursprünglich angepeilte Termin Anfang Juni nicht ganz halten ließ. Nicht nur, weil er dann den Kraftakt hinter sich hat, sondern auch, weil er mit der neunten Mack-Generation öfter mal in diese Märchenwelt eintauchen kann, denn „es gelingt mir immer wieder, mit Kinderaugen durch den Park zu gehen“. Und das sagt einer, der selbst im Park groß geworden ist.

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