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Matratzen : Auf den Punkt gebracht

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In einem letzten Arbeitsschritt wird die lose zusammengelegte Matratze vernäht Bild: Marcus Kaufhold

Matratzen und ihre Unterkonstruktionen sind für das Wohlbefinden während der nächtlichen Ruhezeit zuständig. Dabei buhlen unterschiedliche Systeme um die Gunst der Schläfer.

          Man schwebe wie auf einer Wolke, versprechen Matratzenhersteller. Mit dieser Botschaft suggerieren sie ein Liegegefühl, das jedoch den Gutmenschen vorbehalten bleibt. Für den großen Rest der Menschheit sind diese Erfahrungen unerreichbar. Doch auch die Himmelsstürmer unter uns werden wohl nicht darauf erpicht sein, recht bald das ultimative Liegevergnügen zu erfahren. Wir werden uns erst einmal damit begnügen, was uns die Industrie an Schlafunterlagen anbietet.

          Die Auswahl ist schier unerschöpflich. Und auch die Menge an (neuen) Matratzen, die Jahr für Jahr in deutsche Schlafstuben getragen werden, muss riesig sein. Nur so lässt sich erklären, dass die wie Pilze aus dem Boden schießenden Betten- und Matratzendiscounter überleben können. Doch matratzensüchtig scheint das Gros der deutschen Schläfer nicht zu sein. Denn wie man im Fachhandel erfährt, werden die Schlafunterlagen keineswegs, wie empfohlen, spätestens alle zehn Jahre gewechselt. Meist bleiben sie deutlich länger im Dienst, was vor allem daran liegen soll, dass Matratzen ein Schattendasein fristen, keine Statussymbole sind, mit denen sich angeben lässt. Und ein zweiter Grund: Selbst alte, unansehnlich gewordene Exemplare verschwinden einfach unter den Laken.

          Derzeit erfährt die Matratze, ganz zur Freude der Branche, eine Renaissance. Verantwortlich ist dafür das in Deutschland lange weitgehend unbekannte Boxspring-Bett. Nur wer in den Hotels der Spitzenklasse absteigt, in Übersee unterwegs ist oder die Anzeigen über diese „Traumbetten“ in Schöner-Wohnen-Zeitschriften betrachtet, weiß, wovon hier die Rede ist. Boxspring-Betten sind wuchtige Doppeldecker, in die man nicht wie in manche Designerschlafstätten auf allen Vieren hineinkriechen muss. Mit einer stattlichen (Liege-)Höhe von rund 50 Zentimeter und herrschaftlichen Ausmaßen bilden sie zwangsläufig den Mittelpunkt der Schlafräume, die deutlich größer sein müssen als die im sozialen Wohnungsbau.

          Die Stofftaschen, in die die Zylinderfedern eingenäht werden

          Fünf unterschiedlichen Federtypen

          Boxspring-Betten sind nicht nur hoch, sie reichen auch weit zum Boden hinab. Verstecken kann man sich darunter nicht. Dafür liegt man besonders komfortabel, und, was mindestens ebenso wichtig ist, es bildet sich ein angenehmes „Schlafklima“ - eine Wohlfühlkombination, die sich aus dem Aufbau dieses Bettentyps ergibt: Das Unterteil, die sogenannte Unterfederung, besteht aus einem stoffbespannten Rahmen (Box), dem Stahlfedern (Spring) dämpfende Eigenschaften verleihen. Darauf liegt die eigentliche Matratze, der, wie beim schwedischen Dux-Bett, ein federndes Stahlgewebe (continuous coil) die gewünschte Elastizität verleiht. Oder es stecken in den Obermatratzen zahllose Spiralfedern, die in kleine Stofftaschen eingenäht sind, so dass sie beim Niederdrücken ihre vertikale Ausrichtung behalten und nicht zur Seite ausweichen können.

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