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Microsoft stellt vor : Die Xbox mit Hand und Fuß steuern

  • -Aktualisiert am

Da ist Körpereinsatz gefragt: Project Natal macht allen Spaß Bild: Wiseman

Mit dem Project Natal für seine Konsole zeigt der Softwareriese, wie er sich in Zukunft die Bedienung von Spielen und Unterhaltungsmedien vorstellt: mit vollem Körpereinsatz, aber ohne Tanzmatten.

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          Tom Cruise hebt seine Hände. Die Bilder des Displays folgen seinen Gesten. Die Szene stammt aus „Minority Report“. Der Spielfilm zeigte 2002 eine Vision, wie sich berührungslos ein Rechner steuern lässt. Kinect, bisher bekannt als Project Natal, realisiert 2010 diese Bedienung für die Xbox 360. Nur mit der Bewegung seiner Hände, seiner Füße, seines Körpers steuert der Spieler die Spielfigur auf dem Bildschirm, ohne Maus oder Tastatur, ohne Joystick oder Controller, ohne Fernbedienung oder Datenhandschuh. Die Spielsteuerung von Kinect funktioniert freihändig, es braucht keine spezielle Kleidung oder aufgeklebte Kennzeichen und keine spezielle Spielfläche wie beispielsweise Tanzmatten. Voraussetzung ist lediglich der Xbox-Sensor, der vor dem Fernsehgerät steht. Tritt jemand in sein Blickfeld, wird er als Spieler erkannt. Dann registriert der Sensor von Kopf bis Fuß alle Körperbewegungen und lässt die virtuelle Spielfigur auf dem Bildschirm synchron agieren. Der Mensch vor dem Bildschirm kontrolliert das Geschehen mit seinen Gesten.

          In seiner amerikanischen Zentrale gab uns Microsoft die Gelegenheit, diese Steuerung mit vollem Körpereinsatz auszuprobieren. Testobjekt war „Natal Adventures“, das erste Spiel, das voll auf die Kapazität des neuen Spielesensors setzt. Der Sensor steht vor dem Fernsehgerät, ist über ein USB-Kabel mit der Xbox 360 verbunden. Er kombiniert eine RGB-Kamera, welche die Bewegungen des Spielers aufnimmt, mit einem Infrarotprojektor und einem monochromen Cmos-Bildsensor, der die Tiefe des Raums in 3 D beobachtet, und einem Mehrbereichsmikrofon (Multiarray Microphone), das Stimmen lokalisiert und Umgebungsgeräusche eliminiert. Dies alles ist unspektakulär verbaut in einem rund 20 Zentimeter langen, schmalen Plastikgehäuse, dessen maßgeschneiderter Chip mit seiner integrierten Software dafür sorgt, dass sich Einzelinformationen der Bauteile zu einem magischen Gesamtbild fügen. Und das hat es in sich.

          Selbst unsportliche Teilnehmer machen Luftsprünge

          Drei Spiele umfasste die von uns getestete Version von „Natal Adventures“, bei denen die Spieler einfach in einem Abstand von ein bis zwei Metern vor dem Bildschirm agieren. Beim Start mit „River Rush“ geht es darum, ein Schlauchboot mittels Hüftschwung und Sprüngen über Stromschnellen und Hindernisse gleiten zu lassen und Punkte zu sammeln. Dem virtuellen Rafting folgt der „Obstacle Course“, ein Hindernislauf auf einer rollenden Plattform, die mit Armwedeln und Hopsen beschleunigt wird, um dann durch Hüpfen, Ducken und Seitschritte den Hürden auszuweichen. Beim abschließenden „Rally Ball“ handelt es sich um ein Ricochet-Spiel, bei dem mit Schlägen, Fausten, Fußtritten und Kopfstößen die Bälle im Feld gehalten und Punkte gesammelt werden müssen. Wer schließlich das Spiel zu Ende gebracht hat, wird damit belohnt, dass eine Tanzgruppe erscheint, die der Mensch vor dem Bildschirm einige Sekunden lang mit seinen Bewegungen choreographieren kann. Die Aufzeichnung dieses virtuellen Balletts, das sich mit Gesang stimmlich untermalen lässt, kann dann als sogenannte „Living Statue“ an Freunde und Bekannte zu deren Erheiterung versandt werden.

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