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Nassrasierer im Test : Klingen auf Knopfdruck

Bild: F.A.Z.

Wer sich nass rasiert, kennt das Problem. Es zerrt und zieht am Bart, die Klingen sind stumpf. Nachschub ist nicht da, weil man immer nur morgens dran denkt. Gillette versucht hier nun zu helfen.

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          Damit eine Nassrasur ordentlich gelingt, müssen mehrere Dinge stimmen. Da ist der Rasierer selbst, der gut in der Hand liegen sollte. Die Klingen müssen scharf genug sein, damit sie nicht an den Barthaaren zerren. Weil man häufig vergisst, Nachschub zu bestellen, kämpft man dann doch mit stumpfen Klingen.

          Marco Dettweiler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gillette versucht hier nun zu helfen. In Zusammenarbeit mit „The Perfect Shave“ testet das Unternehmen gerade die „Gillette-Box“. Das ist eine etwas plumpe Plastikablage für den Nassrasierer. Bis auf die Dicke nichts Ungewöhnliches. Wäre da nicht dieser Knopf mit der Aufschrift „Order“. Damit kann Mann nämlich noch während der Rasur im Badezimmer neue Klingen bestellen. Einfach ein paar Sekunden drücken, schon wird eine Bestellung ausgelöst.

          Weil das Gesetz und Gillette die Väter vor dem Ruin schützen wollen, muss aus Sicherheitsgründen der Vorgang noch einmal in einer Mail bestätigt werden. Das geht mit dem Smartphone recht flott. Ein Klick auf den Link in der Mail genügt. Nach Aufgabe unserer Bestellungen ging der Nachschub beim Online-Versand noch am gleichen Tag raus. Allerdings lag der Maxibrief (Porto 2,75 Euro) erst am übernächsten Tag im Briefkasten. Und wenn man an einem Freitag bestellt, wird es auch schon mal Dienstag. Eines der vier Klingenpaketchen kam übrigens gar nicht an.

          Das Verfahren funktioniert natürlich nur dann, wenn man sich vorher auf einer Website einmalig anmeldet und seine Daten preisgibt. Die Anmeldeprozedur hat es in unserem Fall etwas gehakt, wir brauchten Geduld, bis wir durch das Menü durch waren. Die technische Unterstützung kommt von der Telekom. In der Gillette-Box steckt eine Sim-Karte, die durch den Knopfdruck kurzzeitig aktiviert wird, um über das Telekom-Netz eine Information an die Perfect-Shave-Server zu schicken, welche die weitere Abwicklung übernehmen. Wie viel die Box kosten wird, steht noch nicht fest, weil die Testphase des Projektes erst Ende dieses Monats enden wird.

          Was es schon zu kaufen gibt, ist der Nassrasierer, der mit der Box mitgeliefert wurde. Das Neue an ihm ist die Flexball genannte Technik. Sowohl die Aufhängung der Klingen als auch die Verbindung zwischen Kopf und Griff sind flexibel. Wenn man die Klingen am Kinn entlangführt, können sie in jede Richtung nachgeben. Es reicht also, mit dem Rasierer über die haarigen Flächen grob zu gleiten, auf die physiognomischen Eigenheiten des Gesichts reagiert der Flexball.

          Die Rasur gelang. Im Vergleich zum Billig-Rasierer aus dem Kaufhaus kamen wir schneller voran, die Rasur erfordert weniger Aufmerksamkeit. Die Rasur ist gründlicher und angenehmer. Auch blieben weniger Haare zwischen den Klingen zurück. Das glatte Kinn hat seinen Preis. Für den Nassrasierer verlangt Gillette zirka 11 Euro. Das bewegt sich noch im Rahmen. Doch vier Klingen kosten 17 Euro plus das Porto. Das ist sehr viel Geld. Aber am Morgen ist das fast egal.

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