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Mechanische Uhren : Auf die Tausendstelsekunde genau

  • -Aktualisiert am

Der Mikrotimer von Tag Heuer kann eine Tausendstelsekunde anzeigen. Bild: Hersteller

Die Faszination mechanischer Uhren ist ungebrochen. Neben Komplikationen war extrem hohe Messgenauigkeit eine Sensation der Baselworld 2011. Weil Uhrmacher zeigen wollen, was sie können.

          Länge läuft, wissen die Segler, Luxus auch. Das erkennt man an den Zahlen, die von den Herstellern hochwertiger mechanischer Uhren zu hören sind. Denn die Finanzkrise hat zwar eine kleine Schreckdelle in die Umsatz- und Absatzdiagramme gedrückt, aber die war nach einem Jahr schon vergessen und im nächsten ausgebeult. Das laufende Jahr 2011 nimmt gerade - wenn nicht alles täuscht - Anlauf zu neuen Rekorden. Daher ist auf der Baselworld, der größten Uhren- und Schmuckmesse der Welt, diese wieder - oder noch - in Ordnung.

          Ein großes Thema hat die Messe nicht, dafür etliche kleinere: Es gibt neue Materialien oder neue Kombinationen, die Gehäuse werden ein wenig kleiner, aber es ist wie in der Mode: Es geht alles, von Maxi über Midi bis Mini. Roségold am Gehäuse, meist in Kombination mit Schokobraun oder Champagnerfarben für Band oder Zifferblatt, ist so weit verbreitet, dass man kaum noch Gelbgold sieht, einige Hersteller widmen den Damen ganze Kollektionen mechanischer Zeitmesser, weil sie der Meinung sind, auch die Weiblichkeit schätze deren höhere Wertigkeit. Und dann sieht man noch jede Menge Uhren, die gestalterische Anleihen nehmen bei ihrer eigenen - wenn rühmlichen - Vergangenheit, freilich mit modernster Technik im Gehäuse. Die Preise steigen - was sonst um vier bis acht Prozent, wahlweise wegen des starken Frankens oder der Höhe des Goldpreises.

          Erstmals dreifache Komplikation bei Patek Philippe

          Das größte Aufsehen bei Technik-Begeisterten erregte Tag Heuer: Mit einem mechanischen Armband-Chronographen eine Tausendstelsekunde zu messen und anzuzeigen ist ein geradezu aberwitziger Anspruch, aber der Mikrotimer Flying 1000 Concept Chronograph erfüllt ihn. Eines seiner beiden Herzen schlägt dabei mit der unglaublichen Frequenz von 3,6 Millionen Halbschwingungen je Stunde, entsprechend 500 Hertz. Dieses ultraschnelle Stoppwerk, das ohne klassische Unruh funktioniert, arbeitet unabhängig von einem zweiten Uhrwerk, das nur die Zeit anzeigt. Basis für das Konzept des sensationellen Mikrotimers, für den zwölf Patente beantragt wurden und auf dessen Marktreife Präzisionsenthusiasten noch eine Weile warten müssen, war der Heuer Carrera Mikrograph 1/100 Second Chronograph, der erst im Januar präsentiert worden war. Er misst, wie der Name sagt, „nur“ eine Hundertstelsekunde. In einem rotgoldenen Gehäuse wird er im September für etwa 40 000 Euro an 150 Kunden verteilt. Auch er enthält zwei Schwungräder, eines für die Uhr (4 Hz) mit 42 Stunden Gangreserve und eines für die Stoppuhr (50 Hz) mit 90 Minuten.

          In der neuen Omega Speedmaster steckt ein neues Chronographen-Kaliber, das Zifferblatt ist emailliert.

          Uhrmacherisch ähnlich anspruchsvoll ist die neue Patek Philippe Referenz 5208. In ihrem Gehäuse von 42 Millimeter Durchmesser und 10,7 Millimeter Höhe steckt - zum ersten Mal bei Patek Philippe - eine dreifache Komplikation: Minutenrepetition, Chronograph und ein ewiger Kalender mit großen Fensteranzeigen. Einen großen Teil der 701 Uhrwerksteile sieht man durch den Saphirglasboden, das Automatikwerk hat eine Frequenz von 21 600 Halbschwingungen je Stunde (3 Hz) und bietet 48 Stunden Gangreserve. Die Triple Complication kommt im Calatrava-Stil und ist in Platin gekleidet. So kompliziert das Uhrwerk, so einfach der Preis: 683.000 Euro, zu haben nur in Genf.

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