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Mobilkran von Lego Technic : Ein Typ für schwere Einsätze

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Bereit für die große Fahrt: Die Silhoutte des neuen Lego-Großmodells lässt die Größe des Krans nur erahnen. Bild: Peter Thomas

Klein war gestern: Der neue Mobilkran von Lego Technic lotet neue Dimensionen für den Modellbau mit den gelochten Kunststoffstäben aus. Wir haben den Fünfachser ausprobiert.

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          Sie haben es wieder getan: In schöner Regelmäßigkeit bringt der dänische Spielzeughersteller Lego neue Großmodelle seiner „Technic“-Reihe heraus, von denen Modellbauer aller Altersstufen mit einem Faible für Nutzfahrzeuge kaum die Augen lassen können. Gekauft werden diese Baukästen mit vielen hundert Elementen angesichts der bis 200 Euro reichenden Preise allerdings eher von Erwachsenen als von Kindern. Und genau für diese Zielgruppe hat Lego eigens das Label „Lego Men“ entwickelt. Zu dessen erfolgreichsten Modellen gehört der Unimog U400 aus dem Jahr 2011.

          In die Fußstapfen des Alleskönners von Mercedes-Benz soll nun ein fünfachsiger Mobilkran treten (Set Nummer 42009, rund 170 Euro), der als „größtes und komplexestes Technic-Modell“ der Lego-Geschichte beworben wird. Seinen Anspruch als Platzhirsch im Reich der Knopfstein-Miniaturen macht der Kran mit mehr als 2600 Teilen, bis zu 80 Zentimeter Höhe bei voll ausgefahrenem Teleskoparm, 60 Zentimeter Länge und einem Gewicht von mehr als 2,5 Kilogramm deutlich. Diesen Superlativ relativiert allerdings die Funktionalität des Modells ein wenig. Denn vom Elektromotor angetrieben werden lediglich die Kranfunktionen sowie das Ein- und Ausfahren der Stützen.

          Selbst fahren kann die Miniatur zwar nicht, aber die Kolben des V8-Motors bewegen sich beim Schieben. Bilderstrecke

          Der V8-Motor des Krans dagegen hat zwar schön nachgebildete Kolben und Kurbelwelle. Diese filigrane Mechanik bewegt sich aber nur, wenn das Modell von Hand geschoben wird, denn einen Fahrantrieb gibt es nicht. Auch gelenkt wird von Hand, wobei die Ansteuerung von vier der insgesamt fünf Achsen nach dem Ackermann-Prinzip vorbildlich umgesetzt ist. Das Modell, sagen erfahrene Baustein-Ingenieure, hat jedoch Potential für die technische Ertüchtigung. Der Einbau eines Fahrmotors sowie einer Fernsteuerung für Lenkung und die anderen Funktionen stehen dabei in den einschlägigen Web-Foren weit oben auf den Wunschlisten.

          Unserer Meinung nach ist das allerdings Kür. Denn den Spielspaß des Rüstens (Ausfahren und Absenken der Stützen, Aufrichten und Teleskopieren des Auslegers) und des Einsatzes (Heben und Senken des Kranhakens) ermöglicht das Modell schon in seiner vorliegenden Konfiguration. Höchstens hätten wir uns noch einen Antrieb des Drehkranzes gewünscht, der beim serienmäßigen Modell von Hand geschwenkt werden muss.

          Gesteuert wird der Kran über zwei rote Hebel und den Wechsel der Motordrehrichtung: Unten am Rahmen bedient der Maschinist die Stützen (Hebel nach links zum Ein- und Ausfahren, nach rechts zum Hoch- und Runterfahren), mit dem Hebel am Oberwagen wird teleskopiert, der Ausleger aufgerichtet und der Haken gehoben oder gesenkt. Während sich diese Getriebe jeweils leichtgängig bedienen lassen, ist der Wechsel der Motordrehrichtung über einen Schiebeschalter auf dem Batteriekasten im Heck des Oberwagens recht hakelig. Hier darf sich Lego gerne einen leichtgängigen elektrischen Wechselschalter ausdenken, der in den Aufbau der Technic-Modelle integriert wird.

          Der gelbe Gigant ist die vorerst jüngste Evolutionsstufe einer Familie von Kranmodellen, die sich bis in die Frühzeit der Technic-Kästen zurückverfolgen lässt: Bereits 1978 stellte Lego einen zweiachsigen Autokran für die Technic-Reihe mit der Modellnummer 855 vor. Damals war die neue Spielwelt gerade ein Jahr alt, Lego hatte das Konstruktionssystem mit den für Steckverbindungen perforierten Steinen, Zahnrädern, Kreuzstangen und anderen Elementen 1977 unter dem Slogan „Technik wir in Wirklichkeit“ auf den Markt gebracht.

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