https://www.faz.net/-gy9-qyti

Luftreiniger : Bitte nicht nur einmal tief durchatmen

  • -Aktualisiert am

Bakterienfresser: Plasmacluster von Sharp Bild:

Der Plasmacluster von Sharp reinigt nicht nur die Zimmerluft. Angereichert mit Ionen hat die Luft beinahe Hochgebirgsqualität. Und Bakterien oder Viren bleiben damit auch gleich auf der Strecke.

          Auf den ersten Blick sieht das Gerät aus, als seien zwei Stereolautsprecher zu nahe zusammengestellt worden. Die funktionsreiche Fernbedienung tut ein übriges zur elektronischen Impression. Und richtig: Der Luftreiniger Plasmacluster von Sharp ist viel mehr als ein leiser Lüfter mit einem feinen Filter davor.

          Vor dem Aufstellen muß man die sorgsam separat verpackten Filtermatten einlegen. Sie haben es in sich. Hinter dem Vorfilter sitzt der Hepa-Filter. Dieser Mikrofeinfilter - Hepa steht für "High Efficiency Particulate Air" - hält selbst den ominösen Feinstaub zurück, der gegenwärtig "in aller Munde" ist. Vom Filter werden mindestens 85 Prozent aller Teilchen in der Größenordnung eines zehntausendstel Millimeters aufgehalten. Die Belüftung läßt sich in vier Gebläsestufen automatisch regeln. Je nachdem werden mit Macht, sprich 53 Watt Stromverbrauch, stündlich bis zu 360 Kubikmeter Luft gereinigt oder flüsterleise, mit nur 4 Watt, 43 Kubikmeter Raumluft umgewälzt. Der Lüfter Sharp FU-60 SES, er kostet rund 400 Euro, ist für Räume mit bis zu 46 Quadratmeter Fläche bestimmt, was natürlich nur einen groben Anhaltspunkt für den möglichen Einsatz gibt. Die kleineren Schwestermodelle FU-40 SES und FU-21 SES reichen für 31 oder 15 Quadratmeter. Das ganze Gerät kann sich nach einer, nach vier oder acht Stunden abschalten, sich dann sozusagen in der eigenen guten Luft zur Ruhe begeben. Rauchpartikel, Pollen, Staub, Abgase und andere Luftverunreinigungen werden zurückgehalten, sogar Schimmel schwindet. Ein eigener, auswaschbarer Aktivkohlefilter desodoriert, im Hepa-Filter wirkt zudem laut Hersteller das Mineral Apatit, die Lebensdauer wird mit drei bis fünf Jahren angegeben. So findet der Lüfter Einsatz in Wartezimmern, Raucherwohnungen und bei Heuschnupfenfühligen.

          Frische Hochgebirgsluft

          Eine Besonderheit der Sharp-Lüfters ist eine Quelle negativer Sauerstoffionen, Plasmacluster-Technik genannt. Aus der Luftfeuchtigkeit werden positive Wasserstoffionen und negative Sauerstoffionen gebildet, die sich dann gerne aggressiv an und mit Kleinstpartikeln anlegen. Vereinen sich je zwei einzelne Sauerstoffatome mit einem dritten zu Ozon, werden Erinnerungen ans Hochgebirge wach, an "ozonreiche" Luft, als das Wort noch Wohlklang hatte. Man stellt sich einen leise rauschenden Wasserfall vor oder ein reinigendes Gewitter, genau belegen kann man's als Endverbraucher in seinem Sharp-durchlüfteten Zimmer nicht.

          Viren- und Bakterienkiller

          Die ausgesandten Ionen sollen vor dem Lüfter ein paar Sekunden lang ausharren, wenn sie sich nicht schon vorher auf ihren Feind gestürzt haben. Zellbiologe Professor Gerhard Artmann aus Aachen hat sogar herausgefunden, daß dabei Bakterien, Viren und sonstigen Allergenen der Sauerstoff und damit ihre Lebenskraft entzogen wird. Scheinbar zerstören die Sauerstoffionen die Membran (Proteine) der Zellenoberfläche, was ihnen sehr viel humaner den Garaus macht als Bombardierungen mit ultraviolettem Licht oder Röntgenstrahlung. Vor allem bleiben dabei die Zellkerne und damit deren Desoxyribonukleinsäure (DNA) unangetastet, so daß bei überlebenden Übeltätern keine ungewollten Mutationen auftreten können. Wir halten den bakterientötenden Effekt, der in einem Behältnis von vier Liter Luft wissenschaftlich nachgewiesen wurde, für eine nette Beigabe. Es werden weniger als 0,01 ppm - Parts per Million - Ozon erzeugt, höchstens ein Fünftel der für Elektrogeräte angeblich erlaubten Menge. Jedenfalls verbraucht speziell Sharps Ionengeber nur ein halbes Watt Energie und muß nie gereinigt oder erneuert werden. An die durchschlagende Wirkung dieser Ionenkanone darf je nach Wunsch geglaubt werden. Der Feinfilter funktioniert gewiß.

          Weitere Themen

          Wie funktionieren Impfungen? Video-Seite öffnen

          Im Kampf gegen Krankheiten : Wie funktionieren Impfungen?

          Impfen oder nicht? Welche Nebenwirkungen und Risiken birgt dies? Ist eine Impfpflicht nötig? Solche Fragen beherrschen die Impfdebatte auch in Deutschland. Mit einem Weltimpfgipfel am Donnerstag in Brüssel wollen die Europäische Kommission und die Weltgesundheitsorganisation das Thema in den Fokus rücken. Die Videografik zeigt, wie Impfungen dabei helfen können.

          IAA mit Rekordtief an Besuchern

          Automobilausstellung : IAA mit Rekordtief an Besuchern

          Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) 2019 in Frankfurt neigt sich ihrem Ende zu. Doch schon jetzt haben die Veranstalter eine Bilanz zu den Besucherzahlen gezogen – und diese fällt ernüchternd aus.

          Topmeldungen

          Klimastreik in Berlin : Rackete for Future

          Beim großen Klimastreik in Berlin überlassen die Aktivisten von „Fridays for Future“ anderen die Bühne. Es sollte der Auftakt sein für ein breites gesellschaftliches Bündnis. Doch noch prallen Welten aufeinander.
          Ihnen reicht der Kompromiss nicht: Wie in Berlin demonstrierten Hunderttausende

          Kompromiss und Proteste : Was in der langen Nacht geschah

          Erst war das Klimaschutzgesetz fast am Ende, dann kam der Protest – und dann stritt das Kabinett eine Nacht lang. Jetzt sonnt sich die Politik im Glanz der Einigung. Währenddessen dröhnt der Protest Hunderttausender.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.