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Nassrasierer im Test : Bart deco

Gelb leuchtende LEDs zeigen den moderaten 43-Grad-Modus an. Bild: Hersteller

Gillette überführt den Akt der Nassrasur in die Welt des Designs und des Luxus. Denn: Etwas Warmes braucht der Mann.

          3 Min.

          „Die Kürzung der Barthaare erfolgt üblicherweise mittels Rasur“, erklärt das allwissende Online-Lexikon. Die Aussage ist nach unserer Einschätzung korrekt. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass für viele Männer das Rasieren eine lästige Pflicht darstellt. Die Beseitigung der Stoppeln erfolgt weithin ohne Enthusiasmus. Dieser traurigen Tatsache hat nun endlich jemand ausreichend Beachtung geschenkt: Gillette.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          In diesen Tagen beginnt der Verkauf des Heated Razor, ausschließlich online, zu einem Preis, über den noch zu reden sein wird, den wir aber zunächst einmal unerwähnt lassen wollen. Denn es scheint für den Mann eine Ära anzubrechen, in der ihm jene Wärme entgegengebracht wird, die er benötigt. Eine Zukunft, in der er sich schon abends aufs Rasieren am nächsten Morgen freuen kann. Weil im Bad der Heated Razor auf ihn wartet.

          Vereinfacht gesagt, handelt es sich um einen weiteren Nassrasierer, genau genommen aber um das erste elektromechanische Instrument zur Haarentfernung mit integriertem Hitze-Element zur Erzeugung eines sensorischen Erlebnisses. Der Heated Razor hat einen zierlichen Edelstahl-Streifen am Klingenkopf, 26 Millimeter breit und drei Millimeter hoch, der während der Rasur über die Haut gleitet und dabei Wärme abstrahlt, mit dem beabsichtigten Effekt der Entspannung. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Mann das als angenehm empfinden und genießen, als Folge dessen womöglich die Rasiergeschwindigkeit reduzieren, um das Wärmegefühl auszukosten, was laut Gillette wiederum einen positiven Einfluss auf die Gründlichkeit der Rasur hat.

          Am unteren Ende des Schafts steckt die Technik fürs induktive Laden.
          Am unteren Ende des Schafts steckt die Technik fürs induktive Laden. : Bild: Wille

          Nach einigen Tagen morgendlicher Mäharbeiten im Dienste des Ausprobierens müssen wir, obwohl bisher aufs Kaltrasieren eingeschworen, einräumen, dass der Heated Razor funktioniert. Es ist sogar ein Vergnügen, ihn zu benutzen. Denn er bewirkt eine Veränderung im Mann. Wer sich früher achtlos die Haare aus dem Gesicht gekratzt hat, wird dazu animiert, den Vorgang zu zelebrieren, mit dem Resultat einer kleinen Stimmungsaufhellung beim Start in den Tag. Fährt man sich abends mit der Hand übers Kinn, fühlt man immer noch, dass man sich morgens sorgfältig rasiert hat.

          Dabei rasiert das Fünf-Klingen-Gerät im Prinzip genauso gut, wenn nicht per Knopfdruck die Heizung aktiviert wird. Die lässt sich in zwei Stufen einstellen. Gelb leuchtende LEDs zeigen den moderaten 43-Grad-Modus an, Orange steht für 50 Grad, was so heiß ist, dass man den Rasierer nicht mehr als eine Sekunde auf der Stelle hält. Vom Anschalten bis zur vollen Temperatur vergehen keine drei Sekunden. Steht das Gerät zum Laden auf seinem schmucken Sockel, der ein Eishockey-Puck von Apple sein könnte, signalisiert er das durch ein feinsinniges Pulsieren weißen Lichts sowohl an der Ladestation als auch am Griff.

          25 Prozent rasieren sich während des Duschens

          Dem Verlangen der Männer nach Wärme sind die Gillette-Strategen statistisch auf den Grund gegangen. Ihren Konsumentenforschungen zufolge halten 54 Prozent aller Eingeseiften ihren Nassrasierer unter heißes Wasser, bevor sie sich ans Werk machen. 25 Prozent rasieren sich während des Duschens, 37 Prozent unmittelbar danach. 15 Prozent legen sich, wie beim Barbier, erst mal einen warmen Lappen ins Gesicht. Deshalb die Erfindung des Heated Razor mit Wärmestreifen.

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