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Messe Ispo 2020 : Fasern for future

Bio-Brille von Spektrum: Nur die Scheibe wird konventionell gefertigt

Spektrum aus Schweden – Skilegende Ingemar Stenmark ist Teilhaber – nutzt für den Rahmen seiner Skibrille Östra (189 Euro, Ersatzscheibe inklusive) Bio-Materialien, für das elastische Band Recycling-Polyester, für das Markenemblem Aluminium vom Gebrauchtmarkt. Konventionell an der Östra sind allein die magnetisch befestigten Visiere.

Schutz mit Schaf: Der Rückenprotektor von Alpina besteht komplett aus Wolle

Viel Aufmerksamkeit erregte Alpina mit einem 149 Euro kostenden Rückenprotektor für Skifahrer und Snowboarder, der komplett aus Schafwolle besteht. Geplant hatten die Entwickler das anfangs nicht. Sie wollten zunächst nur prüfen, inwieweit sich Wolle zur Isolation einsetzen lässt. Nach und nach stellte sich heraus, dass sich das ganze Teil einschließlich der gepressten Prallplatte aus Schafbehaarung fertigen lässt. Vorteil nebenbei laut Alpina: Der Wollene funktioniert temperaturunabhängig und reguliert das Klima am Körper.

Grünes Händchen: Eco-Skihandschuh von Roeckl

Welche Mühen es bereiten kann, nachhaltig zu sein, zeigt das Beispiel des bayerischen Handschuhspezialisten Roeckl, dessen Produkte aus bis zu 30 Einzelteilen zusammengesetzt werden. Drei Jahre haben die Entwicklung und die Suche nach passenden Recycling-Materialien für die neue Eco-Serie von Skihandschuhen in Anspruch genommen. Roeckl will damit demonstrieren, was zur Zeit möglich ist: Oberstoff aus PFC-freiem Ecobreeze-Laminat, Bluesign-zertifizierte Sympatex-Membran, biologisch abbaubare Primaloft-Isolierung, Futter nach Öko-Tex-Standard, elastische Fangleine überwiegend aus Recycling-Fasern, trommelgegerbtes Ziegenleder für die Innenhand. In den Handel kommen die Eco-Handschuhe für 99 Euro, Kinderversionen für 59 Euro, jeweils etwa 20 Euro mehr, als konventionell hergestellte Modelle kosten. Eco-Handschuhe für Reiter und Radfahrer sollen rasch folgen.

Ziener nennt sein aus 24 Teilen bestehendes Skikleidungssortiment Ex4 für den Winter 20/21 „klimaneutral“. Das deutsche Unternehmen verwendet Recyclingstoffe, berechnet die CO2-Emissionen, die am Standort Oberammergau und während der Herstellung der Ex4-Kollektion verursacht werden, und betreibt zum Ausgleich Waldschutzprojekte im Oberallgäu und in der Mongolei, bietet obendrein einen Reparatur-Dienst, was Kunden freuen wird. Was die jedoch schlucken müssen: Eine Ex4-Freeride-Jacke wie die Satura für Damen kostet mit 600 Euro etwa das Doppelte dessen, was Ziener für eine herkömmliche verlangt.

Heizung für Jacke und Hose: Intellitex von Schöffel

1000 Euro kann man bei Schöffel für die Skijacke Canazei ausgeben, 700 weitere für die zugehörige Hose. Das Außergewöhnliche daran: Beide sind in mehreren Wärmestufen beheizbar, verfügen über jeweils getrennte, herausnehmbare Systeme mit einer Powerbank als Energiequelle. In die flexiblen Heiz-Pads sind ein Millimeter dünne Karbon-Röhrchen eingearbeitet, zudem Temperatur- und Bewegungssensoren. Intellitex heißt die für weitere Kleidungsstücke vorgesehene Technik des Familienunternehmens aus Schwabmünchen.

Energieträger: Skijacke von Descente mit Solarmodulen

Ein Heizsystem weist auch die 1900-Euro-Nobeljacke Solar Thermo von Descente aus Japan auf. Der Clou: zwei biegsame Solarpaneele an den Oberarmen und ein drittes an den Schultern. Der Strom fließt in eine Powerbank, aus der sich die Jackenheizung bedient. Oder das mitgeführte Smartphone.

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