https://www.faz.net/-gy9-15ll1

Mahlwerk : Der Titan unter den Pfeffermühlen

Chroma-Mühle: Toque Bild: Akantus

Noch etwas Pfeffer? Ja. Aber mit welcher Mühle? Die Fülle unterschiedlicher Typen führt zur Frage nach der „optimalen Pfeffermühle“. Entscheidend ist, was man mit der Mühle erreichen will. Kaum eine Bauform taugt für jeden Zweck.

          Nicht nur in italienischen Restaurants gehört die Frage, ob man auf Salat oder Carpaccio noch etwas Pfeffer gestreut haben will, zum festen Bestandteil des Service. Stimmt man zu, werden lange, säulenförmige Mühlen in Betrieb gesetzt, die mit ihrem Drehknopf und den ringförmigen Ausbuchtungen alle ähnlich aussehen. Innen arbeiten fast überall metallische Mahlwerke. Vor allem die von Marktführer Peugeot, der seit 1874 mit dem Markenzeichen des Löwen auf die kräftigen Zähne seiner millionenfach hergestellten „Zerkleinerer“ verweist. Doch wie der Blick in den Schrank jedes engagierten Hobbykochs verrät, bietet der Mühlenmarkt mehr als das über die Jahre immer weiterentwickelte Peugeot-Mahlwerk, das anfangs aus vergleichsweise schnell korrodierendem Stahl gefertigt wurde. Später schützte man das Metall durch eine Nickelschicht, heute ist es eine im Plasma aufgetragene Hartmetall-Schicht.

          Georg Küffner

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Neben dem Klassiker aus dem Hause Peugeot stehen Einmalmühlen mit Mahlwerken aus Kunststoff. Es finden sich batteriebetriebene Elektromühlen, die sich auf Knopfdruck in Betrieb setzen und mit einer an der Unterseite angebrachten Lampe das Steak beleuchten. Und seit rund 20 Jahren werden Mühlen mit keramischen Mahlwerken angeboten, die aufgrund ihrer Härte und Korrosionsbeständigkeit gern auch zum Zerkleinern von Salz eingesetzt werden. Diesen Vorteilen steht die Bruchempfindlichlichkeit der Keramik gegenüber, so dass sich „Probemahlen“ einer nicht befüllten Keramikmühle verbietet. Denn dabei können Zähne oder ganze Teile aus dem Mahlwerk herausbrechen.

          Die Fülle unterschiedlicher Mühlentypen führt zur Frage nach der „optimalen Pfeffermühle“. Die lässt sich nach den Worten von Gerhard Scherbinski-von Volkmann von Akantus Design in Münster, einem ausgemachten Mühlenfachmann, nicht so einfach beantworten. Denn entscheidend sei, was man mit der Mühle erreichen wolle. So tauge jede Bauform, wenn es darum gehe, den Pfeffer direkt in den dampfenden Kochtopf zu streuen (was man jedoch nicht tun sollte, da sich dabei Kondensat im Mahlwerk bildet). Selbst die von einem Keramikmahlwerk zerquetschten Körner seien, wie das aus Stahlmühlen rieselnde Pulver, zum Nachwürzen geeignet. Nur wer etwa ein fertiggegartes Steak mit dem ultimativen Pfefferkick sensorisch noch interessanter machen wolle, der benötige extrem fein geschnittene Körner. Und die lassen sich, davon ist der Mühlenexperte überzeugt, nur mit einem extrem und immer scharfen Mahlwerk herstellen.

          Mahlwerke unterscheiden sich im Material (Titan, gehärteter Stahl, Edelstahl, Keramik) und in der Zahl der Nuten, die den Drehwiderstand bestimmen

          Beim Gegeneinanderdrehen verhaken sich die Teile nicht

          Darum hat Akantus für das Unternehmen Chroma Mühlen mit einem Mahlwerk ausgerüstet, das sich von allen bisherigen unterscheidet: Sowohl der Mühlenring als auch der sich darin drehende Kern des Mahlwerks - „ProCuTe Cutting Gear“ genannt - bestehen aus Titan. Beim Gegeneinanderdrehen verhaken sich dadurch die beiden Teile nicht. Im Gegenteil, die Zähne des Mahlwerks schärfen sich, denn, wie Scherbinski-von Volkmann erklärt, es finde beim Reiben der Zähne eine „Fließverformung statt, ohne dass dabei Späne entstehen“.

          Wer das von uns ausprobierte Modell Toque zum gepfefferten Preis von 149 Euro in die Hand nimmt, dem fällt sofort dieses „gleitende“ Mahlen auf. Über eine präzise eingebaute Verstellmutter (am unteren Ende der Mühlenachse) kann der Mahlgrad stufenlos von sehr fein bis geschrotet eingestellt werden. Wichtig: Die einmal gewählte Körnung bleibt bis zum nächsten Verstellen gleich.

          Weitere Themen

          Samsung präsentiert faltbares Smartphone Video-Seite öffnen

          Galaxy Fold : Samsung präsentiert faltbares Smartphone

          Smartphone und Tablet in einem: Als erster großer Hersteller präsentiert Samsung ein faltbares Mobilgerät. Mit dem Galaxy Fold wollen die Südkoreaner zeigen, dass der hart umkämpfte Smartphone-Markt immer noch für Innovationen gut ist.

          Imposante Flugmanöver Video-Seite öffnen

          Präsentation von Neuheiten : Imposante Flugmanöver

          Bei der „Aero India“ in Bangalore zeigen militärische und zivile Luftfahrtindustrie ab Mittwoch, was sie zu bieten haben. Überschattet wurde die Messe von einem Unfall bei Übungen zur Flugschau.

          Topmeldungen

          Unter Druck: AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel am Donnerstag im Bundestag

          Spendenaffäre : Eine Blamage für die AfD

          Die Spendenaffäre ist für die AfD eine inhaltliche Bankrotterklärung. Sie belegt die tief in der Partei verankerte Verantwortungslosigkeit, die innerhalb der AfD gerne als Freiheit verkauft wird. Ein Kommentar.

          Brexit-Krise : Muss May in drei Monaten zurücktreten?

          Großbritannien will am 29. März aus der EU austreten – wenn es nach May geht zur Not auch ohne Abkommen mit Brüssel. Danach könnte für die Premierministerin Schluss sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.