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Skistiefel der nächsten Saison : So schnall kann’s gehen

Dunkle Macht: Nordica Speedmachine 3 130S. Die beiden Schräubchen am Heck dienen der Verstellung der Flexhärte. Bild: Hersteller

Pistenfahren, Tourengehen, Freeriden: Eigene Stiefel sind vielen Skifahrern wichtiger als eigene Bretter. Was gibt es Neues für die nächste Saison?

          5 Min.

          Beginnen wir den Artikel über Skistiefel-Neuheiten mit Neuigkeiten über alte Skistiefel. Den Anlass dafür liefert das italienische Unternehmen Tecnica. Das hat sich Gedanken gemacht über all die Schuhe, die Jahr für Jahr ausrangiert werden, und meint, es sei kein Zustand, dass sie am Ende des Gebrauchs im Restmüll landeten. 

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          3,3 bis 3,7 Millionen Paar werden Tecnica zufolge jährlich über alle Marken hinweg verkauft. Sie setzen sich aus etwa 120 Komponenten zusammen, Plastik unterschiedlicher Arten ist der Hauptbestandteil. Rund drei Kilogramm davon stecken in einem Paar Alpinstiefel. Obendrein werden Metalle verbaut sowie Textilien, Schäume, Neopren und Kunststoffe für die gepolsterten Innenschuhe. „Plastik an sich ist nichts Schlechtes“, meint Marketingmanager Maurizio Priano ganz grundsätzlich. „Aber der Gebrauch von Plastik ist außer Kontrolle geraten.“ 

          Tecnica hat jetzt angekündigt, einen Materialkreislauf in der Skischuhindustrie in Gang zu setzen. Vom Herbst an können Kunden beim Sportfachhändler alte Stiefel jeglicher Marke abgeben, sofern sie – man ahnt es schon – ein neues Paar von Tecnica kaufen. Es handelt sich dabei nicht bloß um ein Projekt zur Reduzierung der Müllproduktion und zum Zwecke eines besseren Gewissens. Dahinter steckt ein Geschäftsmodell, wie die Italiener unverkrampft wissen lassen. Abgesehen von der Ankurbelung eigener Umsätze sehen sie darin eine Stärkung des lokalen Einzelhandels. Zum Auftakt der Aktion „Recycle your Boots“ wurde ein Abkommen mit dem Handelsverbund Intersport geschlossen.  

          Transalp heißt Fischers neue Tourenstiefel-Baureihe, die für Skifahrer gedacht ist, denen Hochlaufen und Abfahren gleichermaßen wichtig ist. Drei Varianten sind verfügbar. Der Transalp Pro als leichteste Ausführung ist das Spitzenmodell der Baureihe. Bilderstrecke
          Im Überblick : Neue Skistiefel

          Gebrauchte Stiefel sollen gesammelt, nach Italien transportiert und vom Unternehmen Fecam in ihre Einzelteile zerlegt werden, wobei das Innenfutter entfernt und Kunststoff von Metall getrennt wird. Im nahegelegenen Werk von Laprima Plastic sollen daraus neue Rohstoffe gewonnen werden. Der Prozess wird Tecnica zufolge von Wissenschaftlern der Universität Padua überwacht, die die Auswirkungen der Skischuhproduktion und -entsorgung messen mit der Absicht, Fortschritte hinsichtlich Emissionen und Ressourcenverbrauch zu erforschen. Beim Entwerfen künftiger Skischuhgenerationen soll von vornherein die Recyclingfähigkeit einkalkuliert werden. Inwieweit in Zukunft Skier fürs Recycling in Frage kommen, will Tecnica ebenfalls klären. Zur Unternehmensgruppe gehört der österreichische Skihersteller Blizzard. 

          Mit dem Skischuhsammeln soll zunächst außer in Italien auch in Frankreich, Österreich, der Schweiz und Deutschland begonnen werden. Skandinavien, Spanien und Nordamerika sollen folgen. Kunden werden fürs Zurückgeben alter Stiefel nicht bezahlt, eine finanzielle Gegenleistung ist nicht vorgesehen. Die Belohnung besteht laut Tecnica darin, das Gefühl zu haben, etwas Gutes zu tun.  

          Bessere Modelle in unterschiedlichen Leistenbreiten

          Wer seinen Füßen etwas Gutes tun will, achtet beim Neukauf darauf, dass Schale und Innenschuh sich anpassen lassen. Das ist mittlerweile Standard bei Herstellern, die etwas auf sich halten. Selbst ärgsten Problemfüßen kann mittels Fräsmaschine oder Verformung unter Hitzeeinwirkung eine erträgliche Behausung zur Verfügung gestellt werden. Oft allerdings ist solcher Aufwand gar nicht erforderlich, weil dreidimensional vorgeformte Innenschuhe speziell um die Knöchel herum ein behagliches Ambiente bieten. Hilfreich ist zudem, dass viele Hersteller bessere Modelle in unterschiedlichen Leistenbreiten anbieten. 

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