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Leica und Lehmann : Fotogene Zeitmesser

  • -Aktualisiert am

Die Leica L2 mit Handaufzugswerk Bild: Hersteller

Für die Leica-Zeitmesser hat die Schwarzwälder Uhrenmanufaktur Lehmann ein Handaufzugskaliber entwickelt und konstruiert. Beide bauen eine eigene Uhrenlinie auf.

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          Die Ernst Leitz Werkstätten in Wetzlar sind ein eigenständiger Zweig der Leica Camera AG. Die Eröffnung eines neuen Bauabschnitts hat das Unternehmen zum Anlass genommen, eine grundlegend neue Produktlinie zu präsentieren, die mit den Leica-Kameras eines gemeinsam hat: Es geht um höchste Präzision. Denn auch bei feinen mechanischen Uhren kommt es auf hundertstel Millimeter an. In kleinen Serien werden in Wetzlar künftig zwei Modelle gefertigt, deren Entstehung in der gläsernen Werkstatt zu beobachten ist. Für die Leica-Zeitmesser hat die Schwarzwälder Uhrenmanufaktur Lehmann ein Handaufzugskaliber entwickelt und konstruiert, sie liefert auch die meisten Komponenten. Die Muttergesellschaft Lehmann ist Spezialist für Präzisionswerkzeugmaschinen, mit denen Leica-Kameras gebaut werden.

          Voraussichtlich von Oktober an werden zwei Uhrenmodelle, die Leica L1 und L2, verfügbar sein. Beide wurden von Achim Heine gezeichnet, der das Design vieler Leica-Produkte geprägt hat. Etliche Designelemente der Kameras ließ Heine in die Uhrengestaltung einfließen: filigrane Skalen, die Riffelung der Krone, ein Rubin als Referenz an den berühmten roten Leica-Punkt auf der Krone und das bombierte, beidseitig entspiegelte Saphirglas über dem schwarzen Zifferblatt, das an die Frontlinse eines Objektivs erinnert. So entstanden elegante Zeitmesser mit klar akzentuierten Elementen, nicht minimalistisch, aber ohne Schnörkel.

          Das neue Handaufzugswerk treibt in der L1 Minuten- und Stundenzeiger sowie die kleine Sekunde mit dem Leica-roten Zeiger bei der „6“ an, dazu die Datums- sowie die Gangreserveanzeige, die an alte Belichtungsmesser erinnert, und darüber hinaus eine Kronenfunktionsanzeige neben dem Datum. Die patentierte Krone mit entsprechender Zustandsanzeige auf dem Zifferblatt drückt man kurz, um in die Zeiteinstellung zu kommen. Dabei springt der Sekundenzeiger auf null, so dass man die Uhr sehr einfach sekundengenau etwa mit einem Zeitzeichen einstellen kann. Ein weiterer Druck auf die Krone und das Uhrwerk läuft weiter. Der Drücker bei der „2“ ist für die Schnellverstellung des Datums zuständig. Auf der Leica L2 ist eine zweite Zonenzeit abzulesen. Die wird über die zusätzliche Krone eingestellt, die den Innenring bewegt. Damit man erkennen kann, wo wann Tag oder Nacht herrscht, gibt es bei der „4“ auf dem Zifferblatt einen Tag-Nacht-Indikator.

          Das neue Werk arbeitet mit 28 800 Halbschwingungen, hat 25 Lagersteine und bietet eine Gangreserve von 60 Stunden. Verpackt ist es in ein 41-Millimeter-Edelstahlgehäuse mit verschraubtem Glasboden, man trägt es an einem schwarzen Lederband nebst Dornschließe mit Leica-Schriftzug. Für die L2 wird es auch ein Roségoldgehäuse geben.

          Der Preis der L1 wird voraussichtlich bei knapp 10.000 Euro liegen, die L2 dürfte diese Marke überschreiten. Für die goldene Version ist noch nichts bekannt. Aus Anlass der Eröffnung der Ernst Leitz Werkstätten erscheinen Sondermodelle mit rotem Zifferblatt, die im Preis über den jeweiligen Serienmodellen liegen werden.

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