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Kindersitz Cybex Anoris T : Airbag für Anfänger

Kindheitstraum(a): Der Airbag des Anoris hat ausgelöst. Bild: Boris Schmidt

75 Prozent aller Autounfälle geschehen frontal. Im Cybex Anoris T, dem ersten Kindersitz der Welt mit Airbag, sitzt der Nachwuchs im Alter von anderthalb bis sechs Jahren besonders sicher, verspricht der Hersteller.

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          Cybex lässt mit dem Anoris T aufhorchen, dem ersten Kindersitz der Welt mit einem integrierten Airbag. Im aktuellen ADAC-Kindersitztest hat der Anoris zudem sofort mit der Note 1,5 den ersten Platz erreicht. Für den Schutz selbst gab es die 0,9, also besser als 1, Abzüge erfolgten lediglich in der B-Note, die Sitzbezüge (sieben Farben sind im Angebot) seien schwer abzuziehen, monierte der Automobilklub. Und der 11,7 Kilogramm schwere Sitz sei nicht so einfach zu handhaben.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Cybex sagt, Kinder im Sitz seien durch den Airbag um 50 Prozent besser geschützt als ohne. Drei Jahre lang wurde in Bayreuth entwickelt, eigens dafür hat man sich eine Crashbahn angeschafft, die es 1:1 auch in China gibt. Dort werden die Sitze hergestellt. Cybex gehört inzwischen zum chinesischen Konzern „Good Baby“, Gründer Martin Pos ist aber dort CEO.

          Der Airbag des Anoris, der nur benutzt werden kann, wenn das Fahrzeug Isofix-Befestigungen hat, bläst sich im Crashfall in weniger als 30 Millisekunden auf. Er steckt im Fangkörper (siehe Bild). Cybex kommt ohne Pyrotechnik aus, der Airbag „zündet“ mit kalter Druckluft. Der vorwärts gewandte Sitz eignet sich für Kinder von etwa anderthalb Jahren oder 76 Zentimeter Körpergröße bis zum Alter von sechs Jahren oder 1,15 Meter Größe. Das Rückenteil lässt sich verstellen, um so mit dem Wachstum mitzuhalten.

          Cybex kommt ohne Pyrotechnik aus, der Airbag „zündet“ mit kalter Druckluft. Bilderstrecke
          Mit Airbag : Kindersitz Cybex Anoris T

          Zum System gehört der Standfuß, der korrekt und fest auf dem Fahrzeugboden fixiert sein muss. Wenn alles stimmt, gibt es auf einem Display grünes Licht. Der Strom hierfür kommt aus einer Batterie im Unterteil des Sitzkörpers, die auch das Airbag-System versorgt, das somit unabhängig vom Fahrzeug ist. Die Batterie hält ungefähr drei Jahre und kann getauscht werden, was je nach Hersteller 15 bis 30 Euro kostet.

          Software war größte Herausforderung

          Die sichere Hardware des Sitzes sei für Cybex kein großes Problem gewesen, sagt Raoul Bader, Technikvorstand bei Cybex. Schon seit 2005 sei man auf dem Markt präsent und inzwischen bestens etabliert. Die größte Herausforderung bei der Entwicklung sei die Software gewesen. „Wann soll der Airbag zünden und wann nicht?“ sei keine leicht zu lösende Frage. Fehlauslösungen seien auszuschließen. Dabei sei das System ständig scharf und messe mit seinen Sensoren dauerhaft die auftretenden Beschleunigungen.

          Kommt der Befehl zum Auslösen, baut sich der gefaltete Airbag wie eine Wand vor dem Kind auf, das dann wie in einem Kokon vor dem Schlag durch den Unfall geschützt ist. Sollte es ein Serienunfall sein und der verunglückte Wagen weitere Stöße abbekommen, bietet der Anoris auch ohne Airbag ausreichenden Schutz, erfüllt er die nötige R-129-Norm auch ohne Luftsack.

          750 Euro verlangt Cybex für die maximale Sicherheit, was ungefähr 200 Euro teurer sei als ein vergleichbarer Cybex-Sitz ohne Airbag, den man aber nur bis zum Alter von vier Jahren benutzen könne. Der Anoris T wird prinzipiell nur über den Fachhandel vertrieben, er kann aber auch online übers Netz bestellt werden (www.cybex.de). Er ist schon im Handel, das Interesse sei sehr groß, wobei der Preis zugegebenermaßen eine hohe Hürde sei.

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