https://www.faz.net/-gy9-9o2q8

Messer Synchros von Güde : Leicht übergriffig

Eine Besonderheit des Synchros von Güde: Das Messer lässt sich in mindestens drei Griffpositionen gut halten. Bild: Hersteller

Messer gibt es viele. Das Synchros von Güde sticht durch seine besondere Form hervor. Dadurch lässt sich die Griffposition leichter ändern und bequemer schneiden.

          Messer müssen scharf sein. Aber nicht nur das. Wer eineinhalb Kilogramm Zwiebeln fürs Gulasch zerkleinert, wird auch gute Ergonomie schätzen. Je besser ein Messer in der Hand liegt, desto weniger anstrengend ist die Bewegung des Schneidens. Die Messer-Manufaktur Güde aus Solingen will es den Köchen dieser Welt mit seiner Modell-Reihe Synchros besonders angenehm machen. Sie ist vierteilig und besteht aus einem Koch-, Zubereitungs-, Trachier- und Brotmesser. Der Griff aus Räuchereiche mit einer Länge von 12,5 Zentimeter ist bei allen Modellen gleich groß. Er sitzt ungewöhnlich hoch und nimmt sich viel Platz, wenn er die Biege macht für die Klinge, deren Ende äußerst spitz zuläuft.

          Dadurch bekommt das Kochmesser eine enorme Klingenlänge von 23 Zentimeter. Das Zubereitungsmesser sieht noch ungewöhnlicher aus, weil bei gleichbleibender Griffgröße und Proportionen die Klinge noch 14 Zentimeter misst. Trachier- und Brotmesser sind etwas weniger spektakulär in ihrer Form. Wobei die Variante mit dem Wellenschliff eine Klingenlänge von 32 Zentimeter erreicht, was so manche Machete als Spielzeug aussehen und alle Brotlaibe dieser Welt problemlos in Scheiben zerfallen lässt.

          Wir haben in erster Linie das Koch- und Zubereitungsmesser ausprobiert, weil diese Modelle zwei Vorteile ausspielen: Mit diesen Messern kann man richtig übergriffig werden. Für filigrane Tätigkeiten rutscht man mit der Hand einfach nach vorn, um den Abstand zwischen Spitze und Hand zu verringern. Beim Zubereitungsmesser lässt sich das so weit treiben, dass nur noch der kleine Finger um den Griff fasst, der Zeigefinger ganz vorn auf der Spitze liegt und der Daumen das Messer an der Klingenseite stabilisiert. Da dieses Messer aufgrund seiner Größe manchem Kochmesser gleichkommt, kann man es für die meisten Anwendungen einsetzen. Knoblauch lässt sich ebenso zerkleinern wie Zwiebeln, Zucchini oder Fenchel.

          Die Klinge hat keinen geraden Abschnitt, somit lässt sich die typische Schneidetechnik noch rhythmischer und kraftsparender anwenden. Bilderstrecke

          Allerdings taugt es nicht ganz als Universalmesser. Für einen Weißkohl oder eineinhalb Kilogramm Rindfleisch am Stück, das zu Gulasch werden soll, bietet sich das Kochmesser eher an. Auch hier kann die Hand übergreifen, so dass Daumen und Zeigefinger immerhin bis in die Mitte der 23 Zentimeter langen Klinge reichen. Das ist wiederum für Kleinstarbeiten nicht optimal, so dass auch das Kochmesser nicht vollends als Universalmesser durchgeht.

          Dafür spielt es bei längeren Schnibbeleien einen Vorteil aus, der durch die besondere Rundung der Klinge zum Tragen kommt. Da sie keinen geraden Abschnitt hat, lässt sich die typische Schneidetechnik noch rhythmischer und kraftsparender anwenden. Die kreisende Bewegung, mit der man Möhren, Zwiebeln, Lauch, Paprika und vieles andere in Scheiben schneidet, wird nicht wie bei anderen Messern kurz unterbrochen, wenn man die Klinge abrollt, um sie neu anzusetzen. Die Rundung zwingt den Koch dazu, die kreisende Bewegung weiterzuführen. Dadurch verhindert das Synchros auch, dass die Lebensmittel gehackt und nicht geschnitten werden. Der etwas breitere Griff, der sich zur Klinge hin verjüngt, liegt zudem bei jeder Griffposition gut in der Hand.

          Die anderen gehören nicht zum alten Eisen

          Dass Güde mit dem Synchros „ein neues Kapitel in seiner langjährigen Messer-Herstellung aufgeschlagen hat“, ist aus Unternehmenssicht sicherlich nicht übertrieben formuliert. Nur sind die alten Kapitel von Güde und anderer Manufakturen gefüllt mit Modellen, mit denen Köche seit vielen Jahren erfolgreich ihre Lebensmittel schneiden. Die herkömmlichen Modelle gehören dadurch nicht zum alten Eisen.

          Wer sich jedoch vorgenommen hat, demnächst ein hochwertiges Messer zu kaufen, sollte das Synchros auf jeden Fall ausprobieren. Das Zubereitungsmesser kostet 190 Euro, das Kochmesser 230 Euro und das vierteilige Set 886 Euro. Die handgeschmiedeten Klingen sind aus Chrom-Vanadium-Molybdän-Stahl. Nachhaltig scharf sind die Messer also auch.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Reformen der Koalition : Immer auf die Besserverdiener

          Egal ob Baukindergeld, Pflegereform oder Soli – die große Koalition schließt Einkommensstarke konsequent von finanziellen Entlastungen aus. Die Grenzen setzt sie dabei willkürlich und der Papierkrieg ist immens.

          Brandenburg : Ist das schlimmer als Diktatur?

          Angegriffen und abgehängt: Vor den Landtagswahlen kocht im Osten die Stimmung. Davon profitiert vor allem die AfD. Eine Reise durch die Dörfer Brandenburgs.
          „Er ist ein Kind“: Der frühere Kongressabgeordnete Walsh tritt über Trump an

          „Er ist ein Kind“ : Republikaner Walsh fordert Trump heraus

          Donald Trump sei dem Präsidentenamt nicht gewachsen, sagt der frühere Kongressabgeordnete Joe Walsh über Donald Trump. Bei den Vorwahlen der Republikaner will der Radio-Moderator ihn herausfordern.

          AfD in Sachsen : Die DDR ist ein Wahlkampfschlager

          In Sachsen will die AfD die Landtagswahl gewinnen – dafür bedient sie gezielt ein Zerrbild der Wirklichkeit. Ihre Wähler stört das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.