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Kühlgeräte im Supermarkt : Schluss mit dem Frieren vorm Milchregal

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Auch die schlichte Nachrüstung von Tiefkühltruhen und Kälteregalen mit Abdeckungen lässt die Stromrechnung spürbar sinken Bild: dpa

In Supermärkten wird viel Energie verschwendet. Kühlgeräte sind die größten Verbraucher, die mit Abstand größten Stromfresser im Supermarkt. Transparente Türen und Hauben können hier helfen. Weitere Sparmöglichkeiten werden erprobt.

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          Sie nennen sich „Klimamarkt“. Auch wird von „Green-Building“ gesprochen, wenn Lebensmittelketten ihren Supermärkten den Umweltschutz einhauchen. Es geht darum, dass Ingenieure den Blick über die Optimierung einzelner Komponenten wie Kälte, Beleuchtung, Klima und Heizung hinaus aufs große Ganze richten und dabei nicht allein betriebswirtschaftlichen Aspekten folgen.

          Hinter der Entwicklung zu mehr Ökologie und Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel verbergen sich natürlich handfeste wirtschaftliche Gründe: Rund 51 Euro je Quadratmeter und Jahr waren 2009 durchschnittlich für Energie hinzublättern. Und die Kosten steigen weiter. So rechnet das EHI Retail Institute in Köln für dieses und das kommende Jahr mit einem Anstieg um sieben Prozent. Allein die Kühlmöbel, so besagen Schätzungen, verbrauchen in einem Jahr Strom für 20 000 bis 30 000 Euro.

          Viele der rund 50 000 deutschen Lebensmittelmärkte haben Nachholbedarf in Sachen Energieeffizienz. Das gilt gerade für die Kältetechnik in den Abteilungen, in denen Molkerei-Produkte wie Milch, Joghurt oder Käse angeboten werden. Aus den Milch- und Käsetheken entweicht reichlich kalte Luft und lässt leicht bekleidete Kundschaft frösteln. Denn anders als im Tiefkühlbereich, wo inzwischen fast die Hälfte der Kühlmöbel (Minuskühlung) über Glas- oder Kunststoffdeckel verfügen, sind bei dieser sogenannten Pluskühlung Türen oder Abdeckungen noch rar. Offenbar befürchten viele Einzelhändler Umsatzverluste, wenn sich die Kunden nicht schnell und bequem bedienen können.

          Mit Abstand größte Stromfresser im Supermarkt

          Wie großzügig man hier mit Energieverlusten umgeht, zeigt der Blick in den eigenen Haushalt. So verfällt zu Hause niemand auf die Idee, die Kühlschranktür tagsüber offen zu lassen. Derlei Verschwendung schlägt sich in den Energiekosten denn auch deutlich nieder. Während in der häuslichen Stromverbrauchsbilanz die Kältekosten mit etwa 20 Prozent zu Buche schlagen, sind Kälteanlagen mit einem Anteil von rund 50 Prozent der mit Abstand größte Stromfresser im Supermarkt. Entsprechend groß ist der Bedarf der deutschen Supermärkte an elektrischer Energie für die Kälteerzeugung. Er liegt bei drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs und ist damit in etwa so groß wie der der Deutschen Bahn.

          Damit stecken im Lebensmittelhandel vor allem in der Kältetechnik die größten Einsparmöglichkeiten. So ließe sich die hier benötigte Energie um die Hälfte vermindern, wenn man allen Kühlmöbeln im Tiefkühl- wie im sogenannten Plusbereich Glasabdeckungen spendierte. Für genauere Zahlen ist das Verhältnis von Tiefkühltruhen und Kühlregalen wichtig. Auch die Zugriffsfrequenz spielt eine Rolle. Die ist bei Discountern wie Lidl oder Aldi höher als bei Edeka und Co. Die Energieeinsparungen sind entsprechend geringer, aber mit geschätzten 30 Prozent noch immer üppig. Will man hier rasch die Stromrechnung drücken, braucht es nicht unbedingt völlig neuartige Marktkonzepte. Auch die schlichte Nachrüstung von Tiefkühltruhen und Kälteregalen mit Abdeckungen lässt die Stromrechnung spürbar sinken.

          Eine Nachrüstung rentiere sich

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